BASEL (CH)

5 Jahre photo basel
11.–16.6.2019

Die photo basel ist eine internationale Kunstmesse ausschließlich für Fotografie. Rund 30 internationale Galerien zeigen auf der photo basel klassische und zeitgenössische Fotografien von weltweit bekannten Fotokünstlern. Sonderausstellungen und ein attraktives Begleitprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Foren ergänzen das Angebotsspektrum.

Die photo basel ist Ausstellung und Handelsplatz zugleich. Mit einem breiten Angebot von Fotografien aller Stilrichtungen gibt es als Besucher sowohl interessante Newcomer zu entdecken als auch die Klassiker zu sehen und zu erwerben, die als Dauerrenner immer wieder an den Ständen vertreten sind.

www.photo-basel.com

© photo basel

Wir befragten Sven Eisenhut, den Direktor der photo basel

Sie feiern in diesem Jahr ein kleines Jubiläum – 5 Jahre photo basel. Hat sich die photo basel im internationalen
Messereigen etabliert?

Sven Eisenhut: Ich finde den Begriff „etabliert“ etwas schwierig. Sagen wir es so, wir werden von Jahr zu Jahr besser – besser im Sinne von: Wir zeigen jedes Jahr eine höhere Qualität. Man kennt uns langsam und nimmt uns international wahr – aber ich hüte mich vor dem Gedanke, etabliert zu sein, denn das setzt für mich voraus, dass man sich ausruhen kann – und das können und wollen wir nicht. Aber ja, Presseberichte in der Financial Times und auch in der New York Times machen uns international sichtbar.

Was erwartet die Besucher der diesjährigen „Jubiläumsmesse“?

Sven Eisenhut: Wir haben zum ersten Mal wirklich mehr Platz, denn wir bespielen zusätzlich einen weiteren Raum mit knapp 300 Quadratmetern Fläche – d.h., wir haben endlich auch Platz für diverse Sonderausstellungen wie z.B. das Master Cabinet mit den Vintage-Abzügen oder die exklusive Schau von Werken eines großen Schweizer Sammlers. Darüber hinaus können wir unseren bestehenden Galerien mehr Platz anbieten, was sich wiederum positiv auf die gesamte Atmosphäre auswirken wird.

 
 
Sven Eisenhut © photo basel

Wie schwer oder einfach war und ist es, eine neue Kunstmesse neben der großen Art Basel, der Liste und den anderen
Satellitenmessen zu etablieren?

Sven Eisenhut: Wenn wir damals das Know-how von heute schon gehabt hätten, dann hätten wir es wohl nicht gemacht – der Kunstzirkus ist ein knallhartes Business und leider geht es da auch viel um Politik (wo nicht?). Die Konkurrenz ist groß und es herrscht eine Verdrängungsmentalität. ABER wir sind Basler, welche in Basel eine Fachmesse für Fotografie lanciert haben, etwas, was es zuvor noch nie so gegeben hat – wir sind zudem regional aufgestellt, haben aber eine große internationale Ausstrahlung. Wir schaffen also den Spagat – und es macht immer noch großen Spaß.

Wie ist der Stellenwert von Fotografie im Kunstmarkt?

Sven Eisenhut: Immer besser – wer heute Kunst sammelt, der sammelt auch Fotografie, denn mittlerweile ist die Fotografie in den großen Museen dieser Welt angekommen. Auch auf den Auktionen hat sie ihren festen Platz und die Preise sind stabil. Man kann immer noch Entdeckungen machen und viele Künstler arbeiten mit und durch die Fotografie.

In welchem Preisgefüge bewegen sich die auf der photo basel angebotenen Fotografien?

Sven Eisenhut: Also ich sage es einmal so, das teuerste Bild, was es im 2018 bei uns zu sehen und zu kaufen gab, war von Cindy Sherman und kostete 120‘000 Franken. Klar ist aber auch, dass der Durchschnitt wohl zwischen 5‘000 und 12‘000 liegen dürfte. Selten bekommt man auch was unter 3‘000.- Franken.

© photo basel

Warum ist es Ihnen wichtig, dass die Auswahl der Galerien für die photo basel nicht von einer mit Galeristen besetzten Jury, sondern vom einem „Curatorial Circle“, wie Sie es nennen, vorgenommen wird?

Sven Eisenhut: Da geht es eben wieder um Politik und nicht unbedingt um Qualität. Die Galerien sind unsere Hauptkunden, sie sollen und müssen ein Mitspracherecht in der strategischen Grundausrichtung der Messe haben – sie sollen jedoch nicht ihre Kollegen werten und beurteilen, dafür haben wir den Curatorial Circle gegründet – es funktioniert sensationell.

Ein Blick in die Zukunft! Wie wird sich die photo basel weiterentwickeln?
Sven Eisenhut: Wir werden noch besser, d.h., wir werden noch mehr auf Qualität setzen, ebenfalls kümmern wir uns um die Herkunft der Werke und werden versuchen, dies noch weiter herauszustreichen. Auch wird es vermehrt photo-basel-in-situ-Projekte (Happenings unter dem Jahr – unter der Schirmherrschaft der photo basel) geben. Wir diskutieren über ein Onlineformat und hoffen, uns natürlich weiter etablieren zu können. Und wer weiß, vielleicht werden wir auch noch weitere internationale Standorte bespielen, konkrete Anfragen von Städten liegen vor.

Das Gespräch führte Kai Geiger.