Stuttgart (D)

25 JAHRE JAZZOPEN STUTTGART –
DAS JUBILÄUMS-PROGRAMM 
12. - 22.7.2018

Über 50 Acts in elf Tagen auf sieben Bühnen
Neu: „Open Stage“ im Stadtmuseum Stuttgart

Von 12. bis 22. Juli 2018 feiern die jazzopen stuttgart ihr 25-jähriges Jubiläum und verwandeln die Landeshauptstadt wieder in einen Hotspot für Musikfans. Bislang wurden rund 33.000 Tickets verkauft. Der Veranstalter Opus rechnet mit einem Besucherrekord von über 40.000. Die Jubiläumsfeier  auf der Hauptbühne am Schlossplatz steigt von 18. bis 22. Juli.  Neben Jamiroquai (18.7.) treten dort Jamie Cullum & Joss Stone (19.7.), Kraftwerk (20.7.), Lenny Kravitz & Gary Clark Jr. (21.7.) sowie die Fantastischen Vier (22.7) auf. Im Vorprogramm werden auf dem Schlossplatz Ibeyi (18.7.), Booka Shade (20.7.) und die Jazzkantine (22.7.) zu erleben sein. Auf der Bühne im Innenhof des Alten Schlosses präsentiert das Festival Gregory Porter (13.7.), Stanley Clarke Band (14.7.), Pat Metheny (16.7.) und Till Brönner (17.7.). Auch das Programm auf den Nebenbühnen steht nun fest: Im Scala Ludwigsburg werden Marcus Miller (17.7.) und LP (20.7.) zu erleben sein. Festival-Auftakt ist erneut die Verleihung der German Jazz Trophy im Eventcenter SpardaWelt – dieses Jahr an Rolf und Joachim Kühn (12.7.). Dort treten zudem Christian McBride’s New Jawn & Meshell Ndegeocello (13.7.), Michael Wollny Trio & Younee (14.7), Tears for Esbjörn (16.7.) sowie GoGo Penguin (17.7.) auf. Auch die Clubbühne BIX bietet wieder hochkarätiges Programm bei intimer Atmosphäre, darunter Jason Moran and the Bandwagon (12.7.), Indra Rios-Moore (13.7.), Allan Harris (14.7.), Chico Freeman (15.7.), David Helbock’s Random/Control (16.7.), First Strings on Mars (17.7.), Omer Avital (18.7.), Catherine Russell (19.7.), Echoes of Swing (20.7.) und Knower & Moon Hooch (21.7.). Als besonderes Highlight wird 2018 erneut die Domkirche St. Eberhardt bespielt (20.7.) – dieses Mal von Wolfgang Dauner, der mit Lesungen von Stadtdekan Msgr. Dr. Christian Hermes begleitet wird. 2018 engagiert sich erstmal seit 2009 wieder die Stadt Stuttgart mit einem Förderbeitrag, der in eintrittsfreie Bühnen investiert wird. So bespielt der Veranstalter Opus das in neuem Glanz erstrahlende Stadtmuseum Stuttgart unter dem Titel „Open Stage im Stadtmuseum“ mit einem Fusion-Programm. Der Vorverkauf für die Acts im Eventcenter SpardaWelt, im Bix sowie LP im Scala beginnt am 09.02. um 12 Uhr auf www.jazzopen.com, bei allen

F4-2017-© Carsten Klick

Anlässlich des Jubiläums sprachen wir mit Jürgen Schlensog, Partner und Geschäftsführer Opus GmbH & Opus Arts & Entertainment, Promoter jazzopen.

War es von Beginn an eine Erfolgsgeschichte oder gab es in den letzten 25 Jahren auch Momente, wo das Ende, das Scheitern näher als das weiter machen war?
Jürgen Schlensog: Das Festival hielt sich von 1994 bis 2007 mit jährlich 3 – 5 Spieltagen und total 4 – 10.000 Besuchern so einigermassen über Wasser. Seit 2008 haben wir den jazzopen ein neues Gesicht gegeben, dessen Grundlage weiterhin der Jazz ist. Es hat einige Jahre gedauert, bis der Funke aufs Publikum übersprang. Gezweifelt haben wir nie. Zum Jubiläum werden wir über 40.000 zahlende Besucher haben.

