Axel Hütte Danum Valley-1, Borneo, 2008 Ditone Print, 225 x 155 cm Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Axel Hütte

AXEL HÜTTE
NIGHT AND DAY
23.9.2017 – 14.1.2018

Mit einer großen Werkschau zeigt das Museum Kunstpalast erstmals einen umfassenden Überblick auf das künstlerische Schaffen von Axel Hütte (*1951). Der als Meister der zeitgenössischen Landschaftsfotografie geltende Künstler ist wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer aus der berühmten Klasse von Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie hervorgegangen. Gemeinsam mit ihnen zählt er zu den bedeutenden, international anerkannten Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule. 

Axel Hütte | Tokyo-1, Japan, 2010 | Duratrans-Print, 207 x 172 cm Galerie Nikolaus Ruzicska, Salzburg © Axel Hütte

Reisen und Schauen, Welt-Erfahrung und Natur-Wahrnehmung sind für die künstlerische Arbeit von Axel Hütte von wesentlicher Bedeutung. Für seine Aufnahmen bereist der in Düsseldorf lebende Fotograf alle Kontinente der Welt. In seinen faszinierenden Fotoarbeiten aus Europa, Nord- und Südamerika, Afrika, Australien, Asien und der Antarktis
reflektiert er die Phänomene des Sehens, der Wahrnehmung, die Bedeutung von Bild und Bildlichkeit, Abbild und Rea- lität.

Hütte visualisiert in seinen Landschaftsaufnahmen zum einen eine tief empfundene Natur, zum anderen nutzt er architektonische, aber auch Licht- oder Wetterphänomene wie Nebel als künstlerische Elemen-e, ähnlich dem malerischen Sfumato, und schafft Bild-und Farbkompositionen mit kluger Blickregie. Den Betrachter überraschen Hüttes Fotografien durch die Bildstrukturen, die seine Arbeiten jenseits des Dokumentarischen verorten lassen. Mit Wasserspie- gelungen, Wolken, dem Dunkel der Nacht, vertikalen oder horizontalen Architekturelementen komponiert er stimmungsvolle, an romantische Landschaftsmalerei erinnernde Bildräume. Die durch Nebelschwaden gebotene Unschärfe des Lichts nutzt er ebenso wie die Gliederung von Brückenbauten zur Schaffung gleichsam perspektivisch ungewöhnlicher wie atmosphärischer Landschaftsbilder. Hüttes Fotografien sind geprägt von einer unendlichen Stille, von einer überwältigenden Einsamkeit. Seine mit der Plattenkamera aufgenommenen Bilder haben ihm bei der künstlerischen und technischen Umsetzung meist große Geduld abverlangt. 

Axel Hütte | Furkablick, Swiss, 1994 | C-Print, 187 x 237 cm © Axel Hütte
Axel Hütte | Kuala Lumpur-1, Malaysia, 2008 | Duratrans-Print, 207 x 157 cm | Courtesy Galería Helga de Alvear, Madrid | © Axel Hütte

Ob Aufnahmen aus der afrikanischen Wüste, dem antarktischen Eismeer oder Nachtaufnahmen der Megacities Asiens und Amerikas – Axel Hütte präsentiert mit seinen Fotografien immer auch wichtige Augenblicke des Innehaltens, an denen er teilhaben lässt und einlädt, genauer hinzuschauen.

Die umfassende Ausstellung vereint etwa 70 großformatige, darunter neue und erstmals öffentlich gezeigte Nacht- und Tagbilder von Axel Hütte aus mehr als zwanzig Jahren. Eine Zusammenschau mit dem im Museum Quadrat, Bottrop, parallel gezeigten Frühwerk von Axel Hütte erweitert den Blick auf sein künstlerisches Schaffen.