Robert Gniewek (*1951), Scotten Inn, 2014, Öl auf Leinen, 66,04 x 86,36 cm © Robert Gniewek, Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York

Emden - Assen (NL)

„THE AMERICAN DREAM“ AN DER NORDSEEKÜSTE
Doppelausstellung zum Amerikanischen Realismus
von 1945 bis heute
in der Kunsthalle Emden (D) und im Drents Museum (NL)
19.11.2017 – 27.5.2018 

Ausstellungsicon_Emden
Robert Bechtle (*1932), Potrero Golf Legacy, 2012, Öl auf Leinen. © Robert Bechtle, Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York

Zusammenarbeit mit großen amerikanischen Museen

„The American Dream“ ist die erste große Übersichtsausstellung zum amerikanischen Realismus in Europa überhaupt. Das Drents Museum konzentriert sich auf die Kunst von 1945 bis 1965, während die Kunsthalle Emden ihren Fokus auf die Zeit von 1965 bis zur Gegenwart richtet. Die beiden Häuser arbeiten dabei mit großen US-amerikanischen Museen und Privatsammlungen zusammen, die über bedeutende Bestände auf diesem Gebiet verfügen.

Die Kunst des Realismus stand beim Publikum seit jeher sehr hoch im Kurs. Jetzt rückt sie auch in den Museen wieder stärker in den Vordergrund, in denen die seit der Nachkriegszeit eher die abstrakte und später die konzeptionelle Kunst Beachtung gefunden hatten. Nach dem 2. Weltkrieg symbolisiert die Abstraktion der ‚New York School‘ und nachfolgenden Künstlergenerationen den Wiederneuanfang und eine scheinbare Entideologisierung der Kunst in den USA. Dieser von ein ussreichen Kunstkritikern geförderten Abstraktion steht der amerikanische Realismus gegenüber, der sich parallel hierzu weiter entwickelt. Die Strömungen und Künstlerpositionen des amerikanischen Realismus spielen eine vom Kunstbetrieb lange nur teilweise gewürdigte und dennoch bedeutende Rolle in der Entwicklung der amerikanischen Kunst. Sie zeigen oftmals die realen Lebensbedingungen der Amerikaner, vertreten gesellschafts- kritische Positionen und legen den Fokus verstärkt auf die menschliche Figur und die menschliche Existenz in den USA. Die aktuelle Diskussion um die politischgesellschaftlichen Entwicklungen in den USA und den ‚American way of Life‘ gibt dieser künstlerischen Betrachtung zusätzliches Gewicht. 

Stephen Shore, U.S. 97, South of Klamath Falls, Oregon, July 21, 1973, 1973, chromogenic colour print, 50,8 x 61 cm © Courtesy of the artist and 303 Gallery, New York

Prolog und Ausblick auf Assen

Die Kunsthalle zeigt etwa 140 Gemälde, Skulpturen und Fotoarbeiten von amerikanischen Künstlern aus der Zeit von 1965 bis heute. Darüberhinaus wird eine Auswahl von Werken aus der Zeitspanne des ersten Ausstellungsteils im Drents Museum präsentiert . Mit diesen älteren Werken unter anderem von Edward Hopper, Raphael Soyer, Andrew Wyeth und Larry Rivers, gibt die Kunsthalle Emden einen Vorgeschmack auf die Schau in Assen.

Künstlerliste Emden 

Diane Arbus, Charles Atlas, Robert Bechtle, Charles Bell, Robert Birmelin, Tom Blackwell, Anthony Brunelli, Kathe Burkhart, Chuck Close, Davis Cone, Rackstraw Downes, Don Eddy, Nicole Eisenman, Richard Estes, Max Ferguson, Eric Fischl, Audrey Flack, Lee Friedlander, Robert Gniewek, Ralph Goings, Daniel Greene, Karl Haendel, Duane Hanson, Barkley Hendricks, Edward Hopper, Peter Hujar, Don Jacot, Yvonne Jacquette, Alex Katz, Ken Keeley, Kurt Knobelsdorf, John Koch, Robert Longo, Tony Matelli, Richard McLean, Edward Melcarth, Catherine Murphy, Alice Neel, Jud Nelson, Gordon Parks, Fairfield Porter, Richard Prince, Bill Rauhauser, Larry Rivers, Stone Roberts, Terry Rodgers, Aaron Romine, Martha Rosler, Judith Joy Ross, Ephraim Rubenstein, Megan Rye, Peter Saul, Dee Shapiro, Cindy Sherman, Stephen Shore, Lorna Simpson, John French Sloan, Moses Soyer, Raphael Soyer, Andy Warhol, Idelle Weber, Neil Welliver, Kehinde Wiley, Garry Winogrand, Andrew Wyeth, Jamie Wyeth

Edward Hopper (1882-1967), Morning Sun, 1952, olieverf op doek, 71,44 x 101,93 cm, Columbus Museum of Art, Ohio: Museum Purchase, Howald Fund.