Wie ist Ihr Jazzbegriff und wie hat dieses sich über die Jahre und mit der Weiterent- wicklung des Festivals verändert, geweitet?
Jürgen Schlensog: Jazz ist mit Blues die Wurzel aller Popularmusik. Und das merkt man speziell den jungen Jazzmusikern an. Die lassen sich nicht mehr in Schubladen sperren sondern machen ihr Ding. Was dabei an musikalischem Genre entsteht, lässt sich oft kaum noch zuord- nen. Aber es ist extrem spannend und öffnet dem traditionellen Jazzpublikum neue Welten.

Was zeichnet die jazzopen aus?
Jürgen Schlensog: Wir produzieren sehr aufwändig und mit hoher Qualität auf 5 Bühnen. Was Sponsoring angeht, haben wir unsere Hausaufgaben gemacht. Seit 2008 haben wir ohne öffentliche Gelder einen Festivaletat von derzeit rund
EUR 4,5 Mio. p.a. auf die Beine gestellt. Programmatisch haben wir keine Berührungsängste zu Genres wie Rock, Blues oder Soul. Der Jazz spielt auch in diesen Genres seine Rolle.

Jamie Callum

Über die Jahre kamen immer neue Spielstätten dazu. Haben die Künstler Sie zu Spielstätten inspiriert, oder der Ort zu Künstler*innen, die Sie unbedingt bespielen wollten?
Jürgen Schlensog: Wir geben jedem Künstler die für ihn passende Bühne. Es macht bis auf wenige Ausnahmen keinen Sinn, reinen Jazz auf eine open air Bühne mit 7.000 Menschen zu stellen. Die Breite unseres Programms mit inzwischen rund 40 Zahlkonzerten braucht Bühnen unterschiedlicher Größe.

Neben 25 Jahren Jazz Open feiern Sie auch 10 Jahre jazzopen playground. Was sind die playgrounds?
Jürgen Schlensog: Ein Wettbewerb für junge Bands, die auf unseren großen Bühnen die jeweiligen Abende eröffnen. Wir verzeichnen hohes Interesse und haben vor, das Format auszubauen.

KRAFTWERK-K20_Roboter © BOETTCHER

Für die Jury konnten Sie Prof. Mini Schulz, Professor an der Musikhochschule Stutt- gart gewinnen. Wie wichtig ist dieses Schulterschluss für solch ein Format, für die jazzopen?
Jürgen Schlensog: Mini Schulz ist mein Partner in Opus GmbH. Es tut gut, einen Musiker und profunden Kenner der Nachwuchsszene neben sich zu wissen.

Gab es nicht Vorbehalte sich vom Main- stream vereinnahmen zu lassen?
Jürgen Schlensog: Wir sind nicht vom mainstream vereinnahmt, wir nutzen diesen teilweise um das Festival auszubauen. Damit schlagen wir Brücken zwischen Jazz – Liebhabern und Musikfans anderer Stilrichtungen. Das macht für uns ein Festival aus. Unser Slogan ist nicht umsonst : be Jazz be Open. Jazz wie wir ihn verstehen grenzt nie aus.

Omer Avital © Roberto Cifarelli

Ein Vierteljahrhundert jazzopen feiern Sie mit einem fulminanten Jubiläumsprogramm. Haben Sie alles erreicht, oder Sind noch Wünsche, Wunschacts, Träume und Ideen offen?
Jürgen Schlensog: Wer keine Träume und Ideen mehr hat, bleibt besser morgens im Bett. Wir arbeiten daran, das Festival Schritt für Schritt mit eintrittsfreien Bühnen in der Stuttgarter Innenstadt weiter auszudehnen. Dabei wird auch die öffentliche Hand eine Rolle spielen müssen. Stuttgart hat weit mehr zu bieten, als Feinstaubalarm.