Friedrich Dürrenmatt, Autorenportrait à Vienna, Centre Dürrenmatt Neuchâtel (c) CDN/Confédération suisse

Friedrich Dürrenmatt – Schriftsteller und Maler
ab 24.1.2021 oder später

Entdecken Sie ab dem 24. Januar 2021 die neue Dauerausstellung des Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN), die Ihnen das Leben und bildkünstlerische sowie literarische Werk eines universellen Schweizers präsentiert. Wer war Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) ? Ein weltberühmter Literat und Dramatiker, ein leidenschaftlicher Maler und Zeichner, ein universeller Schweizer, der den Freuden des Lebens so zugetan war wie der Freiheit des Geistes.

Die neue Dauerausstellung im CDN zeigt die Vielseitigkeit des Berner Schriftstellers und Malers mit Westschweizer Wohnsitz und hebt besonders die Komplementarität seines literarischen und bildnerischen Schaffens hervor. Dabei orientiert sich die Ausstellung an der Verschiedenheit der Publikumsinteressen und bietet so für alle Besuchenden ein passendes Angebot.

Eine moderne, offene und durchdachte Aufhängung der Bildwerke und viele multimediale sowie interaktive Elemente ermöglichen ein eigenständiges Erkunden von Friedrich Dürrenmatts Werk, Zeit und Leben. Welche Erlebnisse, Ereignisse und Menschen prägten den Künstler? Wie nahm ihn die Schweiz und die Welt wahr? Was sind die Themen und Motive in seinen Werken? Und weshalb ist Dürrenmatt gerade heutzutage aktuell?

Das CDN, architektonisch aus dem ehemaligen Haus der Familie Dürrenmatt wachsend, würdigt dieses Kulturerbe im Jahr 2021 noch weiter. So werden neue Bereiche zugänglich gemacht. Etwa die eindrückliche Bibliothek und – im Rahmen von speziellen Führungen – sein Büro im später erbauten zweiten Haus der Dürrenmatts ganz in der Nähe.

Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) www.cdn.ch

Wichtige Information

Das Centre Dürrenmatt Neuchâtel ist zur Zeit Corona bedingt bis Ende Februar geschlossen. Aktuelle Informationen zur Wiedereröffnung und die aktuellen Ausstellungsdaten erfahren Sie unter

www.cdn.ch

Selbstporträt in der Rolle des Midas-Green, einer Gestalt aus "Midas oder die Schwarze Leinwand", Filzstift auf Papier, 1984. Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel © CDN, Schweizerische Eidgenossenschaft


Friedrich Dürrenmatt – Karikaturen 
18.9.2021 - 16.1.2022

Herkules hebt posierend ein Nashorn in die Höhe, das federleicht erscheint. Diese Zeichnung Friedrich Dürrenmatts spielt auf eines seiner Stücke an, in dem der griechische Held gerufen wird, ein ganzes Land zu säubern, das im Mist versinkt. Wilhelm Tell, Teufel, Päpste und Nonnen mit Engelsflügeln bevölkern die Karikaturen des Schriftstellers und Zeichners, der eine besondere Vorliebe für diese Kunstform hegte.

Dürrenmatt betrachtete die Karikatur als eine Waffe des menschlichen Geistes, die er auf Missstände und Widersinnigkeiten in Gesellschaft und Politik richtete. Eine Woche vor seinem Tod erklärte er: «Das Auseinanderklaffen von dem, wie der Menschlebt, und wie er eigentlich leben könnte, wird immer komischer. Wir sind im Zeitalter der Groteske und der Karikatur. »

Die ursprünglich für April dieses Jahres geplante Ausstellung « Friedrich Dürrenmatt – Karikaturen » findet neu vom 18. September 2021 bis zum 16. Januar 2022 statt, anlässlich des 100. Geburtstags von Friedrich Dürrenmatt. Unter dem Zeichen des Humors werden im Jubiläumsjahr die nationalen Grenzen überschritten: 

Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) www.cdn.ch

Wanderausstellung «Helvetismen – Sprachspezialitäten»
bis Ende 2021

In der Deutschschweiz nehmen wir zum Morgenessen ein Gipfeli und dazu ein Café crème. Zum Mittagessen gibt’s dann Pelati mit Zucchetti und Peperoni. In der französischen Schweiz isst man röstis, spätzlis oder knöpflis, während man im Tessin auch gerne ein wienerli oder einen landjäger isst und dazu ein panaché trinkt.

