MPS
das erste deutsche Jazzlabel

Diese drei Buchstaben stehen bis heute für Musikgenuss mit höchsten klangtechnischen Maßstäben: MPS, das Kürzel für Musik Produktion Schwarzwald. Hinter dem Kürzel verbirgt sich eine Geschichte, die von einem Mann erzählt, der Großindustrieller (SABA-Radios, Fernsehen, etc.), Jazzfan und autodidakter Tonigenieur war – Hans
Georg Brunner-Schwer.

Seit den frühen Sechzigern entstanden im Studio von Hans Georg Brunner-Schwer am Rande der beschaulichen Schwarzwaldstadt Villingen Hunderte von Aufnahmen, die aufgrund ihrer klanglichen Brillanz, aber auch wegen ihrer außergewöhnlichen, weitgespannten Stilistik zwischen Swing und Fusion, zwischen Groove und Experiment bei Jazzliebhabern und -kennern bis heute weltweit für Ehrfurcht sorgen. Im Laufe der Jahrzehnte sind die legendären Produktionen eines der ersten deutschen Jazzlabels auch von einer neuen Generation entdeckt worden.

Den Auftakt des Schwarzwaldlabels gestaltete der Mann, der bei MPS unstrittiges Herzstück und „Ahnherr“ aller Veröffentlichungen war und ist: der Kanadier Oscar Peterson. Es war ein großes Abenteuer für alle Beteiligten, als der kanadischePianist von Weltrang 1961 erstmals Villingen besuchte. Hans- Georg Brunner-Schwer (HGBS), ehemaliger Inhaber der Hifi-Dynastie SABA, hatte sich gerade die erste Version seines Studios eingerichtet, oberhalb des Wohnzimmers der Villa, ausgestattet mit der besten Aufnahmetechnik, die damals zu haben war. Genau damit lockte der Pianobegeisterte den Mann aus Kanada zu sich in den Schwarzwald. Direkt nach einem Gastspiel in Zürich überwand Peterson in seiner Limousine die Berge und wurde mit seinem Bassisten Ray Brown und Drummer Ed Thigpen ins Wohnzimmer an den Steinway- Flügel geleitet, wo bereits erwartungsvolle Gäste dem Star aus Übersee entgegen fieberten. Der Pianogigant und seine beiden Musikerkollegen waren selbst begeistert, als sie nach der Session dem Mitschnitt des nächtlichen Privatkonzerts lauschten. So direkt und unverfälscht hatten sie den Sound des Pianos und des Trios bislang auf Tonkonserve noch nicht vernommen. Ganz so, als säße die Band noch immer an ihren Instrumenten, ohne die Störgeräusche eines Nachtclubs, und trotzdem in denkbar intimer Atmosphäre. Petersons Enthusiasmus besiegelte eine lange Freund- und Seelenverwandtschaft mit dem Hause Brunner-Schwer. Die sechs Aufnahmen gebündelt unter dem Namen „Exclusively for my friends“ sollten der erfolgreiche Startschuss für das Label werden, der weltweit Gehör fand! Dem Ruf folgten Künstler wie George Duke, Albert Mangelsdorff, Joe Pass, Joachim Kühn, Wolfgang Dauner, Friedrich Gulda, Peter Herbolzheimer, Dave Pike, Singers Unlimited, uvm. Ein weiterer Produzent der neben dem Labelgründer maßgeblich am Sound und der Auswahl der Musiker und Aufnahmen beteiligt war, war kein geringerer als der „Jazzpabst“ Joachim Ernst Behrendt selbst. Zusammen veröffentlichten sie weit mehr als 400 Alben.

Seit Anfang des Jahres 2014 wird im Zuge der „Wiederaufforstung“ des Schwarzwald-Labels die Originaltonbänder in rein analogem Verfahren behutsam optimiert und erscheinen mit dem Original- Artwork auf 180 Gramm Vinyl, ausgesuchte Titel auch auf klassischem Tonband für den audiophilen Markt. Parallel hierzu arbeitet der neue Mutterkonzern Edel den kompletten MPS-Jazzkatalog bis Ende 2015 für den digitalen Vertriebsweg auf. Neben dem Klassiker der 6fach Vinyl Box „Exclusively for my friends“ von Oscar Peterson sind auch die CD Reihe wie die 25er MPS Kultur SPIEGEL Edition erscheinen.

MPS (Musik Produktion Schwarzwald)
www.mps-music.com

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