Kooperation Drents Museum Assen und Kunsthalle Emden

Im Herbst 2017 präsentieren das Drents Museum in Assen (Niederlande) und die Kunsthalle Emden (Deutschland) gemeinsam eine umfangreiche internationale Ausstellung mit dem Titel „The American Dream“ als zweiteilige Schau, die an beiden Orten parallel läuft. Die Doppelausstellung in Assen und Emden ist ein Überblick über den amerikanischen Realismus von 1945 bis heute, darunter Werke von Edward Hopper, Andy Warhol, Alice Neel, Richard Diebenkorn, Martha Rosler, Alex Katz und Chuck Close.

„The American Dream“ ist die erste große Übersichtsausstellung zum amerikanischen Realismus in Europa. Das Drents Museum konzentriert sich auf die Kunst von 1945 bis 1965, während die Kunsthalle Emden ihren Fokus auf die Zeit von 1965 bis zur Gegenwart richtet. Erst kürzlich waren die Kuratoren beider Häuser gemeinsam in die USA gereist, um Gespräche mit Museen und Sammlungen zu führen, die über bedeutende Bestände auf diesem Gebiet verfügen. Dr. Katharina Henkel, komiss. wissenschaftliche Direktorin der Kunsthalle, berichtete nach der Rückkehr aus New York von einer sehr positiven Resonanz auf das Projekt. Geplant ist die Doppelschau für den Zeitraum 11. November 2017 bis 27. Mai 2018.

Das Drents Museum begann im Jahr 2009 mit seiner Ausstellungsreihe zum Thema „Internationaler Realismus“. Nach dem „Realismus in Leipzig“ (2009), dem „Sowjetischen Mythos“ (2012) und „Kim Utopia“ (2015) wendet das Haus mit dem „American Dream“ seinen Blick nun auf die Kunst des Westens. Nach dem Zweiten Weltkrieg war in den USA neben der abstrakten Kunst auch eine neue Form des Realismus entstanden: ein kühler realistischer Blick auf den Alltag und den “The American way of life“. Für das Projekt „The American Dream“ hat das Drents Museum die Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Emden gesucht, das im Jahr 2010 mit der großen Ausstellung „Das Abenteuer der Wirklichkeit“ mit großem Erfolg ein wichtiges Projekt zum Thema Realismus realisiert hatte.

„The American Dream“ schlägt nun eine Brücke zwischen den beiden Häusern, die grenznah und nur rund eine gute Stunde Fahrtzeit voneinander entfernt liegen. Die innovative Ausstellungskooperation bietet vielfältige Anknüpfungspunkte auch in den Bereichen des grenzüberschreitenden Marketings, im Tourismus und für die Finanzierung. Diese Ansätze sollen in der Zukunft auch weiter ausgebaut werden.

Das Foto zeigt die Kuratoren beider Museen bei einem Termin in New York, von links nach rechts: Antje Mählmann (Volontärin, Emden), Peter Trippi (Projektmitarbeiter, USA), William Louis-Dreyfus (Sammler), Dr. Katharina Henkel (kommiss. wissenschaftliche Direktorin, Emden), Harry Tupan (Deputy Director, Assen), Annemiek Rens (Kuratorin, Assen).

Alex Katz (1927), Self Portrait, 1960, oil on canvas, 76,84 x 66,04 cm, collection of AXA US

Die Städte

Das Drents Museum in Assen, Hauptstadt der niederländischen Provinz Drenthe, ist ca. 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und bequem mit dem Auto zu erreichen. Es liegt etwa fünf Gehminuten vom Bahnhof und ZOB Assen entfernt. Auch die Kunsthalle Emden ist nur wenige Schritte vom Emder Hauptbahnhof und ZOB entfernt und hat direkten Autobahnanschluss. Sie bietet Autofahrern 4 Stunden kostenloses Parken im nahegelegenen Parkhaus, Bootseignern aber sogar einen Liegeplatz an der Schiffsanlegestelle direkt vor dem Haupteingang – wohl einzigartig in der europäischen Museumswelt.

