© Armin Ziesemer

ARMIN ZIESEMER, Schaffhausen (CH) und Salzburg (A), Zertifizierter Erzähler, Betriebsökonom

#coronawiegehts

Zwischen Organisationsentwicklung und Kleinkunst sehe ich, wie der psychosoziale Druck in der Arbeitswelt zunimmt. In der Kleinkunst erfahre ich beim Erzählen von Volksmärchen, wie der Wunsch nach Kultur, Leichtigkeit und Glückseligkeit wächst. Besonders während Krisen ist kulturelles Schaffen Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen. 

Ich erkenne, dass in einer postindustriellen Wirtschaft die Bedeutung der Kultur – als Teil der Kreativwirtschaft und Wertschöpfungsfaktor – in dieser Krisenzeit unterschätzt wird und ihr Nutzen auch in organisationalen Entwicklungsprozessen hoch Nutzen stiftend wirken kann. Diese Erkenntnis schafft Potenzial und Perspektive. Es geht mir gut.

#coronawaskommt

Eben erfahre ich die Renaissance der «Stubete». Sie ist ein alter Brauch, bei dem die Familien und die Nachbarn früher zusammenkamen, um sich in der gemütlichen «Stube» Geschichten zu erzählen. Die Menschen beginnen da und dort näher zusammenzurücken. Die Entwicklung einer echten Solidarität hin zu ko-kreativem Gestalten mit dem, was gerade zu Verfügung steht ist eine Herausforderung. New Work-Ansätze bringen viel Digitalisierung, vernachlässigen jedoch oft den Beziehungsaspekt. Kultur, so hoffe ich, vermag im lokalen, kleinen Raum Begegnungen zu schaffen, die diesen nachhaltig verändern. Ich trage dazu bei, Brücken zwischen Wirtschaft und Kultur zu bauen.

 

#coronawasbrauchts

Kultur lebt im Einzelnen, in kleinen Versammlungen und in Grossveranstaltungen. Gerade diese haben es in dieser Zeit schwer. Die Neuausrichtung der Kunst hin zu familiären und digitalisierten Kulturformaten benötigt viel Fantasie, Mut und Experimentierfreude, die Wirtschaftlichkeit zu erhalten. Als Erzähler begleite ich Gastronomen im Finden von neuen Formaten und als Organisationsentwickler erlebe ich gute, dialogische Suchprozesse. Es entsteht viel Neues. Gemeinsames Wagen unterstützt diesen Weg.

Armin ZIesemer © Zelda Mäder, #tanneschaffhausen