Oliver Sieber, Julia (Finland), Leipzig 2008 C-Print, gerahmt, Courtesy: der Künstler

Chenitz

Musterung. Pop und Politik
in der zeitgenössischen Textilkunst
8.11. 2020 – 21. 2. 2021

Die Auseinandersetzung mit dem Stofflichen, neuen Textilien und Trägermaterialien begeistert Künstler:innen unterschiedlicher Generationen und Herkunft aus allen Kontinenten bis heute. Vorhänge, Tapeten und Teppiche werden als Bild- träger zeitgenössischer Darstellungen wiederentdeckt. Mit Stoffen, textilem Dekor und Kleidung lassen sich Geschichten, Hintergründe historischer, bildlicher und globaler Zusammenhänge neu erzählen. Dabei steht der Wiederentdeckung traditioneller Techniken die Begeisterung für neue digitale Technologien gegenüber: Digitale Technologie steuert die Webstühle in der heutigen Zeit oder spinnt die Fäden in eine erweiterte Realität. Stoffe sind immer auch kultu- relle Identitätssymbole. Materialforschung im Kontext von Massenproduktion und Nachhaltigkeit sind Stichworte, die auch künstlerisch aktuell einer besonderen Musterung unterliegen.

Die Ausstellung Musterung. Pop und Politik in der zeitgenössischen Textilkunst stellt unterschiedliche Positionen von Künstler:innen in einen Dialog, die sich explizit mit textilen Materialien und ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung beschäftigen.

Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz | www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Juergen Teller, Self-portrait for Business of Fashion, London 2015 © Juergen Teller

Zürich (CH)

Der erschöpfte Mann
16.10.2020 – 10.1.2021

Das Landesmuseum Zürich unternimmt einen Streifzug durch die europäische Kulturgeschichte des Mannes. Zeugnisse der vergangenen 2000 Jahren aus Philosophie, Gesellschaft oder Medizin illustrieren den Männlichkeitsbegriff und das Ringen um diesen.

Im Laufe der Geschichte haben Männer zahlreiche heroische Ideale für sich geschaffen: strahlende Sieger, selbstherrliche Schöpfer, Abbilder der Götter. Blickt man genauer hin, entpuppen sich diese Ideale oft auch als Überforderungen, an denen der Mann letztlich zerbrach. Seit der Antike sind die bevorzugten Schauplätze von Männlichkeit Krieg, Technik, Politik, Sport, aber auch das weite Feld von Ehe, Familie und Sexualität.

Mit rund 200 kultur- und kunstgeschichtlichen Objekten, darunter hochkarätige Leihgaben aus London, Wien und Paris, zeigt die Ausstellung, wie sich die Männlichkeitsideale im Laufe der Jahrhunderte verändert haben.

Schweizerisches Nationalmuseum | www.nationalmuseum.ch

Julian Zigerli, AW19 ‘Ring My Bell’, Foto: Michael Sieber, © Michael Sieber

Zürich (CH)

Wild Thing – Modeszene Schweiz
11.12.2020 – 11.4.2021

Modezentren blüht in der Schweiz eine lebendige Modeszene. Neben renommierten Marken erproben kleine Labels, Kollektive und junge Studienabsolventen ihr Potenzial. Einige dieser Designerinnen und Designer versuchen mit ihren facettenreichen Kollektionen im Modemarkt Fuss zu fassen, andere erschaffen sich eigensinnig und erfinderisch ihr eigenes System. Die Ausstellung präsentiert eine bunte Palette trendiger Outfits, zeigt Modefotografie, Filmexponate oder Stoffinnovationen und schafft damit eine Momentaufnahme der aktuellen Szene.

Ausstellungsstrasse | Museum für Gestaltung Zürich | museum-gestaltung.ch

Ausstellungsansicht Gianni Versace © Dirk Patschkowski/MAC Museum Art & Cars

Singen

Gianni Versace Retrospective
bis 21.4.2021

Das MAC Museum Art & Cars in Singen (Hohentwiel) zeigt von 19. September 2020 bis 21. April 2021 mit „Gianni Versace Retrospective“ eine Ausstellung der ikonografischen Kreationen des legendären italienischen Modedesigners Gianni Versace (1946-1997). In neun Themengruppen erhält der Besucher einen eindrucksvollen Einblick in das opulente Schaffen Gianni Versaces. Gezeigt werden ausschließlich Originale aus privaten internationalen Sammlungen. Typisch für das Ausstellungskonzept des MAC Museum Art & Cars ist, dass thematisch passende historische Fahrzeuge das Werk Gianni Versaces begleiten werden.

