Wir führen ein Schlussgespräch mit dem Theaterhausleiter Werner Schretzmeier

Wie sind die 30. Internationalen Theaterhaus Jazztage gelaufen? Sind Sie mit dem Verlauf und dem Zuspruch zufrieden?
Die 30. Internationalen Theaterhaus Jazztage waren der größte Publikumserfolg. Auch programmatisch war die Resonanz seitens des Publikums und den Medien überschwänglich. Der Mix zwischen Prominenz und Neuem, zwischen den Mischformen (Tanz, Poetry Slam) und konventionellen Konzerten, wurde als Angebot sehr freudig angenommen.
Jazz wird als vielfältige Ausdrucksform wahrgenommen und animiert Besucher neugierig zu sein.
Diese Form der Programmgestaltung wurde durch das Publikum bestärkt und macht die kommenden Festivals sicherlich noch spannender.
Alles in allem, ein großer Erfolg, inhaltlich und ökonomisch, da die Kalkulation am Ende mit einer schwarzen Null abschließt.
Es wird aber weiterhin ein nicht leichter Weg, da nach wie vor 2/3 der Gesamteinnahmen vom Publikum erbracht werden müssen. Dies ist eine sportlich gesehen, sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Hat sich die Verlängerung des Festivals ausgezahlt?
Das Festival war bisher immer 5 Tage lang. 2017 erstmals 7 Tage. Die Ausweitung hat sich positiv ausgewirkt.

Was war Ihr persönliches Highlight und Ihre Entdeckung beim diesjährigen Festival?
Der Alpenjazz und die Britjazz-Night, waren persönliche Favoriten. Eine Entdeckung konnte ich nicht machen, da meine Aufgabe ist, zusammen mit meinem Kollegen Wolfgang Marmulla, das Programm zu erstellen, ergo die Musikerinnen und Musiker uns schon gut bekannt sein müssen.

Ein erster Ausblick auf 2018! Auf welches "Geburtstagskind" dürfen wir uns in 2018 freuen?
2018 wird Frédéric Rabold mit seiner Band 50 Jahre bestehen. Dieses halbe Jahrhundert wird im Rahmen der 31. Internationalen Theaterhaus Jazztage Ostern 2018 gefeiert. Außerdem wird der Saxophonist Bernd Konrad im Rahmen der Jazztage mit dem Landesjazzpreis für sein Lebenswerk geehrt.

 

30. Internationale Theaterhaus Jazztage Stuttgart

Das Programm der 30. Internationalen Theaterhaus Jazztage vom 12.4.2017 – 18.4.2017 steht fest. 29 Ausgaben mit 5 Veranstaltungstagen, erstmals verlängert auf 7 Veranstaltungstage.

Dank der erneuten Unterstützung des Hauptsponsors Mercedes-Benz Bank und dem Theaterhaus-Förderverein ist das Theaterhaus auch 2017 in der Lage Stuttgart ein hochkarätiges und vielfältiges Festivalprogramm anzubieten.

Schon der Auftakt des Festivals am 12.4. mit THE MANHATTAN TRANSFER und einer Uraufführung, BEATS mit dem Stepptänzer Thomas Marek, Kurt Holzkämper am Bass und dem CRO-Drummer Flo König zeugt von der hohen Qualität und der großen Bandbreite, die das Festival an Ostern 2017 zu bieten hat.

Diese Vielfältigkeit zieht sich durch das komplette Festivalprogramm. Vom A-Cappella Hochgenuss mit Urszula Dudziak, Norma Winstone, Michele Hendricks und Jay Clayton gefolgt vom Piano-Trio Michael Wollny, Iiro Rantala und Leszek Mozdzer bei „Höher geht´s nicht“ am 13.4., über den ALPENJAZZ, dem Gipfeltreffen der besten alpenländischen Musiker, bis hin zu den mittlerweile schon traditionellen Geburtstagskonzerten, wird bester Hörgenuss an Ostern 2017 angeboten. Joo Kraus feiert mit einem speziell von ihm arrangierten Abend am 15.4. mit Ralf Schmid, Torsten Krill, Veit Hübner, Omar Sosa, Malia, Pee Wee Ellis und dem Kammerorchester Arcata Stuttgart seinen 50. Geburtstag. Beim zweiten Geburtstagkonzert am 16.4. sind gleich zwei Jubilare auf der Bühne. Richie Beirach feiert mit Randy Brecker und seiner Band seinen 70. Geburtstag, Thomasz Stanko im Rahmen dieses Doppelkonzertes seinen 75. Geburtstag.

© Chris Marquardt, www.chrismarquardt.com

Auf Grund des hohen Zuspruches bei den vergangenen Festivals sind auch wieder Genre-übergreifende Projekte Teil der 30. Internationalen Theaterhaus Jazztage.