Als typisch schweizerische Eigenheiten des Deutschen, des Französischen und des Italienischen zeugen Helvetismen von der sprachlichen Vielfalt der Schweiz und der gegenseitigen Beeinflussung der Landessprachen. Dieser Reichtum zeigt sich auch in der Literatur: Gerade Friedrich Dürrenmatt verwendet in seinen literarischen Werken und in seinen Karikaturen zahlreiche Helvetismen.

Durch eine Wahl der Lieblings-Helvetismen, ein Spiel oder Videos von Spoken-Word-Performances überwindet die Ausstellung «Helvetismen – Sprachspezialitäten» den Röstigraben und fördert so das Verständnis zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften der Schweiz. Mit ihrer spielerischen Szenografie lädt die Ausstellung zum Mitmachen ein und richtet sich an ein breites Publikum im Alter von 9 bis 99 Jahren.

Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) www.cdn.ch

Simon Schmid. Schweizerische Nationalbibliothek.

Friedrich Dürrenmatt und die Welt 
15.5. - 5.9.2021

Vom 15. Mai bis 5. September 2021 spürt die Ausstellung den Reisen des Schriftstellers und Malers nach. Zwischen tiefer Verbundenheit mit der Schweiz und weltweiter Reisetätigkeit werden die Zusammenhänge in Dürrenmatts Innen- und Aussenwelt sichtbar. Mit 16 Jahren nimmt Friedrich Dürrenmatt sein Fahrrad und macht sich auf den Weg nach Deutschland. Er fährt nach München, wo er den Expressionismus entdeckt, der zu dieser Zeit als «entartete Kunst» verunglimpft wird, und besucht in Weimar Goethes Sterbezimmer. Sein Leben lang bereist der Schweizer Schriftsteller und Maler die Welt. Dürrenmatt gehört zur internationalen Theaterszene und wird auf der ganzen Welt zu den Premieren seiner Stücke oder zur Mitarbeit an neuen Projekten eingeladen. Nachdrücklich bezieht er auch bei politischen und gesellschaftlichen Fragen Stellung und setzt sich für die Menschenrechte ein. Durch seine engagierten und beruflichen Reisen entsteht das Bild des Nachkriegsintellektuellen, das Dürrenmatt verkörpert, aber gleichzeitig hinterfragt.

Das Reisen – etwa die Aufenthalte in Südfrankreich mit der Familie oder Entdeckungstouren durch Griechenland oder Peru – ist auch eine Inspirationsquelle, die sein Schaffen als Schriftsteller und Maler immer wieder prägt.

Woher kommt dieser Drang, die Welt zu bereisen, und welche Bedeutung spielt er im Leben und Werk von Friedrich Dürrenmatt? Zwischen tiefer Verbundenheit mit der Schweiz und weltweiter Reisetätigkeit werden die Zusammenhänge in der Innen- und Aussenwelt des Schriftstellers und Malers sichtbar.

Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) www.cdn.ch

Simon Schmid. Schweizerische Nationalbibliothek.

Friedrich Dürrenmatt und die Schweiz
Fiktionen und Metaphern 
24.1. - 2.5.2021

Die Schweiz, wie sie Friedrich Dürrenmatt erlebte, durchdachte und in seinen Schriften, Bildern und Reden vielgestaltig darstellte. Die Schweiz taucht im Werk von Friedrich Dürrenmatt an vielen Orten und in verschiedener Form auf. Ebenso vielfältig ist das Verhältnis des Schriftstellers und Malers zur Schweiz. Distanziert und engagiert zugleich, kritisch und mahnend, zuweilen auch verständnisvoll, aber nie: neutral. Als Berndeutscher, der in der Romandie lebte, verkörpert er auf eigene Weise eine vielseitige Schweiz – eine Schweiz in Bewegung, voller Ideen und Ressourcen, aber auch Gefangene eigener patriotischer Mythen. Nicht selten steht hier die Generation Dürrenmatts im Widerstreit mit der Generation ihrer Eltern.

Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts steht im Zeichen des Kalten Krieges und auch des Fragens nach Schuld und Verantwortung. Daneben befindet sich das Land in einem tiefgreifenden Wandel. Der Schweizer Mikrokosmos spiegelt und integriert auf eigene Weise die politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen, die Europa und die Welt prägen. Dürrenmatt erfährt diese Veränderungen zuerst in seinem täglichen Leben, bevor er sie in literarische, bildliche oder philosophische «Stoffe» umsetzt.

Die Ausstellung «Dürrenmatt und die Schweiz» lädt deshalb ein zu einer Neuentdeckung der Schweiz, wie sie Friedrich Dürrenmatt erlebte und in seinen Bildern, Texten und öffentlichen Auftritten kritisch-liebevoll verarbeitete.

Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) www.cdn.ch