Andreas Behrendt © Michael Schrodt

ANDREAS BEHRENDT, Lehnin, Instrumentalist, Komponist und Kirchenmusiker, Kulturmanager

#coronawiegehts

Die Situation für die Kultur empfinde ich gespenstig und beängstigend. In meinem direkten und kollegialen Umfeld sehe und nehme ich viele Fragen und Sorgen auf. Viele Möglichkeiten, wenig realer Raum. Brauchen wir beschönigende Lippenbekenntnisse politisch Verantwortlicher? Sprechen wir zweierlei Sprachen? Bedrohliche Verzögerungen, siehe 70% November! Wahrnehmung von Polarisierungen ANOLOG gegen DIGITAL, bleibt da etwas liegen? WO bleiben Gefühle, Empathie? Haben sie einen öffentlichen Raum? Sind sie hinderlich, nicht zeitgemäß, nicht gewünscht? Haben sie sich unterm MS Schutz versteckt? Der Mensch ist analog? Ist das so?

#coronawaskommt

Ich sehe noch mehr Polarisierungen kommen. Dem möchte ich entgegenwirken. Unbedingte Menschlichkeit im Blick behalten und mehr Respekt füreinander entwickeln. 
Projekte der Besinnung, wacher Wahrnehmung, Runterbrechen auf Wesentliches, auf Elementares.
Nach dem ersten Lock down habe ich in meinem Bereich einen Hunger nach analoger Musik, Klang in realen Räumen erlebt. „Lebendig und analog“ – die Prägung sitzt tief. Ich hoffe, dass der Hunger bleibt, vielleicht noch wächst: Hunger auf freie Kunst und Kultur – eine gesellschaftliche DNA. 
Bekanntlich geht aber alles auch „besser“ und auch ohne, China macht‘s vor.

#coronawasbrauchts

Essenziell ist gesellschaftlicher Respekt gegenüber Kulturschaffenden. Keine Polarisierungen, mehr Deeskalation! Was ist „Systemrelevant? Keine Spaltung in wichtig und überflüssig! Besinnung, Überbrückung, Neuausrichtung – Nicht nur individuelle Gemütlichkeit, gegenseitig wahrnehmen und unterstützen. Individuelle und politische Konzepte zur Überbrückung. Leicht gesagt! Kein „Berufsverbot“ für Kulturschaffende

Andreas Behrendt und Kalle Kalima, Kloster Salem © Michael Schrodt
Berliner Madrigalkreis, Foto © Anna-Maria Kehl
Andreas Behrendt © Michael Schrodt