PorträtAiWeiwei,2012. Courtesy:AiWeiweiStudio

DÜSSELDORF| K20 / K21

Ai Weiwei
18.5. – 1.9.2019

„Everything is art. Everything is politics“ so brachte der international bekannte Gegenwartskünstler Ai Weiwei das Grundprinzip seiner Arbeitsweise auf den Punkt. Dieses Motto „Alles ist Kunst, alles ist Politik“ ist auch Leitmotiv der umfangreichen Ausstellung, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab Frühjahr 2019 zeigt. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit Ai Weiweis.

Die Ausstellung mit raumfüllenden Installationen und Wer- ken aus den vergangenen zehn Jahren ist in den beiden Häu- sern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 und K21, zu sehen. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Über- blick über Ai Weiweis Schaffen des vergangen Jahrzehnts und konzentriert sich auf Schlüsselthemen, die sein Werk seit den 1980er Jahren auszeichnen: die Flüchtlingskrise und das Spannungsfeld von Individualität und Staat. Ai Weiweis Werke entstehen mit dem Grundgedanken der Humanität, sei es beim Erdbeben von Sichuan, der globalen Flüchtlingskrise oder bei Fragen freier Meinungsäußerung. Im K21 wird seine monumentale Arbeit „Life Cycle“ (2018) erstmals in Europa zu sehen sein. Über 17 Meter misst die fragile, fast transparente Skulptur aus Bambus und Sisalgarn. Sie stellt eine Vielzahl von Figuren in einem Schlauchboot dar, wie es von vielen Geflüchteten bei der lebensgefährlichen Passage über das Mit- telmeer benutzt wird.

Ai Weiwei, 1957 in Beijing geboren, wird weltweit als Künstler, Architekt, Kurator, Musiker, Filmregisseur und Fotograf gefeiert. Während seiner Zeit in New York in den 1980er Jahren gewonnene Eindrücke von Konzeptkunst und Pop Art hat er für seine Arbeitsweise fruchtbar gemacht, die auf eine kritische Betrachtung von Kulturgeschichte sowie von chinesischen und globalen gesellschaftlichen Entwicklungen zielt.

K21

Carsten NicolaiParallax Symmetry
28.9.2019 – 19.1.2020

K21 zeigt eine Übersichtsausstellung des Künstlers und Musikers Carsten Nicolai (geb. 1965, lebt in Berlin). Nicolai arbei- tet seit den frühen 1990er Jahren an der Schnittstelle von bildender Kunst, Musik und Naturwissenschaften. Mit elektro- nischem Klang- und Lichtmaterial erzeugt er minimalistische Installationen, Sound-Performances und Darstellungen von physikalischen Phänomenen, die Systeme und Strukturen der Medienwelt reflektieren. Als Musiker ist Nicolai unter dem Pseudonym Alva Noto einer der bekanntesten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik. Seit seiner Teilnahme an der documenta X (1997) und an den Venedig-Biennalen 2001 und 2003 wird er auch als bildender Künstler weltweit ausgestellt. Begleitend zu Nicolais Ausstellung im Untergeschoss findet auf der Piazza von K21 eine Reihe von elektronischen Live-Konzerten und Per- formances statt.

Foto: Carsten Nicolai, unitape, 2015, real-time projection, mirror walls, bench with loudspeakers, Exhibition View, Kunstsammlungen Chemnitzcourtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Photo: Uwe Walter, VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Edvard Munch, Under the Stars, 1900-05, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, Munchmuseet, Oslo

K20

Edvard Munch
gesehen von Karl Ove Knausgård
12.10.2019 bis Ende Februar 2020

Er gilt als der bekannteste und wichtigste norwegische Autor der Gegenwart: Karl Ove Knausgård. Sein sechsbändiger auto- biographischer Roman zählt weltweit zu den meist diskutierten Buchveröffentlichungen der vergangenen Jahre. Nun hat sich der Schriftsteller dem Werk des Malers Edvard Munch genähert. Mit seiner überraschenden Auswahl selten oder sogar nie gezeigter Werke entdeckt der gefeierte Autor einen bislang „unbekannten“ Munch. Die Ausstellung findet in der Kunst- sammlung Nordrhein-Westfalen parallel zur Frankfurter Buchmesse statt, die 2019 Norwegen als Gastland vorstellt.

Der auch in Kunstgeschichte ausgebildete Schriftsteller hat etwa 130 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen aus dem Archiv und dem Kunstdepot des Munch Museum in Oslo ausgewählt und mit Leihgaben aus internationalen Museen er- gänzt. Er öffnet damit eine nie zuvor gesehene Perspektive auf den wohl bedeutendsten Maler der skandinavischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts.