Bezau (A)

BEZAU BEATZ
2018

Vom 9. bis 11. August nden die Bezau Beatz im Herzen des Bregenzer- waldes nun schon zum 11. Mal statt. Das vom österreichischen Schlag- zeuger und Label-Betreiber (Boomslang Records) Alfred Vogel organi- sierte Festival erfreut sich steigender Aufmerksamkeit und steht für ein erlesenes Programm, welches sich nicht kategorisieren lässt. Von im- provisierter Musik bis zu Singer/Songwritern spannt sich der Bogen. Die Spielstätte der Lok-Remise des Wälderbähnles besticht durch eine ein- zigartige Atmosphäre, und der Charme des Alpen-Dorfes Bezau garan- tiert einen kollektiven Musikgenuss der Superlative!

Gerne bezeichnet Alfred Vogel sein Festival als „Boutique-Festival“ und meint damit, dass es ihm vor allem um Qualität vor Quantität geht. Und in der Tat lassen die Namen der Künstler, die in den letzten Jahren hier auftraten einen erlesenen und exquisiten musikalischen Ge- schmack erkennen: Lisa Simone, Peter Evans, Charlie Cunningham, Jean Paul-Bourelly, Billy Martin, Josh Dion, Steven Bernstein, Wolfgang Muthspiel, Wild Birds & Peace Drums, Steve Swallow, Adam Nussbaum, Gwylim Simcock, Bombino, Tony Scherr, Trixie Whitley, the Sons of Komet, the Thing, Mostly other people do the killing u.v.a haben Bezau besucht. Es hiess in einschlägigen Feuilletons, Bezau würde sich zu einem neuen Zentrum für improvisierte Musik entwickeln, das European Jazz Network zählt die Bezau Beatz zu den schönsten Sommer-Festivals.

LargeUnit 2016 © Petra Cvelbar

„Die durchwegs positive Aufmerksamkeit durch Experten geniessen wir sehr“, so Vogel, „...aber am meisten freut uns, dass all die herausragenden Künstler die einzigartige Atmosphäre, die Umgebung aber auch die grosse Gastfreundschaft hier im Bregenzerwald sehr wertschätzen. Und weiters freuen wir uns sehr über ein treues und stetig anwachsendes Publikum, welches vor allem in den letzten 3 Jahren sich zusehends internationalisiert. Besucher aus Frankreich, den Benelux Staaten, Deutschland und der Schweiz mischen sich nun regelmässig unter heimische Gäste und solche aus dem Dreiländereck um den Bodensee“.

Weiters profilieren sich die Bezau Beatz immer klarer als Musikfestival, welches keine Scheuklappen vor verschiedenen Genres zeigt. Die Mischung aus verschiedensten Spielarten improvisierter Musik, Singer/Songwriter, hie und da auch gespickt mit experimentellen Ausdrucksformen oder dem ein oder anderen ethnischen Beitrag hat sich mittlerweile bewährt. Gerne erinnert man sich an das Regenkonzert des Tuareg-Sängers Bombino, der sich mittlerweile in den Top-Rängen der Worldmusic-Charts etabliert hat. Oder etwa daran, dass die Band Amok Amor (deren Schlagzeuger Chris- tian Lillinger 2017 mit dem begehrten SWR-Jazzpreis ausgezeichnet wurde!) auf den Bezau Beatz eine steil ansteigende Karriere begonnen haben.

John Parish © Maria Mochnacz

Alfred Vogel, der auf seinem Label Boomslang Records „exquisite und unkategorisierbare Musik“ (concerto) veröffentlicht, nützt die Bezau Beatz auch gerne dazu, sich mit der Welt zu vernetzen.

In Zeiten von Datentausch via Internet und Billigflügen ist ein Ort wie Bezau nicht mehr notwendigerweise ein Synonym für Provinz, sondern kann temporär Mittelpunkt eines ganzen Musikkosmos sein, wenn dort unter Teilnahme von Stars aus Übersee und Freunden von Nebenan aus dem Moment heraus eine stilistisch so vielfältige Musik geschaffen oder entdeckt werden kann.

© Bezau Beatz

Doch die Bezau Beatz überzeugen nicht nur mit einem herausragenden musikalischen Inhalt, welcher Jung und Alt gleichermassen begeistert, sondern auch durch das ganze Rundherum: Untertags finden Konzerte in und um Bezau an besonderen Plätzen statt: z.b. auf einer Alpvorsäßhütte im verträumten Schönebach, in einer alten Säge, auf 1650 m Höhe im Panorama Restaurant Baumgarten oder etwa in einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.

Die gesamte Region des Bregenzerwaldes überzeugt mit seiner weltweit beachteten Holzbau-Architektur, mit zahlreichen Handwerksbetrieben, intakter Landwirtschaft und ausgezeichneten Restaurants und Gastronomie-Betrieben. In Bezau be finden sich gleich zwei 4Sterne Hotels (Hotel Post und Gams), nette Privat-Unterkünfte und sogar ein Camping-Platz. Und die meisten Spielstätten des Festivals lassen sich zu Fuss erreichen.

© Bezau Beatz
© Bezau Beatz

Das Programm ist heuer wieder äusserst vielversprechend: Adam Schatz kommt mit Landlady aus New York. Seine Musik erinnert irgendwie an David Bowie, ist aber noch vielschichtiger, spielen doch ein paar der kreativsten Köpfe der Downtown Szene in seiner Band. Stale Storlokken ist ein Meister-Keyboarder aus Norwegen, Paal Nilsen-Love ́s Large Unit steht für die Elite der Jazz-Avantgarde, und John Parish ist bekannt für seine langjährige Arbeit als Produzent für z.b.
PJ-Harvey oder etwa die Eels. Mit seiner Band präsentiert er auf den Bezau Beatz sein aktuelles Soloalbum, das irgendwie nach Filmmusik klingt und dann aber doch wieder nach Rock ́n ́Roll. Nebst dem DJ-Ride-Out mit der Museumsbahn wird es am Freitagabend auch ein Bezau Beatz Clubbing mit Michi Beck von den Fanta4 geben. Mit seiner Frau Uli Beck bringen die beiden wohl jeden Tanzboden zum Beben. In Bezau hofft man wie jedes Jahr, dass die Lok auf den Geleisen bleibt ...

Bezau (A)

10 Jahre
Bezau Beatz
10.–12.8.2017

 

Fotos: © Bezau Beatz

Zehn Jahre ist es nun her, dass 2008 kein Geringerer als Philipp Fankhauser die Bezau Beatz am Dorfplatz Bezau musikalisch erweckte. Mittlerweile haben so klangvolle Namen wie Peter Evans, Barry, Altschul, Jean Paul-Bourelly, Billy Martin, Steven Bernstein, Wolfgang Muthspiel, Steve Swallow, Adam Nussbaum, Gwylim Simcock, Bombino, Tony Scherr, Trixie Whitley u. v. a. Bezau besucht. Es hieß in einschlägigen Feuilletons, Bezau würde sich zu einem neuen Zentrum für improvisierte Musik entwickeln und das European Jazz Network hat Bezau Beatz letztes Jahr als eines der schönsten Sommerfestivals erwähnt. Das 10-Jährige wird in diesem Jahr gefeiert. Alfred Vogel hat erneut ein tolles und spannendes Konzert- und Rahmenprogramm zusammengestellt.
www.bezaubeatz.at

Alfred Vogel

Kai Geiger traf Alfred Vogel, Festivalgründer und Motor von Bezau Beatz.

Hättest Du gedacht, nach den beiden ersten Festivals, den Widerständen, der kräftezehrenden und zeitintensiven
Überzeugungsarbeit, dass Du die 10 erreichst?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich muss kurz in mich gehen (schmunzelt) … Ganz ehrlich: Mir sind diese Zeitsprünge unheimlich. Wenn ich zurückdenke, dann kommt es mir vor, als ob der Alfred Vogel von damals eine ganz andere Person war als heute … und gleichzeitig dann doch nicht. Irgendwie zieht sich bei mir ein gewisses intuitives Verhalten durch mein Leben. Es gibt Situationen, da fühlt sich etwas „richtig“ oder „stimmig“ an. Vor ca. 17 Jahren hatte ich ein zündendes Erlebnis in New York. Eine Bekannte meinte damals auf mein Bedauern, in Bezau sei nix los: „If there is nothing happening in Bezau then you gotta make it happen!“ - typisch amerikanisch … und als der Bürgermeister (sieben Jahre später, aber doch schon nach einigen kulturellen Akzenten meinerseits …) damals auf mich zukam und mir das Angebot machte, habe ich rasch reagiert. Meine Bedingung war damals, dass ich eine Garantie auf drei Jahre wollte – die bekam ich. Und mittlerweile sind es eben zehn geworden. Der wichtigste Schritt war allerdings, dass wir vom Dorfplatz und der usrpünglichen Juli/August-Konzertreihe auf ein komprimiertes Wochenende im August gewechselt sind und verbunden damit auch in die neue Location, die Remise des Wälderbähnles. Das hat der ganzen Sache einen spürbaren Schub nach vorn gegeben. Aber es ist nicht so, dass man weniger Überzeugungsarbeit leisten muss. Die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen spielen auch eine Rolle. Und eine Kulturarbeit, die heute in einer vom Mainstream geprägten Zeit alternative Inhalte anbietet, ist immer herausfordernd. Jedenfalls zeigt sich mittlerweile, dass die Bezau Beatz ein Profil entwickelt haben. Die Aufgabe liegt nun darin, einem gewachsenen Anspruch gerecht zu werden und sich dabei nicht zu wiederholen. Langsam traue ich mich zu behaupten, dass das Bezau Beatz-Publikum Vertrauen gewonnen hat in unser Programm und bereit ist für die Überraschungen.

