joseph beuys, undatiert, foto © ute klophaus, stiftung museum schloss moyland, joseph beuys archiv jba-f 90613 / bpk

Bedburg-Hau

Joseph Beuys und die Schamanen
2.5. - 29.8.2021

Joseph Beuys thematisierte in frühen Werken immer wieder Schamanen und die Kontexte, in denen diese agieren. Zudem nahm er, etwa in Aktionen, selbst die Rolle des Schamanen an oder bediente sich schamanischer Praktiken. Eurasien als spiritueller Raum steht bei ihm für die Überwindung von Gegensätzen wie Ratio und Intuition.
Die ethnologische Darstellung vermittelt ein Grundverständnis vom historischen und zeitgenössischen Schamanismus, von schamanischen Lebenswelten, auf die Beuys sich in vielfältiger Weise bezogen hat. Ergänzend werden zeitgenössische Positionen gezeigt, unter anderem von Marcus Coates, Lili Fischer, Anatol Donkan und Igor Sacharow-Ross. Sie beleuchten beispielhaft die Relevanz des schamanischen Themenfeldes für den gegenwärtigen künstlerischen, auch auf Gesellschaft und Ökologie bezogenen Diskurs. (]kuratiert von Barbara Strieder und Ulrike Bohnet)

Museum Schloss Moyland | www.moyland.de

composing mit: porträt joseph beuys, paris, ca. 1985, fotografie und wilhelm lehmbruck, große kniende, 1911, lehmbrucknachlass, lehmbruck museum, duisburg © imago images / leemage und © akg-images / cda / guillot 

Bonn

Beuys — Lehmbruck
Denken ist Plastik
25.6. -1.11.2021

Im Jahr 1986, nur wenige Tage vor seinem Tod, erhält Joseph Beuys den Wilhelm-Lehmbruck- Preis. In seiner Dankesrede betont er die Bedeutung, die die Kunst des expressionistischen Bildhauers für ihn hatte. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys geht die Ausstellung »Beuys – Lehmbruck. Denken ist Plastik« dieser Verbindung nach und widmet sich dem Werk der beiden Künstler.Es gibt nicht viele Künstler, die in der Geschichte der Kunst einen so nachhaltigen Umbruch verursacht haben wie Joseph Beuys. Die Ausstellung versammelt eine Reihe von Schlüsselwerken des Künstlers und richtet den Blick gleichzeitig auf die wichtigsten Skulpturen Wilhelm Lehmbrucks. Dabei sucht sie jedoch nicht nach formaler oder stilistischer Nähe, sondern rückt eine zentrale Frage in den Fokus: Welches revolutionäre Potenzial birgt die Kunst in ihrem jeweiligen zeitlichen Kontext? (kuratier von Johanna Adam)

Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland |www.bundeskunsthalle.de

Jean-Michel Rolland: Affordance. Still aus Video, 5:46 Min., 2020, Marseille

Berlin

Beuys for Future
Internationale Ausstellung
26.3.2021 – 4.6.2021

Die Galerie für nachhaltige Kunst in Berlin bringt das Gestern und Heute für unsere Zukunft zusammen. Der heute für nachhaltige Kunst wichtige deutsche Künstler Joseph Beuys hätte im Mai 2021 seinen 100sten Geburtstag gehabt. Seine “Soziale Plastik” leben sie in ihrem Projekt „Group Global 3000“ weiter. Mit der dort ausgestellten Kunst, ihrer weltweiten Ausstrahlung, ihrem Miteinander und ihrer ökologischen und wirtschaftlichen Praxis wollen sie den Diskurs für eine nachhaltige Welt anregen. Für die Documenta 7 pflanzte Joseph Beuys zwischen 1982 und 1987 in Kassel insgesamt 7.000 Eichen. Sein für Hamburg in dieser Zeit geplantes ökologisches Kunstwerk „Kunst-Natur-Kultur“ kommentierte Beuys: „Die Zerstörung ist da, ist schon so weit fortgeschritten, dass sie vielen Wissenschaftlern nicht mehr reparabel erscheint.“ Heute drängt die Fridays For Future Bewegung darauf, Wissenschaftler*innen ernst zu nehmen. Sein Satz “Jeder Mensch ist ein Künstler” sehen wir als Ermächtigung der Menschen, ihre Zukunft nachhaltig zu gestalten. Die Kraft von J.Beuys kann heute helfen die globale, existenzielle Klimakrise zu lösen. Es ist seine Glaubwürdigkeit, seine grüne Seite, seine politische gesellschaftsverändernde Aktionskunst. Die Galerie rufen Künstler/innen auch nach dieser Ausstellung auf, sich seiner Perspektive anzuschließen und Werke zu schaffen, die im Sinne von Beuys die Klimakrise und die Sustainable Goals der UN aufgreifen.

