Große Themen zum Jubiläum:
Freiheit und Selbstbestimmung

Die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2016

Gruppenfoto der Preisträger und Preisträgerinnen © Anna Meuer/AKJ, honorarfrei im Zusammenhang mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis

Auf der Frankfurter Buchmesse feierte der Deutsche Jugendliteraturpreis seinen 60. Geburtstag und die diesjährigen Preisträger.

Am 21. Oktober 2016 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Der mit 12.000 Euro dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk ging an Klaus Kordon, „einen außergewöhnlichen Autor, einen mit Haltung, einen, der seinen Standpunkt immer wieder hinterfragt und neu bestimmt“, so die Jury. „Mit seinen genau recherchierten historischen Romanen gelingt es Kordon, die Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufzuzeigen und Geschichte(n) aus der Perspektive der kleinen Leute zu erzählen.“

Sonderpreisträger Klaus Kordon (Mitte) mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek (re.) und der Moderatorin Vivian Perkovic (li.) © Anna Meuer/AKJ

Die Kritikerjury prämierte vier Titel in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch. Die Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert.

Als bestes Bilderbuch konnte sich Der Hund, den Nino nicht hatte (Bohem Press) von Edward van de Vendel mit Bildern von Anton van Hertbruggen und in der Übersetzung von Rolf Erdorf durchsetzen. Die Jury lobt an diesem etwas anderen Hundebuch, dass es kindliche Wünsche und Träume sichtbar macht. Die vielschichtige und hintergründige Umsetzung lässt verschiedene Deutungen zu.

Edward van de Vendel (2.v.li.), Anton van Hertbruggen (li.) und Rolf Erdorf (re.), Preisträger der Sparte Bilderbuch, mit der Moderatorin Vivian Perkovic © Anna Meuer/AKJ, honorarfrei im Zusammenhang mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis

In der Sparte Kinderbuch wurde Das Mädchen Wadjda (cbt) der saudi-arabischen Filmemacherin Hayfa Al Mansour ausgezeichnet, übersetzt von Catrin Frischer. Die spannende und berührende Geschichte eines Mädchens, das beherzt seinen Traum verfolgt, schärft die Wahrnehmung für den arabischen Kulturraum. Sie zeigt, was Freiheit meint, und wie wichtig es ist, sie zu verteidigen.

Catrin Frischer, Preisträgerin der Sparte Kinderbuch, mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek (re.) und der Moderatorin Vivian Perkovic (li.) © Anna Meuer/AKJ

Als bestes Jugendbuch überzeugte Kirsten Fuchs‘ Roman Mädchenmeute (Rowohlt) über sieben sehr unterschiedlich charakterisierte weibliche Heldinnen. Sie erleben in den Wäldern des Erzgebirges Grusel und reale Ängste, Gemeinschaft und Auseinandersetzung. Mit großer erzählerischer Kraft lädt das Abenteuerbuch ein zum Nachdenken über Freundschaft, die eigene Rolle in der Gruppe und darüber, was Freiheit ist.

Kirsten Fuchs (li.), Preisträgerin der Sparte Jugendbuch, mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek © Anna Meuer/AKJ

 

Sieger beim Sachbuch ist Kristina Gehrmanns Im Eisland. Band 1 (Hinstorff) über die Franklin-Expedition 1845, die zum Ziel hatte, einen Seeweg zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpazifik zu finden. Gehrmann gelingt in ihrer Graphic Novel eine überzeugende Verbindung aus Sachinformation und dichter Erzählung. Die Mimik der Figuren in den detailgetreuen und realistischen Schwarz-Weiß-Illustrationen ermöglicht einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Besatzungsmitglieder.

