Bruegel Jahr 2019
Auf Bruegels Spuren 2019 – den Flämischen Meister
in seiner Heimat erleben
Zum 450. Todestag von Pieter Bruegel dem Älteren

Ob Altniederländische Malerei, Renaissance oder Barock – Flandern war ab dem Mittelalter führend bei der künstlerischen Bildfindung und inspirierte die berühmten Kunstrichtungen dieser Zeit. Über 250 Jahre lang war Flandern die Heimat einiger der einflussreichsten Künstler Westeuropas. Künstler wie van Eyck, Bruegel und Rubens schufen sich hier einen Platz in der Ruhmes- halle der größten Meister aller Zei- ten. Dies ist der thematische Rahmen, mit dem VISITFLANDERS von 2018 bis 2020 drei Epochen der europäischen Kunstgeschichte in den Vordergrund stellt, die maßgeblich von flämischen Künstlern geprägt wurden. Im Rahmen der Themenjahre „Flämische Meister 2018– 2020“ steht 2019 anlässlich seines 450. Todestages Pieter Bruegel der Ältere in Flandern im Fokus. Flandern erinnert 2019 mit einer ganzen Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen an das Leben und die Zeit des außergewöhnlichen Künstlers. Doch Besucher können im Bruegel-Jahr nicht nur die Meisterwerke des berühmten Malers be- staunen, sondern auch an authentischen Orten in die damalige Welt des Künstlers und Menschen Pieter Bruegel eintauchen.

BRUEGEL © KBRSII19175 Grote Vissen Eten De Kleine

BRÜSSEL

Bruegels Welt in Schwarz und Weiß
15.10.2019 – 16.2.2020

Die Königliche Bibliothek besitzt eine vollständige und beispiellose Sammlung von Bruegels Arbeit „auf Papier“. Die einzigartigen Schwarz-Weiß-Grafiken Bruegels werden für diese Ausstellung eigens aus dem Archiv geholt. Die Ausstellung ermöglicht einen Einblick in den kreativen Prozess von Bruegels Arbeiten und entführt die Besucher ins 16. Jahrhundert, wo sie das Leben von Bruegel und seinen Zeitgenossen nachempfinden können. Bruegel, weltbekannter Maler, war im 16. Jahrhundert weniger durch seine Gemälde, als durch sein grafisches Werk bekannt, das weit über die Grenzen Beachtung und Anerkennung fand. Die Ausstellung gibt den Besuchern die Möglichkeit, Bruegels berühmte Druckgrafiken hautnah zu erleben. Als Vorreiter bei der Wiederentdeckung von Bruegels weniger bekannten Meisterwerken wird die Königliche Bibliothek im Bruegel-Jahr seine komplette Sammlung von Drucken in der Ausstellung „Die Welt von Bruegel in Schwarz und Weiß“ zeigen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich Flandern zum internationalen Zentrum für die Herstellung und den Handel von Drucken. Bruegel und sein Verleger Hieronymus Cock spielten dabei eine Schlüsselrolle. Die handwerklichen und unternehmerischen Fähigkeiten der beiden Männer stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. 

Viele der Werke sind in verschiedenen Ausgaben oder Stadien der Entstehung zu sehen. Bevor eine erste Ausgabe auf den Markt und weltweit vertrieben werden konnte, hatte der Druck bereits einen langen Prozess durchlaufen. Die Besucher werden mit auf diese Reise von der Zeichnung bis zum Druck in der Ausstellung genommen. Einige seiner Originalzeichnungen, italienischen Landschaften, die sieben Todsünden, Tugenden und andere wunderbaren Dru- cke sind zu sehen. Die Ausstellung lässt die Ausstellungsbesucher in die imaginäre Welt Bruegels eintauchen, und sie werden von außergewöhnlichen Figuren und Details überrascht werden. Allein der Ausstellungsort ist schon eine Reise wert. Diese Ausstellung befindet sich im Karlspalast von Lothringen, einem einzigartigen verborgenen Schatz aus dem 18. Jahr- hundert im Herzen Brüssels.

Königliche Bibliothek von Flandern, Keizerslaan 4, 1000 Brüssel
www.kbr.be

Beyond Breugel 11 © Pleinpubliek

BRÜSSEL

BEYOND BRUEGEL
bis Januar 2020

BEYOND BRUEGEL lässt Sie buchstäblich in das Leben und Werk des flämischen Meisters Pieter Bruegel des Älteren eintauchen. Jahrhunderte alte Gemälde treffen im Palais de la Dynastie in Brüssel auf moderne Technologie..

