Jean-Auguste-Dominique Ingres und Werkstatt, Odalisque in Grisaille, um 1824-1834, Öl auf Leinwand, 83,2 × 109,2 cm The Metropolitan Museum of Art, Catharine Lorillard Wolfe Collection, Wolfe Fund, 1938 (38.65), Foto: © bpk – The Metropolitan Museum of Ar

DÜSSELDORF

Black & White
Von Dürer bis Eliasson
22.3. – 15.7.2018

Grau sei „die ideale Farbe“ – so Gerhard Richter. Seit Jahrhunderten sind Künstler von einer Welt ohne Farbe angezogen. Durch die Konzentration auf Schwarz und Weiß in ihren künstlerischen Darstellungen fordern sie den Betrachter auf, tradierte Wahrnehmungsmuster zu überdenken. Anhand von etwa 80 Arbeiten aus einem Zeitraum von 700 Jahren – Gemälde, Glasmalerei, Fotografie, Grafik und Installationen – präsentiert die Schau einen umfassenden Überblick zur Schwarz-Weiß-Kunst. Ausgehend von mittelalterlicher Grisaille-Malerei bis zu den begehbaren Installationen „Room for one colour“ von Ólafur Elíasson und „Collector’s House“ von Hans Op de Beeck widmet sich die Ausstellung der visuellen Kraft einer reduzierten Farbpalette.

Zu den Highlights der Ausstellung zählt die Schwarz-Weiß-Version des berühmten Frauenaktes „Die große Odaliske“ von Ingres sowie das einzige bekannte Grisaille-Gemälde von Degas, „Ballettprobe auf der Bühne“. Das Spektrum der hochkarätigen Leihgaben reicht von Mantegna, Tizian, Rubens, über Picasso, Pollock, Riley und Richter zu Zero-Künstlern wie Mack und Uecker.

Das monochrome Malen ermöglicht es Künstlern, sich auf die wesentlichen Aspekte von Hell und Dunkel – die Ur-Elemente visueller Wahrnehmung – zu konzentrieren. Bereits die alten Griechen kannten den Begriff Skiagraphia (Schatten- malerei) für das Malen von Licht und Schatten. In Frankreich wurde einige Jahrhunderte später der Begriffe Grisaille geprägt, eine aus Grautönen bestehende Malerei.

Olafur Eliasson, Room for one Colour, 1997, Room for one colour, Installa- tionsansicht aus dem Moderna Museet, Stockholm 2015, Courtesy of the artist; Tanya Bonakdar Gallery, New York; neugerriemschneider, Berlin, Foto: Moderna Museet, Stockholm , © Olaf

Für viele Künstler ist es eine reizvolle Herausforderung, auch ohne den Einsatz von Farbe ein hohes Maß an Wahrhaftigkeit zu erreichen. Oft wird der Farbverzicht eingesetzt, um sich ganz auf das Sujet des Bildes zu konzentrieren. Im Mittelalter hingegen forderte die Strenge der kirchlichen Liturgie eine Einschränkung der Palette. Neue Herausforderungen boten im späten 15. Jahrhundert die Erfindung der Druckgrafik und im 19. Jahrhundert die
Erfindung der Fotografie und des Films.

Die Ausstellung stellt die spannungsvolle Geschichte einer Welt ohne Farbe vor, die viele Künstler in ihren Bann zog, aber bislang kaum erzählt wurde. Der Weg führt dabei vom Mittelalter bis hin zur zeitgenössischen Kunst - und immer auch zurück zum Ursprung der Frage, warum die Malerei in der westlichen Kultur eine so große Rolle spielt.

Die Ausstellung wurde organisiert von der National Gallery, London, in Zusammenarbeit mit dem Museum Kunstpalast, Düsseldorf.

Förderer: E.ON, HSBC Trinkaus & Burkhardt, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und das Flämische Ministerium für Kultur, Jugend, Sport und Medizin.