Am 13. + 14.4. wird in Halle T3 eine Neuausgabe des 2016 umjubelten Jazz Poetry Slams stattfinden. Mit der DANCE/ JAZZ FUSION Vol.2 am 16. + 17.4. steht noch eine veritable Uraufführung ins Haus. Wie bereits vor zwei Jahren ist der Abend eine Symbiose aus Jazz und Tanz mit dem Ferenc und Magnus Mehl Quartett und den Tänzerinnen und Tänzern Elisa Badenes, Agnes Su, Pablo von Sternenfels und Robert Robinson. Die Choreographie besteht aus einem improvisierten Teil und einer Choreographie von Marco Goecke. Zudem wird in Halle T4 vom 14. – 17.4. die Filmwerkschau Julian Benedikt gezeigt, in der vier seiner wichtigsten Jazzdokumentationen gezeigt werden.

Das Finale am Dienstag den 18.4. übernimmt kein Geringerer als Till Brönner, der mit seiner sechs-köpfigen Band sein neues Album THE GOOD LIFE präsentiert.

PROGRAMM 2017

Mittwoch 12.4.2017

20 Uhr | T1
THE MANHATTAN TRANSFER
Kein Vocal-Ensemble weltweit ist so erfolgreich wie THE MANHATTAN TRANSFER. Zwei Dutzend Grammy Awards sind schwer zu übertreffen. Zwischen 1980 und 1990 – 10 Jahre lang – war THE MANHATTAN TRANSFER bei den Jazz Polls der führenden Musikzeitschriften Amerikas „Best Vocal Group“ in den Kategorien Jazz und Pop. 42 Jahre ist THE MANHATTAN TRANSFER im Spitzenbereich der Jazz- und Popmusik tätig und bis auf einen der Gründer noch heute in gleicher Besetzung. Ein großes Musikereignis zum Auftakt des Festivals. Janis Siegel, Cheryl Bentyne, Alan Paul, Trist Curless & Begleitband
VVK: EUR 54 bis EUR 34

20:30 Uhr | T3
BEATS - Uraufführung
Der Stepptänzer und Choreograph Thomas Marek und der Bassist und Komponist Kurt Holzkämper haben sich für ihre Premiere noch einen besonderen Gast dazu geholt: den CRO-Drummer Flo König. In dieser neuen Performance sind elektronisch erzeugte Beats, geloopte Sequenzen am Bass, verfremdete Tap-Sounds und gesampelte Kollagen aus der House- und Technomusik Grund eines Geflechts aus Grooves und Improvisationen.
mit Thomas Marek (tapdance) Kurt Holzkämper (b) und dem CRO-Drummer Flo König (dr)
VVK: EUR 26

Donnerstag 13.4.2017

20 Uhr | T1
„Höher geht‘s nicht“
VOCAL SUMMIT
mit Urszula Dudziak, Norma Winstone, Michele Hendricks, Jay Clayton
Vier der weltbesten Jazzsängerinnen feiern nach 15 Jahren eine Reunion. A-Cappella-Gesang in Perfektion.

PIANO SUMMIT
mit Michael Wollny, Iiro Rantala, Leszek Mozdzer (pianos & Fender Rhodes)
Die drei Pianisten Wollny, Rantala und Mozdzer beweisen solo, in Duos und im Trio, dass der Jazz verrostete Schubladen, die zwischen E- und U-Musik trennen, sprengen kann. Sie führen vor, dass Klassik und Jazz alles anderer als Gegensätze sind. Das ZDF urteilte über das erste und bisher einzige Konzert der drei Pianisten in der Berliner Philharmonie: “Das war großartig, um nicht zu sagen: Weltklasse!”
VVK: EUR 48 bis EZR 36

20:30 Uhr | T2
DIETER ILG QUINTET PLAYS JOHN COLTRANE
Dieter Ilg zählt mittlerweile zu den renommiertesten Jazzmusikern Deutschlands. Speziell international wird das Bass-Spiel von Dieter Ilg hoch eingeschätzt, deshalb wird er immer wieder von den amerikanischen Jazzstars als Mitspieler gebucht. Seine eigenen Formationen in Deutschland sind immer hochkarätig besetzt. Seine musikalische Kompetenz zeigt die Besetzung dieses Quartetts. Neben seinen langjährigen Begleitern Rainer Böhm und Patrice Héral sind mit dem Saxophonisten Christof Lauer und dem polnischen Geigenvirtuosen Adam Baldych zwei starke Musikerpersönlichkeiten in seiner Band. Dieter Ilg sagt: „Es waren Vinylscheiben von John Coltrane wie das legendäre Album „Giant Steps“, die mich dahin lenkten, wo ich mich heute künstlerisch befinde.“ Nach drei Echo-Jazz-Auszeichnungen ganz oben!
mit Dieter Ilg (b) Christof Lauer (sax) Adam Baldych (vio) Rainer Böhm (p) Patrice Héral (dr)