Pieter Bruegel der Ältere verbrachte die letzten – und besonders produktiven – Jahre seines Lebens in Brüssel. Die Hauptstadt inspirierte den flämischen Meister zu großen Meisterwerken wie der Winterlandschaft mit Eisläufern und Vogelfalle und der Bauernhochzeit. Daher wird Brüssel den Meister auch 2019, 450 Jahre nach seinem Tod, ehren. Im majestätischen Dynastiegebäude im Herzen der Stadt wird eine beeindruckende Multimedia-Ausstellung eingerichtet. Sie durchdringt das Leben und Werk des flämischen Meisters. Der stärkste Blickfang ist zweifellos die 360-Grad-Projektion, die Sie in die Welt von Bruegel eintauchen lässt. Sie gehen quasi durch das Heer der Tollen Grete, schweben auf einem Schiff am Fuße des Turmbaus zu Babel und lernen die einmaligen Charaktere seiner Fantasie kennen.

BEYOND BRUEGEL ist ein innovatives Kunsterlebnis, bei dem die Werke von Pieter Bruegel dem Älteren zu eindringlichen Projektionen erweitert werden. In verschiedenen Räumen können Besucher den Stil und das Schaffen des Malers erkunden und dann in eine 360-Grad-Projektion eintauchen, die den Eindruck erweckt, mitten in der außergewöhnlichen Welt des großen Meisters zu stehen. Seine Kunstwerke scheinen überall um Sie herum zum Leben zu erwachen, wenn Sie durch die Landschaften streifen, die ihn inspiriert haben. Die Ausstellung endet im Plein Publiek, wo Sie Duvel vom Fass trinken können und dazu trendige, aktualisierte Versionen der klassischen flämischen Küche probieren können.

Palais de la Dynastie, Mont des Arts 5, 1000 Brussels
www.beyondbruegel.be

ANTWERPEN

Madonna trifft Tolle Grete
5.10. – 31.12.2019

Natürlich sind Bruegel und Fouquet die wahren Meister hinter „Die Tolle Grete“ und der Madonna. Dass wir diese Werke auch heute noch bewundern können, hat die Kunstwelt jedoch engagierten Sammlern zu verdanken. Entdecken Sie in der Ausstellung „Madonna trifft Tolle Grete“ die Welt der Sammler Fritz und Florent und lernen Sie deren unaufhaltsame Suche nach Schönheit kennen und verstehen.

Florent van Ertborn (1784–1840) und Fritz Mayer van den Bergh (1858–1901) sammelten mit großer Leidenschaft Gemälde, Skulpturen, Manuskripte und vieles mehr. Oft handelte es sich dabei um Schnäppchen, manchmal aber auch um große Investitionen und ab und zu um geniale Funde. Die beiden scharfsinnigen Sammler laden Sie ab 5. Oktober 2019 in das Antwerpener Museum Mayer van den Bergh ein, begeistern Sie mit ihrer Sammelleidenschaft und zeigen Ihnen einige Spitzenstücke aus ihrer Sammlung. Den Höhepunkt bildet die gerade erst restaurierte Tolle Grete von

Pieter Bruegel dem Älteren. Das wegen Renovierungsarbeiten geschlossene Museum der Schönen Künste Antwerpen zeigt zum ersten Mal seit Jahren wieder einige Meisterwerke aus seiner Sammlung, darunter auch die geheimnisumwogene Madonna von Fouquet.

Die beiden Antwerpener Sammler waren ihrer Zeit weit voraus. Jahrhunderte lang galt Rubens als größter Maler. Für andere flämische Meister wie Pieter Bruegel den Älteren, Quinten Massijs, Rogier van der Weyden oder das Werk des Franzosen Jean Fouquet interessierte man sich kaum. Fritz und Florent hatten jedoch ein Auge für die hohe Qualität dieser Kunst.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Königlichen Museum der Schönen Künste Antwerpen (KMSKA) und findet im Rahmen des Bruegel-Jahres 2019 statt.

Bild: Van Fouquet tot Bruegel 2 Jean Fouquet, Madonna omringd door serafijnen en cherubijnen © KMSKA, Lukas-Art in Flanders vzw, Foto: Hugo Maertens

Museum Mayer van den Bergh, Lange Gasthuisstraat 19, 2000 Antwerpen
www.museummayervandenbergh.be

 

BRÜSSEL | HALLEPOORT
 

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Eine Zeitreise
18.10.2019 - 18.10.2020

