LUCAS NIGGLI DRUM QUARTET_by Roland Baumgärtner

Wir sprachen mit Roland Baumgärtner, dem Vorsitzenden des Jazzclub Konstanz

Sie kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Im letzten Jahr 40 Jahre Jazzclub Konstanz, in diesem Herbst 40 Jahre Jazz- herbst Konstanz. Wie begann alles 1978?

Als sich am 1. Adventssonntag 1978 sieben enthusiastische Herren trafen, um den Seekuh Jazzclub zu gründen, geschah das aus einer Aufbruchstimmung heraus. Die Szene in Konstanz brodelte regelrecht und es galt das Ganze in geregelte Bahnen zu lenken. Mit der Gaststätte „Seekuh“ und deren jazzbegeisterten Wirten Gabi Kemmler und Uli Körner wurde dem Jazz in Konstanz für längere Zeit eine Heimstatt gegeben.

Da waren die Gründer damals recht eilig und mutig, gleich im ersten Jahr des Bestehens ein Festival auf die Beine zu stellen! Wie hat sich das Festival in den 40 Jahren entwickelt?

Von Anfang an wurden in der Seekuh unzählige Konzerte veranstaltet. Die Musikerszene in Konstanz war sehr aktiv. Vor allem junge Musiker drängten auf die Bühne. Waren die Programme des Jazzherbstes zu Beginn noch sehr gemischt, entwickelte er sich doch bald zu einem Festival, das die aktuellen Strömungen zeigte und Experimenten nicht abgeneigt war.Eigentlich wurde das all die Jahre beibehalten, wenn es auch heute nicht mehr möglich ist, so viele Konzerte zu veranstalten.

Ist der Jazz in Konstanz gut verankert, hat er den Stellenwert in der Stadt, den Sie sich als Jazzclub wünschen?

Gut verankert ist der Jazz. Die Szene ist allerdings überschaubarer geworden. In den letzten Jahren stellen wir aber fest, dass wieder mehr Jugendliche zum Jazz finden, was sicher an der hervorragenden Förderung in den Schulen und an der Jazz + Rockschule Konstanz liegt. Ich staune immer wieder, wie viele junge Musiker und Musikerinnen sich bei unseren Jazzgipfeln treffen. Dieses Jahr waren es über 150. Der Jazz ist im kulturellen Leben fest verankert. Wir sind nicht die einzigen Veranstalter, was auch eine gewisse Vielfalt bei den Programmen erlaubt.

Steffen Schorn © Stefan Postius
Roland Baumgärtner

Auf was darf sich das Publikum zum 40. Jazzherbst freuen?

Wir werden David Helbock, einen jungen Pianisten aus Vorarlberg als Artist in Residence haben. Neben einem Soloauftritt bringt er sein Vorarlberger Trio RANDOM/CONTROL und sein internationales Quartett mit. Dann haben wir John Hollenbeck mit dem CLAUDIA QUINTET zu Gast, Silke Eberhard mit dem Kollektiv I AM THREE mit einem Mingus-Programm und Max Andrzejewskis HÜTTE mit der Musik von Robert Wyatt. Wir werden eine Impro-Werkstatt zusammenstellen mit David Helbock, jungen Konstanzer Musikern mit DADADI-DADIDA-DIDADA und den „arrivierten“ Improvisatoren THIEKE SUND-LAND SCHROETER HENKEL und das Sextett des Schweizer Drummers Lukas Mantel. Ein Programm für Kinder ist in Planung.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE KAI GEIGER.