Christina S. Zhu, Ochako und Tsuyu, Serie: BNHA (Boku no hero academia), 2017, © Christina S. Zhu

REMAGEN

Im Japan eber
Von Monet bis Manga
26.8.2018 – 20.1.2019

Die große Doppelausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt den besonderen Einfluss der japanischen Kultur auf die westliche Kunst von den Impressionisten bis in unsere Gegenwart. Anlass zu diesem Vorhaben ist das 150-jährige Jubiläum der Meiji-Restauration (1868–1912). Nach 200 Jahren der Isolation öffnete Japan sich dem Westen. Der Kontakt mit bislang unbekannten japanischen Kunstgegenständen löste eine ästhetische Revolution in der westlichen Welt und Malerei aus und ebnete den Weg in die Moderne.

Ausgehend von der Sammlung japanischer Farb-Holzschnitte des impressionistischen Malers Claude Monet, die erstmals in einem größeren Umfang außerhalb von Frankreich gezeigt wird, untersucht der historische Ausstellungsteil den Einfluss Japans auf den Impressionismus seit den 1870er Jahren. Meisterwerke von Monet, Signac, Seurat, van Gogh und vielen anderen bekannten Künstlern sind Zeugen dieses kulturellen Austausches. Interieur-Darstellungen aus den Künstlerateliers von Vallotton bis Ensor belegen das »Japanfieber« mit fernöstlichen Requisiten und sinnlichen Geisha-Modellen im Kimono. Besonders nachhaltig revolutionierte die japanische Kunst die europäische Naturbetrachtung. Gewagte Naturausschnitte, hohe Horizonte, überraschende Nahsichten bestimmten seitdem die gemalten europäischen Landschaften und Stillleben.

Kitagawa Utamaro (1753-1806), Junge Frau am Spiegel, um 1796, Alte Sammlung Claude Monet, © Giverny, Fondation Claude Monet

Dieser Ausstellungsteil wird organisiert vom Musée des impressionismes, Giverny, in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck.

Dass der Japonismus keine Frage des 19. oder 20. Jahrhunderts ist, eröffnet dann der zweite Teil der Ausstellung. In den historischen Räumen des Bahnhofs Rolandseck zeigt er, wie die kulturelle Inspiration Japans Bestandteil der westlichen visuellen Alltagskultur und damit Teil der globalisierten Populärkultur wurde. Von Manga-Comics, die in der Tradition japa- nischer Holzschnitte stehen, über Anime, japanische Zeichentrickfilme, die unsere vertrauten Kindheitshelden wie Biene Maja oder Heidi darstellen, bis hin zum Cosplay, bei dem die beliebten Manga- und Animefiguren zum Leben erweckt werden. Sie verwandeln nun auch das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in eine bunte Fantasiewelt.