Die Ausstellung bietet eine echte Zeitreise, den vermeintlich unmöglichen Traum aller Geschichtsliebhaber. Die turbulente Zeit von Bruegels 16. Jahrhundert wird anhand von vier Themen dargestellt: „Macht und Rebellion“, „Religion und Reform“, „Reisen und Kuriositäten“ und „Feste und Unterhaltungen“. Jeder Besucher erhält eine VR-Brille, die ihn in die Bilder katapultiert. Die Bilder werden lebendig und assen den Betrachter eines der Hauptthemen des 16. Jahrhunderts entdecken. Anschließend bietet ein attraktiver und dynamischer Reiseverlauf mit Kunstwerken und archäologischen Stätten einen tieferen Einblick in die Themen. Der Besu- cher kann Objekte betrachten, aber auch durch Berührung, Geruch und Handhabung entdecken. Die Kombination von Original- werken, virtueller Realität und Sinneserfahrungen macht diese Ausstellung besonders attraktiv. Krönender Abschluss der Ausstellung ist das Panorama vom Brüstungsgang des Hallentors. Zusätzlich sind einige berühmte Gebäude Brüssels wie die Kapellenkirche und das Rathaus zu sehen. Aufgestellte Teleskope liefern ein virtuelles Bild vom 16. Jahrhundert in Brüssel, von dem sich Bruegel inspirieren ließ: zum Beispiel die Befestigungsanlage, die die Stadt damals vom Land trennte. Den Ausstellungsmachern war es wichtig die Ausstellung interaktiv zu gestalten. So verzichten sie auf Tafeln mit langen Texten und Erklärungen, sondern setzen Audio und Video ein. In den Ton- und Bildsequenzen spricht Bruegel selbst zu den Ausstellungsbesuchern und erzählt ihnen seine Geschichte. Seine Themen und Geschichten sind spannend und abwechslungsreich erzählt. Alle Informationen werden in sechs Sprachen verfügbar sein: Französisch, 
Niederländisch, Englisch, Deutsch, Spanisch und Russisch.

Bild Hallepoort © Régie des bâtiments Regieder gebouwen

Porte de Hal
Zuidlaan 150, 1060 Sint-Gillis, Belgien www.kmkg-mrah.be

Antwerpen

Jan Brueghel der Ältere (1568–1625)
Ein exzellenter Zeichner
5.10.2019 – 26.1.2020

2019 blickt man in Flandern und in Brüssel auf die entscheidende Rolle zurück, die Pieter Bruegel der Ältere in der Kunstgeschichtet des 16. Jahrhunderts gespielt hat. Sein 450. Todestag ist auch ein guter Zeitpunkt, um das Werk von Jan Brueghel dem Älteren wiederzuentdecken. Das Snyders & Rockox Haus untersucht die Zeichnungen von Jan Brueghel I. (1568–1625), Sohn von Pieter Bruegel dem Älteren und Bruder von Pieter dem Jüngeren. Jan war zusammen mit Peter Paul Rubens einer der erfolgreichsten flämischen Künstler des ersten Viertels des 17. Jahrhunderts. Er war in vielen Motiven zu Hause – ein begeisterter Maler von Landschaften, Meeresmotiven, Stillleben, historischen Themen, Jagdszenen und allegorischen und mythologischen Themen. Jan gilt als Erfinder des Blumenstills, war aber auch ein wichtiger Innovator bei der Darstellung von Landschaften, bei denen das künstlerische Erbe seines Vaters und sein Besuch in Italien keine geringe Rolle spielten.

Bild: Een molen aan een drukbevaren rivier, Jan Brueghel (I), 1620 © Rijksmuseum Amsterdam

Snijders & Rockoxhuis, Keizerstraat 10-12, 2000 Antwerpen
www.snijdersrockoxhuis.be

Antwerpen

LLS Paleis

Es ist nun über 450 Jahre her, dass Bruegel das rätselhafte Gemälde „Die Tolle Grete“ schuf, ein Kunstwerk mit Themen, die immer noch aktuell und inspirierend sind. „Die Tolle Grete“ ist heute im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen zu Hause und kann dort in der ständigen Ausstellung gesehen werden. In Anlehnung an das Gemälde zeigt LLS Paleis in der Ausstellung „Die Tolle Grete: Rebel- lion, Provokation, Verzweiflung, Feminismus“ zeitgenössische Kunstwerke, in denen die Mehrdeutigkeit der Protago- nistin eine zentrale Rolle spielt.

LLS Paleis ist ein alternativer Ausstellungsraum in Antwerpen, ein Freihafen für bildende Kunst. Der Kunstverein begnügt sich nicht mit der Untermauerung der festen Werte innerhalb der zeitgenössischen bildenden Kunst, sondern betont sein wirkliches Interesse für das Experimentelle und Herausfordernde. LLS profiliert sich als Ort, an dem die strukturelle und inhaltliche Tendenz der Kunstwelt zur Uniformität infrage gestellt wird und die Stimmen der Künstler*innen im Zentrum stehen. Neben Einzelausstellungen werden umfangreiche Gruppenausstellungen organisiert, die wegen ihres unkonventionellen Charakters einen besonderen Beitrag zum Diskurs in der zeitgenössischen Kunst liefern.

Bild: LLSpaleisDullegriet@traceyrose

LLS Paleis, lls 387 ruimte voor actuele kunst v.z.w. Paleisstraat 140, 2018 Antwerpen
www.llspaleis.be