© Nina Simone
Alfred Vogel

Ist das Festival in Bezau, in Vorarlberg angekommen? Die Jazzszene schwärmt eh!

Wir haben letztes Jahr mit den freiwilligen Helfern ein gemütliches Abendessen organisiert und da ist mir doch recht warm geworden ums Herz: Es waren insgesamt um die 20 Personen, Gemeindebedienstete und deren Angehörige, also Kinder und Ehegatten, die mittlerweile hinter den Kulissen richtig zupacken. Richtig professionell und inspirierend ist mittlerweile die Zusammenarbeit mit dem WITUS (Büro für Wirtschaft und Tourismus). Die hatten ursprünglich nicht wirklich Fesitval- Erfahrung und bringen sich mittlerweile toll ein. Da spüre ich also eine große Akzeptanz. Und dann merke ich auch, dass vor allem bei ein paar jüngeren, jugendlichen Bezauern eine regelrechte Begeisterung entsteht. Nebst einem Stamm-Publikum aus der Gegend gesellen sich nach und nach immer neue Gesichter aus nah und fern dazu – der geografische Kreis wird größer. Es kommen Leute aus dem Dreiländer-Eck vom ganzen Bodenseeraum, aus dem Rest Österreichs, aber auch teilweise aus Belgien, Frankreich oder etwa aus dem Norden Deutschlands. Und klar freut es mich, dass wir bei Künstlern so einen guten Ruf genießen. Ich hoffe, das sorgt für Nachhaltigkeit, denn wenn es den Künstlern gefällt, wenn die sich wohlfühlen, dann springt der Funke auch aufs Publikum über.

Fotos: © Bezau Beatz

 

Was erwartet die Besucher beim Jubiläum „10 Jahre Bezau Beatz“?

Wir haben insgesamt 16 Acts auf drei Tage verteilt. Das besondere dabei ist, dass immer genug Platz ist, den Tag und das Tal auch zwischen den Programm-Punkten zu genießen. Es gibt wie gewohnt die Abendkonzerte in der Remise und am Freitag die kultige DJ-Fahrt mit dem Wälderbähnle. Weiter haben wir ein schönes Rahmenprogramm in der Umgebung von Bezau: Am Donnerstag werden wir zum Abschluss in der Klosterkapelle ein schönes Mitternachtskonzert mit zwei Singer-Songwritern haben. Außerdem bespielen wir eine Alpvorsäß-Hütte in Schönenbach, das „Rüttinger Kirchele“, am Dorfplatz – wo alles begann – wird der Bezau Beatz Störtrupp ein Morgenkonzert zum Freitags-Markt spielen. Es gibt wieder die beliebte, öffentlich zugängliche JäzzSpätzle-Veranstaltung auf Baumgarten (in 1650 m Höhe) und ein Konzert in einer zur Kultur-Bühne umfunktionierten alten Säge. Musikalisch spannen wir den Bogen von kreativer Improvisationsmusik über Jazz&Soul oder etwa Neuer Musik bis zu Singer-Songwritern. Das ist alles sehr eklektisch, hat aber immer Tiefgang. Und natürlich feiern wir unser Jubiläum mit einem richtigen Star: Lisa Simone, Tochter der legendären Nina Simone beehrt uns am Freitagabend mit ihrer fantastischen Band aus Frankreich. Sie wird ihrem Ruf als wahre „Princess of Jazz&Soul“ wahrhaftig gerecht! Künstler wie Stian Westerhuus, Mats Gustafsson, Josh Dion oder der britische Barde Charlie Cunningham werden für den nötigen Schliff sorgen … Wir sind schon in voller Vorfreude auf das Publikum und die Künstler!