Die Region beiderseits der Grenze: Weite, Meer, Natur und viel Geschichte

„The American Dream“ schlägt eine Brücke zwischen zwei unterschiedlichen wie attraktiven Museen, die grenznah und nur rund eine Stunde entspannte Fahrt über nahezu leere Autobahnen und Straßen voneinander entfernt liegen. Die Ausstellungskooperation bietet Gelegenheit, beiderseits der grünen Grenze eine einzigartige weite Landschaft, charmante Städtchen und eine unvermutet bewegte Geschichte zu entdecken.

Ostfriesland

„Frisia non cantat”? Von wegen! Auch wenn Ostfriesen sich selbst vielleicht nicht selbst als Schöngeister bezeichnen würden, lieben und pflegen sie das Kulturangebot im weiten Land hinter dem Deich und das zumeist auf ganz eigene Art und Weise. Gesungen wird sehr wohl,  auf plattdeutsch, als Shanty und natürlich ganz klassisch. Dann gerne in Form von Konzerten in alten Kirchen oder imposanten Scheunen. Dreh und Angelpunkt der Kulturszene Ostfrieslands ist die Kunsthalle Emden. Für die Gemeinschaftsausstellung „The American Dream“ des Drents Museum Assen und der Kunsthalle Emden ergänzen drei Ausflugstipps den Ausstellungsbesuch:

Tipp 1: Seehafenstadt Emden
Perspektivwechsel! Nach dem Ausstellungsbesuch geht es auf´s Wasser, genauer auf die Grachten Emdens. Ob per Ausflugsschiff, per Paddel- oder Tretboot, der Blick vom Wasser auf die Stadt ist ein ganz besonderer. Außerdem lohnenswert ist ein Shoppingbummel durch die Fußgängerzone. Geheimtipp: In der wunderschönen Johannes A Lasco Bibliothek, einst die „Moder Kerk“ der reformierten Flüchtlinge aus den Niederlanden, befinden sich Werke aus dem Bestand von Erasmus von Rotterdam. Zur Weihnachtszeit unbedingt einen Besuch des Weihnachtsmarktes und im Mai die Matjestage mit einplanen.

Tipp 2: Norden/Norddeich
Geheimnisvoll bis mystisch: nach der Ausstellung das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer erleben! In Norden-Norddeich trifft frische Nordseeluft auf Ostfriesenkrimis. Hier lässt sich Bestseller-Autor Klaus-Peter Wolf inspirieren und Besucher können an den Orten des Geschehens seinen Protagonisten nachspüren. Im Angebot sind sogar Bustouren und Stadtführungen zu den schaurig-schönen Tatorten und eine digitale Rätseltour.  Mit der Verkostung der Spezialitäten „Ubbo-Heide-Seehund“ oder der Praline „Der Deichgraf“ kann man auch kulinarisch in die Ostfriesenkrimis eintauchen.

Tipp 3: Greetsiel
Maritim und urig! Nach der Ausstellung geht´s in die Puppenstube Ostfrieslands. Anziehungspunkt ist der über 600 Jahre alten Fischerhafen mit seiner beeindruckenden Krabbenkutterflotte. Drumherum stehen historische Giebelhäuser aus dem 17. Jahrhundert und nicht zu vergessen die berühmten Greetsieler Zwillingsmühlen. Ein Ausflug nach Greetsiel heißt, sich durch die malerischen kleinen Gassen treiben zu lassen und in hübschen in den kleinen Läden stöbern - und unbedingt eine original ostfriesische  Teezeremonie in einer Teestube erleben.

Extratipp für April und Mai: Erleben Sie in einen Farbenrausch im Ammerland, der größten Baumschulregion Europas, die sich während der Rhododendronblüte in ein Meer aus Farben verwandelt. Für mehr touristische Tipps stöbern Sie auf www.ostfriesland.de.

Website für BesucherinformationAb September geht  die gemeinsame Website www.visittheamericandream.com online, die mehrsprachig Auskunft über die beiden Ausstellungen, das Begleitprogramm und touristische Tipps gibt. Dort können Besucher auch Online-Tickets für beide Häuser buchen und sich über Führungen und Gruppen-Angebote informieren.