Galerie für nachhaltige Kunst in Berlin www.gg3.eu

suzanne treister, technoshamanic systems / diagram / technoshamanic architectures and design, 2020, courtesy the artist, annely juda fine art, london and p.p.o.w. gallery, new york

Dortmund

technoschamanismus
9.10.2021 - 6.3.2022

Ausgehend von der Figur des Schamanen, die Joseph Beuys Zeit seines Lebens kultivierte, widmet sich die Ausstellung aktuellen »technoschamanistischen« künstlerischen Positionen. Diese verstehen Schamanismus nicht nur selbst als Technologie, sondern suchen nach schamanischen Kräften mittels des Einsatzes von (spekulativer) Technologie. Zahlreiche der von Beuys so ikonisch eingesetzten Tropen zur Heilung und Verwandlung der Gesellschaft, zur Kultivierung eines spirituellen Zugangs zur Umwelt, zur Überwindung der Macht wie der Logik des Kapitals werden von zeitgenössischen Künstler*innen eingesetzt. Auf diese Weise aktualisieren sie Beuys’ Strategien und Fragestellungen für das digitale Zeitalter. (kuratiert von Inke Arns)

Hartware MedienKunstVerein (HMKV) |www.hmkv.de

joseph beuys bei seiner rede anlässlich der verleihung des wilhelm-lehmbruck-preises der stadt duisburg, lehmbruck museum, 12. januar 1986 foto: britta lauer

Duisburg

Lehmbruck — Beuys
Alles ist Skulptur
26.6. - 17.10.2021

Ist Joseph Beuys ein Künstler? Oder ist er ein Schamane, oder ein Weltverbesserer und politischer Aktivist, der nicht nur die Kunst, sondern die Gesellschaft als Ganzes verändert hat? Eine Skulptur von Wilhelm Lehmbruck, die er als junger Mann sieht, wird zu einem Schlüsselerlebnis. Beide Künstler, Lehmbruck und Beuys, sind überzeugt, dass Kunst die Kraft hat, nicht nur die Welt zu erklären, sondern sie zum Besseren zu verändern. Unter dem Leitspruch »Alles ist Skulptur« widmet sich die Ausstellung der besonderen Beziehung zweier der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts.
»Skulptur ist das Wesen der Dinge, das Wesen der Natur, das, was ewig menschlich ist«, diese Einsicht Lehmbrucks nimmt Beuys zum Ausgangspunkt seiner Sozialen Plastik – einer Idee, mit der er die Kunst des 20. Jahrhunderts revolutionieren wird. Das plastische Gestalten – das Kunst Machen – bezieht sich von nun an nicht mehr vor allem auf das Formen von Material, sondern auf das Formen von Ideen, auf das Formen des sozialen Gefüges in seiner Gesamtheit. Diesem in die Zukunft ausgerichteten Impuls folgt die Duisburger Ausstellung bis in die Gegenwart.  (kuratiert von Söke Dinkla und Jessica Keilholz-Busch). Ausstellung in Kooperation mit der Bundeskunsthalle Bonn

Lehmbruck Museum | www.lehmbruckmuseum.de

Joseph Beuys in seiner Wohnung in Düsseldorf, 1981, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, Sammlung Marzona, Foto: Winfried Göllner

Berlin

Von der Sprache aus
Joseph Beuys zum 100. Geburtstag
13.6.2021 bis 19.9.2021
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart

1985 trug Joseph Beuys an den Münchner Kammerspielen zu der Reihe „Reden über das eigene Land: Deutschland“ bei. In seiner Rede hielt er fest, dass er seine Werke „von der Sprache aus“ entwickle. Bildnerischen Gestaltungsmitteln ebenbürtig, verstand er die Sprache als plastisches Material, durch das jede Einzelne und jeder Einzelne körperlich, intellektuell und kommunikativ an der Neuordnung der Gesellschaft teilhaben könne. So reicht seine Auseinandersetzung mit Sprache vom Schweigen bis zur stundenlangen Diskussion, von animalisch klingenden Lauten bis zu präzisen Begriffserörterungen und verrätselten Schriften.

Zu Beuys‘ 100. Geburtstag rückt der Hamburger Bahnhof die Sprache in den Mittelpunkt einer Ausstellung, die Skulpturen, Zeichnungen, Installationen, Filme, Plakate und Dokumente – darunter der Zyklus „The secret block for a secret person in Ireland“ und die Installation „Das Kapital Raum 1970–1977“ – aus den Beständen der Nationalgalerie, der Sammlung Marx, des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek umfasst.