A NOVEL OF ANOMALY
Ein Finne, ein Italiener und zwei Schweizer bieten gute Laune, Spielfreude und feinsten Hörgenuss. Zwischen Jazz, Welt-Musik und Avantgarde verwandeln sich die vier Musiker zu Poeten und einmalige Klangteppiche und ausdrucksstarke Soli fliegen zwischen den Musikwelten hin und her.
Andreas Schaerer (voc) Luciano Biondini (acc) Kalle Kalima (git) Lucas Niggli (dr)
VVK: EUR 29

21 Uhr | T3
JAZZ POETRY SLAM
Nach dem großen Erfolg bei den Jazztagen 2016 trifft an zwei Abenden erneut die leben Form der Literatur auf eine der freiesten Formen der Musik: Poetry Slam meets Jazz! Eine Auswahl der profiliertesten und erfolg Poetry Slammer der Republik performt ihre Texte, dazu improvisiert ein Quartett
mit Eberhard Budziat (tb), Magnus Mehl (sax), Sebastian Schuster (b), Hans Fickelscher (dr). Wortkünstler treffen Klangkünstler!
VVK: EUR 20 | erm.: EUR 15


Freitag 14.4.2017

19 Uhr | T1
ALPENJAZZ
Ein Gipfeltreffen der besten alpenländischen Musiker, mit Andreas Schaerer (voc) Christian Zehnder (voc, Wippakkordeon) Andreas Martin Hofmeir (tuba) Peter Rom (git) Martin Eberle (tp) Matthias Loibner (Drehleier) Christof Dienz (Zither) Gregor Hilbe (perc., cello, electronics)
VVK: EUR 42 bis EUR 32

20 Uhr | T2
WOLLNY/HAFFNER DUO
mit Michael Wollny (p) Wolfgang Haffner (dr)

MOBILE
Nik Bärtsch (p), Sha (cl) Kaspar Rast: (dr) Nicolas Stocker (perc)

EXTENDED
Etienne Abelin (vio)Ola Sendeck: (vio) David Schnee (viola); Solme Hong (cello) Ambrosius Huber (cello) Adrian Rigopulos: (db)
VVK: EUR 30

21 Uhr | T3
JAZZ POETRY SLAM
VVK: EUR 20 | erm.: EUR 15

21:30 Uhr | T4
FILMREIHE JULIAN BENEDIKT | Dokumentation
„Chico Hamilton –Dancing to a different drummer“ (1993) Regie: Julian Benedikt
VVK: EUR 6


Samstag 15.4.2017

20:00 Uhr | T1
JOO KRAUS 50
mit Joo Kraus (tp) Ralf Schmid (p) Torsten Krill (dr) Veit Hübner (b) Omar Sosa (p) Malia (voc) Pee Wee Ellis (sax) und Kammerorchester Arcata Stuttgart
VVK: EUR 40 bis EUR 30

20:30 Uhr | T3
BRITJAZZ NIGHT
mit SOWETO KINCH TRIO
Soweto Kinch (sax, Voc), David Hodek (dr), Alexander Davis (b)
Die englische Fachpresse schreibt von einer Kombination aus Rap, Spoken Word, Elektronik und rohem High-Energy Jazz. Die drei wären Jazzastronauten. und Neil Cowley (p) Rex Horan (b) Clive Deamer (dr) Dom Monks (keys, FX) Neil Cowley Trio Im Jahr 2006 mischte das Trio mit seiner Debüt- CD „Displaced“ die Szene auf, indem es das klassische Konzept des Klaviertrios auf den Kopf stellte. Seine dynamischen Konzerte machten es schnell zu einer der spannendsten Bands Großbritanniens. Zwischenzeitlich wird Cowley international als schillernder Komponist von pulsierender und cineastischer Musik gefeiert. Eine hochinteressante Entdeckung steht ins Haus.
VVK: EUR 29

21:00h | T4
FILMREIHE JULIAN BENEDIKT
„Jazz Seen – The life and times of photographer
William Claxton“ (1999) Regie: Julian Benedikt
VVK: EUR 6


Sonntag 16.4.2017

19 Uhr | T1
„Birthday Concerts“
RICHIE BEIRACH 70 FEAT. RANDY BRECKER
mit Richie Beirach (p) Randy Brecker (tp) Gregor Hübner (vio) Veit Hübner (b) Michael Kersting (dr)

TOMASZ STANKO 75
mit Tomasz Stanko (tp) Lukasz Ojdana (p) Ma Garbowski (b) Krzysztof Gradziuk (dr)
VVK: EUR 40 bis EUR 30