MAC Museum Art & Cars | www.museum-art-cars.com

Modeaufnahme, rotes Cape, Walde Huth, 1956 © Deutsches Historisches Museum/ S. Ahlers / Archiv Schmölz+Huth - Heringson, Wuppertal

Stuttgart

Fashion?! Was Mode zu Mode macht
24.10.2020 - 25.4.2021
im Alten Schloss in Stuttgart

Wie entsteht Mode? Wer entscheidet eigentlich, was in oder out ist? Wie und warum verändert sich die Bedeutung von einzelnen Kleidungsstücken? Welche Rolle spielt Mode in unserem Alltag? Diesen und weiteren Fragen spürt das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart mit der Ausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“ vom 24.Oktober 2020 bis 25. April 2021 nach.

Ausgehend von individuellen Auseinandersetzungen mit Mode, will die Große Landesausstellung die Komplexität des Modesystems in einer kritischen, aber auch unterhaltenden Darstellung anschaulich machen. Die Präsentation reflektiert gesellschaftliche Mechanismen und die Kommunikation von Mode. Sie fragt nach Geschlechter- und Körperbildern und beleuchtet den Wandel von Stilikonen und Vorbildern. Nicht zuletzt werden die sich verändernden Konsumpraktiken in den Blick genommen.

Auf über 1000 Quadratmetern zeigt die Ausstellung klassische Highlights internationaler Modegeschichte von den 1950er Jahren bis heute. Darunter opulente Haute-Couture-Entwürfe bekannter Designer*innen, aber auch Alltagskleidung, Modefotografie, Modeskizzen oder Fashion-Magazine. Highlights bilden legendäre Kleider der europäischen Modegeschichte der letzten 70 Jahre von berühmten Modehäusern wie Dior oder Chanel bis zu Entwürfen bekannter Designer*innen wie Karl Lagerfeld oder Vivienne Westwood. Aber auch Originalkleider vergangener Stil-Ikonen, etwa Kaiserin Elisabeth von Österreich, Marlene Dietrich oder David Bowie, sind Höhepunkte der Ausstellung. Bezüge zur regionalen Mode- und Textilindustrie begleiten die Besucher*innen durch die Ausstellung und stellen Verbindungen zwischen lokaler und globaler Modeproduktion dar.

Die Ausstellung thematisiert auch die Rolle von Social Media im Fashion-Bereich. Einen besonderen Stellenwert erhält die Interaktion der Besucher*innen: Ein Fragenparcours regt zum Mitgestalten und zur Reflektion über den eigenen Umgang mit Kleidung an.

Ziel der Großen Landesausstellung ist es, die Vielschichtigkeit des Phänomens Mode und dessen unterschiedliche Einflussfaktoren aufzuzeigen. Ästhetisch ansprechende Objekte, die interaktive Einbindung der Besucher*innen und eine emotional ansprechende Gestaltung laden zur Auseinandersetzung mit dem oft nur scheinbar eindeutigen und einfachen Thema Mode ein.

Landesmuseum Württemberg |www.landesmuseum-stuttgart.de

• Ulrike Ottinger, Ohne Titel (Claudia Skoda, Tabea Blumenschein & Jenny Capitain), Silbergelatine-Vintageprint, ca. 1977/78, © Ulrike Ottinger

Berlin

Claudia Skoda. Dressed to Thrill
18.12.2020 - 11.4.2021

Claudia Skoda ist mit ihrer Mode eine Schlüsselfigur und Ikone der West-Berliner Undergroundszene der 1970er- und 80er-Jahre. Mit ihren außergewöhnlichen Designs revolutionierte sie das Verständ- nis von Strickmode; ihre spektakulären Modenschauen sorgten international für Aufsehen. Mit dieser ersten Einzelschau würdigt die Kunstbibliothek das Schaffen Claudia Skodas – in ihrer Heimatstadt Berlin. Die multimediale Sonderausstellung präsentiert rund 200 z.T. noch nie gezeigte Arbeiten von Claudia Skoda und Wegbegleiter*in- nen wie Martin Kippenberger, Luciano Castelli, Ulrike Ottinger, Tabea Blumenschein, Kraftwerk, Jim Rakete und vielen mehr.

Claudia Skoda (*1943 in Berlin) ist für die Zeitschrift Elle neben Coco Chanel, Vivienne Westwood und Madonna eine der Frauen, die den Look des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Bereits in den 1980er-Jahren galt ihr Design international als „Knitted Genius“ und sie selbst als „Queen of Texture“. Bis heute arbeitet Claudia Skoda mit Kreativen verschiedenster Disziplinen zusammen – und bleibt zugleich die Königin ihres eigenen Metiers: Das Stricken, bevorzugt auf der Maschine. In ihrer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft „fabrikneu“ in einer Fabriketage in der Zossener Straße in Kreuzberg traf sich ab Mitte der 1970er-Jahre die West-Berliner Bohème: Musiker*innen, Filmemacher*innen, Künstler*innen, Modema- cher*innen.

