Weegee, [Phillip J. Stazzone is on WPA and enjoys his favorite food as he’s heard that the Army doesn’t go in very strong forserving spaghetti.], 1940, Gelatin-Silver Print © Weegee/International Center of Photography . Courtesy Ira und Suzanne Richer

Berlin

FOOD FOR THE EYES
Die Geschichte des Essens in der Fotografie
8.6.– 7.9.2019

Wurstscheiben, Wiener Würstchen, Bockwürste, Schinken, Petersilie und Gewürzgurken als Requisiten zu einer grotesk absurden Szenerie arrangiert – die „Wurstserie“ des Schweizer Künstlerduos Fischli und Weiss ist legendär. Die gefrorenen Gemüse- und Obstwürfel oder zahlreichen kunstvoll arrangierten Stillleben des Modefotografen Irving Penn sind es ebenso, wie auch die Junkfood-Bilder des britischen Magnum Fotografen Martin Parrpappige Hot Dogs, fettige Burger und Pommes, zuckrig bunte Milkshakes, kalorienreich, ungesund und farbenfroh. Die Ausstellung „Food for the Eyes“ bei C/O Berlin blickt auf die vielfältige Geschichte des Essens in der Fotografie.

Wie Luft, die wir atmen, oder Wasser, das wir trinken, sind Nahrungsmittel für uns lebensnotwendig. Sie zählen zu den täglichen Grundbedürfnissen des Menschen, wecken die Sinne und betreffen das private und öffentliche Leben gleichermaßen. Nahrung und das gemeinsame Essen spielt allerdings auch für unsere Rituale, Religionen und Feste eine entscheidende Rolle. Im Essen spiegeln sich unsere Wünsche und Fantasien wider. Als allzeit verfügbares und alltägliches Sujet wurde und wird Essen vielfach dargestellt. Food Photography kann deshalb – ebenso wie das Essen selbst – grundlegende Fragen zu unterschiedlichsten gesellschaftlichen Themen aufwerfen: Familie, Tradition, häusliches Leben, Wohlstand, Armut, Gender, Rasse, Ekel, Vergnügen oder Konsum.

Hank Willis Thomas, The Mandingo of Sandwiches, 1977/2007; a.d.S. Unbranded: Reflections in Black by Corporate America, Lambda Print. Courtesy der Künstler und Jack Shainman Gallery, New York
Ouka Leele, Peluquería, Limones, 1979, C-Print © Ouka Leele

Mit Werken aus den Bereichen der Bildenden Kunst, der Mode und des Fotojournalismus bis hin zur Werbung bietet die Schau einen umfangreichen Überblick über die Darstellung von Essen in der Fotografie der letzten zwei Jahrhunderte. Das „Stillleben“ gehört dabei zu den anhaltenden künstlerischen Traditionen und wichtigsten Motiven. Auf welche Weise sind Künstler*innen dem ursprünglichen malerischen Genre gefolgt? Wie hat die Malerei die Food Photography inspiriert, und wie haben zeitgenössische Fotograf*innen diese untergraben? Welche Veränderungen und Formen haben sich im Laufe der Zeit entwickelt? „Around the Table“ wiederum blickt auf das Ritual und Gemeinschaftsgefühl, welches sich entfaltet, wenn Essen geteilt wird, sowie die Werte und kulturelle Identität, die sich hier widerspiegeln. „Playing With Food“ zeigt nicht zuletzt mittels vielfältiger Ausdrucksweisen, wie in der Kombination von Spiel und Nahrungsmitteln Werke entstehen, die unser Leben und unsere Zeit humorvoll zu beleuchten vermögen.

Joseph Maida #fish #donut #divers #thingsarequeer, December 1 2015 . Courtesy der Künstler
Martin Parr, Weston-Super-Mare, England, 1998, Archival Pigment Print © Martin Parr/Magnum Photos

„Food for the Eyes . Die Geschichte des Essens in der Fotografie“ zeigt eine Vielzahl an Werken bekannter Künstler*innen wie Nobuyoshi Araki, Peter Fischli und David Weiss, Nan Goldin, Rinko Kawauchi, Laura Letinsky, Martin Parr, Irving Penn, Martha Rosler, Cindy Sherman, Stephen Shore und Wolfgang Tillmans. Die Ausstellung, kuratiert von Susan Bright und Denise Wolff, wurde organisiert von der Aperture Foundation, New York und entstand in Zusammenarbeit mit C/O Berlin.

Martha Rosler, Semiotics of the Kitchen, 1975, Video (black and white, sound) . Courtesy die Künstlerin und Electronic Arts Intermix (EAI), New York