Eine Sonderausstellung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin.

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Leverkusen

Der Katalysator
Joseph Beuys und Demokratie heute 
2.5. - 29.8.2021

Joseph Beuys’ »Straßenaktion« von 1971 in Köln schloss sich den Forderungen einer jungen Generation an, die selbstbewusst die Öffnung der Gesellschaft einforderte. Dieser revolutionären Grundhaltung stand Beuys nahe, besonders der direkten Demokratie, die er mit »Straßenaktion« bewarb. Sie schien ihm eine erstrebenswerte Form des politischen Miteinanders zu sein, in der die Entscheidungsmacht nicht länger ausschließlich in den Händen von gewählten Vertreter*innen liegt, sondern in der Teilhabe an einem alltäglichen Diskurs entsteht. Auch fünfzig Jahre später ist diese Idee aktuell. Die Ausstellung »Der Katalysator« untersucht daher, ob und wie in unserer heutigen Situation, die sich durch globale Komplexität und eine fast alle Lebensbereiche verändernde Digitalisierung auszeichnet, Wege des politischen Miteinanders entwickelt werden können, ja, ob demokratische Werte an sich unumstößlich sind? Diese Fragen werden anhand von zeitgenössischen künstlerischen Positionen – mal explizit, mal implizit – beleuchtet.(kuratiert von Ania Czerlitzki)

Museum Morsbroich | www.museum-morsbroich.de

joseph beuys, porträt, 1947, museum kurhaus kleve – leihgabe kunstsammlung nordrhein-westfalen, düsseldorf, foto: anne gossens / vg bild-kunst bonn 2021

Kleve

Joseph Beuys
Sammlungshighlights zum 100. Geburtstag
7.5.2021 – 6.9.2021

Anlässlich des 100. Geburtstages von Joseph Beuys (1921-1986) zeigt das Museum Kurhaus Kleve vom 7. Mai bis zum 5. September 2021 im größten Saal des Hauses, der sogenannten Wandelhalle, eine repräsentative Auswahl seiner Beuys-Sammlungsbestände. Zu sehen sein werden etwa die monumentale Skulptur der Badewanne (1961/1987), die vierteilige Arbeit Ohne Titel (Mein Kölner Dom), (1980), ein umfangreicher Block an Farblithografien aus den 1970er Jahren sowie die fragile Wandarbeit Seven Palms (1974). Diese Präsentation versteht sich als Ergänzung zur folgenden Ausstellung Intuition. Dimensionen des Frühwerks, die vom 19. Juni bis zum 3. Oktober 2021 in allen Räumen des Joseph-Beuys-Westflügels rund um das ehemalige Atelier des Künstlers zu sehen sein wird.

Museum Kurhaus Kleve |www.museumkurhaus.de

Dortmund

SCHAUFENSTER #27
revolution Beuys
23.7. - 17.10.2021

Im Jahr 2020 bilden politische Umbrüche und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse wesentliche Aspekte medialer Öffentlichkeiten. Der Umgang mit Geschichte ist gegenwärtig und ist Zukunftsfrage. Die mediale Formfindung, künstlerische Darstellung und alltägliche Inszenierung von Empowerment als globale Kulturtechnik knüpfen unmittelbar an die im Werk von Beuys gestellten Fragen nach den Menschen und ihren Handlungsoptionen an. Der Motor aus „Einsicht“ und „Vernunft“ provoziert Momente der Selbstermächtigung, die Beuys in seinen Werken und Worten zum Ausdruck bringt: „Macht Gebrauch von eurer Macht, die ihr habt durch das Recht auf Selbstbestimmung! Alle.“

Das kollaborative Ausstellungsprojekt versammelt im Schaufenster, einem Ausstellungsraum im Museum Ostwall, Objekte und Fragestellungen zu einem Setting aus politischer Aktion und Reaktion. Es diskutiert historische, gegenwärtige und zukünftige Prozesse gesellschaftlicher Interaktion, Aktivismusformen und Menschenbildannahmen. Das Projekt zwischen Museum Ostwall und TU Dortmund (IAEB) codiert den Ausstellungsraum zum Gesellschaftslabor und ermöglicht so den Besucher*innen eine kritische Diskussion zwischen Objekten und Konzepten und den von Beuys besetzten Themen.

Die Ausstellung ist Teil des Projektes „100 jahre joseph beuys“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein- Westfalen in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als Träger. Schirmherr des Jubiläumsjahres ist Ministerpräsident Armin Laschet.

Museum Ostwall im Dortmunder U | www.museumostwall.dortmund.de