Die Sonderausstellung im Kulturforum nähert sich dem Werk und Leben von Claudia Skoda in sieben thematischen Kapiteln: Im Kapitel fabrikneu werden die frühen Jahre Skodas und ihre ersten Modeschauen in Kreuzberg thematisiert, wie Shake Your Hips (1975), Neues Spiel (1976) und Pablo Picasso (1977). Der damals noch unbekannte Martin Kippenberger kreierte einen Fußboden mit rund 1.300 Fotografien von sich, Ulrike Ot- tinger und Esther Friedman – Eine Woche aus dem Intimleben der Fam. Skoda und Bekanntenkreis, so der Titel des Werks. In der Ausstellung wird der Fußboden und auf ihm eine Auswahl an frühen Strickdesigns von Claudia Skoda zu sehen sein. Parallel lassen Super-8 Filme, Dias und Fotografien die fabrikneu-Modenschauen wieder aufleben.

Kulturforum, Sonderausstellungshalle|www.smb.museum/home/

Beide Bilder (oben und unten) © DesignFest GmbH.

Designfest
Firmengründung trotz Corona Krise

Die Messebranche hat einen neuen und ernstzunehmenden Player. „Wir wollen das Format Messe neu erfinden und haben hierfür heute den Grundstein gelegt“, zeigt sich Gründerin Jennifer Reaves, ehemalige Geschäftsführerin der internationalen Designmesse blickfang, selbstbewusst. Zusammen mit Dieter Hofmann, blickfang GmbH, und Florian Berger, Donkey Products, gründeten sie am vergangenen Donnerstag die DesignFest GmbH mit Sitz in Stuttgart.

Das erste Projekt der DesignFest GmbH ist das gleichnamige und gemeinsam mit dem G+J Living-, Fashion- und Beauty-Magazin COUCH entwickelte Eventkonzept „DesignFest by COUCH“. Die neuartige Experience Marketing-Plattform für die B2C-Kommunikation soll junge, konsumorientierte und trendbewusste Frauen mit angesagten Marken, Start Ups und Meinungsmachern aus den Bereichen Interior, Fashion, Beauty, Food, DIY und Lifestyle zusammenbringen. Das „DesignFest by COUCH“ ist für die beteiligten Marken als interaktive Live-Bühne nutzbar, auf der eine authentische und emotionale Inszenierung möglich ist. In den drei Metropolen Köln, Berlin und Stuttgart werden jährlich rund 150.000 Besucher erwartet. Auftakt war Köln im Januar 2020 auf der Internationalen Möbelmesse. Durch die Corona Krise mussten die zwei weiteren Premierentermine in Berlin und Stuttgart verschoben werden.

Ungewöhnliches und erfolgsversprechendes Trio

Das Gründer Trio ist genauso ungewöhnlich wie vielversprechend. Während Reaves und Hofmann seit mehr als 25 Jahren im Messe- und Veranstaltungsbusiness tätig sind, hat Florian Berger das Messewesen als Hersteller kennen gelernt. „Ich bin praktisch an einem Messestand aufgewachsen. Erst meine Großeltern, später dann meine Eltern betrieben ein

Geschenkeartikelgeschäft. Schon auf den ersten Messen in Frankfurt stand ich als Kind am Stand meiner Familie und habe unsere Produkte verkauft.“ Heute ist Berger Chef seiner eigenen erfolgreichen Lifestyle Artikel Marke Donkey Products und berät mit der Agentur &MYLK internationale Brands in Sachen Markenstrategie.  Dieter Hofmann wiederum kennt das Messewesen wie kein anderer. Seit über 27 Jahren organisiert seine blickfang GmbH die internationale Designmesse blickfang für Möbel, Mode- und Schmuckdesign.

Die Karriere von Geschäftsführerin Jennifer Reaves begann vor 20 Jahren ebenfalls bei der blickfang GmbH. Dort verantwortete sie die Markenentwicklung und inhaltliche Strategie, leitete den Launch des Messekonzepts in Japan und in Dänemark und war für die Akquise und Markenkampagnen internationaler Sponsoren verantwortlich.

Das gemeinsame Ziel der drei Unternehmer ist klar: „Wir wollen das Format Messe neu erfinden, das ist unser Unternehmenszweck und hierfür haben wir heute den Grundstein gelegt“!

www.designfest.info