19:30 Uhr | T3
REBECCA TRESCHER ENSEMBLE 11

Die Nürnberger Klarinettistin und Komponistin ist eine der außergewöhnlichsten Musikerinnen der jungen deutschen Jazzszene. Die Besetzung ihres Ensembles 11 kann man durchaus waghalsig nennen, folgt sie doch in keiner Weise dem herkömmlichen Schema von Big Bands: Die Harfe neben dem Saxophon, das Cello neben dem Vibraphon, die Flöte neben dem Kontrabass. Unkonventionell werden neue Klangkombinationen er trotzdem pulsiert im Hintergrund ein treibender Groove.
Rebecca Trescher (cl) Maja Taube (harp) Agnes Lepp (voc) Florian Bischof (cello) Andreas Feith (p) Konstantin Herleinsberger (sax) Markus Harm (sax) Max Leiß (b) Julian Fau (dr) Volker Heuken (vb) Hironaru Saito (fl)

MONIKA ROSCHER BIG BAND
Das Münchner Artrockpopelektrokollektiv in Big Band gestaltet ist ein musikalischer Kosmos von 17 Musikern, aufgeführt von der jungen Bandleaderin, Gitarristin und Komponistin Monika Roscher. Musikalische Entdeckungsreisen zwischen Jazz, Rock und Polyrhythmen waren noch nie so einladend das Tanzbein zu schwingen. 2014 wurde die Band mit dem Echo-Jazz-Award „Newcomer des Jahres National“, einem Musikstipendium der Stadt München und dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. mit Monika Roscher (git) Julian Schunter (sax) Jan Kiesewetter (sax) Jasmin Gundermann (sax) Michael Schreiber (sax) Heiko Giering (cl, sax) Johannes Schneider (tp) Andreas Unterreiner (tp) Matthias Lindermayr (tp) Julian Hesse (tp) Lukas Bamesreiter (tb) Ralf Bauer (tb) Christine Harris (tb) Jakob Grimm (tb) Josef Ressle (p) Ferdinand Roscher (b) Silvan Strauß (dr) Leonhard Kuhn & Matthias Leichtle (sounds & mix)
VVK: EUR 26

20 Uhr | T2
DANCE/JAZZ FUSION Vol. 2
mit dem Ferenc und Magnus Mehl Quartett
und den Tänzern Elisa Badenes, Agnes Su, Pablo von Sternenfels und Robert Robinson
Choreographie: Marco Goecke und freie Improvisation
VVK: EUR 29

21 Uhr | T4
FILMREIHE JULIAN BENEDIKT
„Play Your Own Thing – Eine Geschichte des europäischen Jazz“ (2006) Regie: Julian Benedikt
VVK: 6

Montag 17.4.2017

19 Uhr | T1
„The Dutch evening“
ACK PLAYS AND TELLS – HIS FAVOURITE MUSIC WITH FRIENDS
mit Ack van Rooyen (tp) Paul Heller (sax) Frans van Geest (b) Hubert Nuss (keyb) Bruno Castellucci (dr) Nippy Noya (per)

JASPER VAN’T HOF QUARTET FEAT. ANGELIQUE KIDJO
mit Jasper van’t Hof (p, keyb) Angelique Kidjo (voc) Tony Lakatos (sax) Stefan Lievestro (b) Dra Diarra (dr, perc, voc)
Jasper van’t Hof feiert 2017 seinen 70. Geburtstag und sein 50 jähriges Bühnenjubiläum.
VVK: EUR 40 bis EUR 30

19:30 Uhr | T3
REMSTALSINFONIE VON EBERHARD BUDZIAT
(MUSIK) UND VINCENT KLINK (TEXTE)
mit dem Eberhard Budziat Big Band Projekt
VVK: EUR 26

19:30 Uhr | T4
FILMREIHE JULIAN BENEDIKT
„Eberhard Weber – Rebell am Bass“ (2016)
Regie: Julian Benedikt
anschließend Gespräch
mit Julian Benedikt und Eberhard Weber
VVK: EUR 6

20 Uhr | T2
DANCE/JAZZ FUSION Vol. 2
mit dem Ferenc und Magnus Mehl Quartett und den Tänzern Elisa Badenes, Agnes Su, Pablo von Sternenfels und Robert Robinson
Choreographie: Marco Goecke und freie Improvisatiom
VVK: EUR 29

Dienstag 18.4.2017

20 Uhr | T1
TILL BRÖNNER – The Good Life
Till Brönner ist in der Musikwelt einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Jazz-Musiker. Der Abend wird von Brönners sechsköpfiger Band begleitet. Ein grandioser Abschluss des Festivals kann erwartet werden.
VVK: K1: EUR 56 | K2: EUR 50