James Turrell, „Ganzfeld APANI“ (Venice Biennial 2011), 2011, Installation, LED, 16 x 12 x 6 m, Foto: Florian Holzherr Courtesy Häusler Contemporary München | Zürich

BADEN-BADEN

JAMES TURRELL
9.6. – 28.10.2018

James Turrell (*1943, Los Angeles) zählt zu den wichtigsten Künstlern unserer Zeit. Seit mehr als fünfzig Jahren widmet er sein gesamtes Schaffen der Auseinandersetzung mit der (Im-) Materialität und Wahrnehmung von Licht. Wie keinem anderen gelingt es ihm, Licht als künstlerisches Medium sinnlich und geistig erlebbar zu machen.

Turrell flutet begehbare Räume mit Licht, das sich in sanfte Farbenmeere ergießt oder in intensiv glühenden, manchmal diffus sphärischen Lichtnebeln seine Materialisierung findet. In den großformatigen, atmosphärischen Installationen wird der Besucher so in Grenzbereiche der Wahrnehmung geführt. Die Möglichkeit, sich anhand eines Gegenstands oder räumlicher Grenzen visuell zu verorten, hebelt der Künstler aus, was ein Gefühl der Unendlichkeit vermittelt. Turrell betont stets, dass seine Kunst am besten als „Perceptual Art“, also als „Kunst der Wahrnehmung“ zu bezeichnen sei.

Die umfangreiche Ausstellung im Museum Frieder Burda vereint bedeutende Schlüsselwerke aus verschiedenen Schaffensphasen von James Turrell. Mit einem „Projection Piece“ zum Beispiel wird exklusiv eine seiner wegweisenden frühen Projektionen präsentiert, bei denen geometrische Lichtkörper im Raum zu schweben scheinen. Ein Werk von 2016 aus der wichtigen Reihe der „Wedgeworks“ zeigt, wie der Künstler mittels Licht illusionistische Raumsituationen gestaltet. Das „Ganzfeld“-Werk „Apani“, das bereits auf der Biennale von Venedig 2011 für viel Aufmerksamkeit sorgte, ermöglicht es den Besuchern zu erleben, wie sich jegliche räumliche Kontur vermeintlich ganz in Licht und Farbe auflöst. Auch wird James Turrells Langzeitprojekt „Roden Crater“ vorgestellt: Ein erloschener Vulkan in der Wüste Arizonas, den der Künstler seit den 1970er-Jahren fortlaufend zu einer Art Himmelsobservatorium umbaut.

Die Ausstellung im Museum Frieder Burda gewährt einen eindrücklichen Einblick in das Schaffen von James Turrell, der wie kaum ein anderer Künstler die Menschen weltweit bewegt, und zeigt Arbeiten, die der Künstler speziell für das Museum entwickelt hat.

James Turrell, „Wedgework“, 2016 Installation, Fluorescent light, LED, 3.8 x 8 x 15 m Foto: Florian Holzherr; Courtesy Häusler Contemporary München | Zürich