Kristina Gehrmann (li.), Preisträgerin der Sparte Sachbuch mit Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek © Anna Meuer/AKJ

Dr. Doris Jahnßen, Programm-Geschäftsführerin im Verlag Friedrich Oetinger (4.v.re.), stellvertretend für den Preisträger der Jugendjury Peer Martin, mit Vertretern der Jugendjury © Anna Meuer/AKJ

Die Jugendjury manifestierte schon mit ihren Nominierungen großes politisches Interesse. Ihren Preis in Höhe von 10.000 Euro sprach sie nun Peer Martin für Sommer unter schwarzen Flügeln (Oetinger) zu. Die tragische Liebesgeschichte zwischen dem syrischen Mädchen Nuri und dem Neonazi Calvin beleuchtet den Hintergrund und die Beweggründe der beiden, „basiert auf gut recherchierten Fakten und regt zur Reflexion über die aktuelle politische Lage an“.

Präsentation der Jugendjury © Anna Meuer/AKJ

Der Deutsche Jugendliteraturpreis feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Seit 1956 wird er jährlich für herausragende Kinder- und Jugendbücher vergeben und ist mit insgesamt 62.000 Euro dotiert.

Seitens des Preisstifters überreichte Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Preisträgern die bronzene Momo. Die Preisverleihung zählt mit 1.500 Gästen aus dem In- und Ausland zu den größten Veranstaltungen auf der Frankfurter Buchmesse.

Deutsche Jugendliteraturpreis

Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird seit 1956 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und jährlich verliehen. Die Organisation von Preisfindung und Bekanntgabe liegt beim Arbeitskreis für Jugendliteratur e.V.  Der Preis wird aus Mitteln des Kinder- und Jugendplanes des Bundes finanziert. Ziel des Deutschen Jugendliteraturpreises ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen Orientierungshilfe bei einem schier unüberschaubaren Buchmarkt zu bieten. Ausgezeichnet werden herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur.

Von Anfang an war der Deutsche Jugendliteraturpreis ein internationaler Preis: Eingereicht werden können neben deutschsprachigen Kinder- und Jugendbüchern genauso Titel fremdsprachiger Autoren – soweit sie ins Deutsche übersetzt wurden. (weitere Informationen zur Internationalität des Preises)

Eine Kritikerjury, bestehend aus neun erwachsenen Juroren, vergibt den Deutschen Jugendliteraturpreis in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Parallel dazu verleiht eine unabhängige Jugendjury den Preis der Jugendjury. Sie besteht aus sechs über die Bundesrepublik verteilten Leseclubs. Die Jurys prüfen die Bücher aus der Produktion des Vorjahres und nominieren davon sechs Titel pro Sparte. Die Nominierungsliste wurde am Donnerstag, dem 17. März 2016, auf der Leipziger Buchmesse verkündet.

Die Nominierungen sind die Grundlage für die Entscheidung der Jurys, die unabhängig voneinander ihre Preise vergeben. Die Kritikerjury zeichnet jeweils ein Buch in den Sparten Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch aus. Die Jugendjury prämiert einen Titel. Die Preise sind mit 10.000 Euro pro Sparte dotiert und können zwischen Autoren, Illustratoren und Übersetzern aufgeteilt werden.

Am Freitag, dem 21. Oktober 2016 werden die Sieger des Deutschen Jugendliteraturpreises 2016 auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gegeben und die Preise verliehen. Neben den Spartenpreisen wird auch ein Sonderpreis in Höhe von 12.000 Euro für ein Autoren-Gesamtwerk vergeben. Die Preissummen betragen insgesamt 62.000 Euro. Zusätzlich erhalten die Preisträger eine Skulptur, die Michael Endes Momo darstellt. 

21. Oktober 2016, 17.30 bis 19.00 Uhr (Einlass ab 16.45 Uhr)

Deutscher Jugendliteraturpreis 2016: Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse

Ausgezeichnet werden die Siegertitel in den Kategorien Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch sowie das Preisbuch der Jugendjury. Der Sonderpreis wird für das Gesamtwerk eines deutschen Autors bzw. einer deutschen Autorin vergeben. Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestiftet und seit 1956 jährlich vergeben. Er ist insgesamt mit 62.000 Euro dotiert.

Veranstaltungsort: Saal Harmonie (Ebene C2) im Congress Center Messe Frankfurt
Moderation: Vivian Perkovic

Programm

Moderation: Vivian Perkovic
unterstützt von Jan Dirk, Hannah und Luis
(Vorlesewettbewerbs-Sieger aus
den Niederlanden, Brandenburg und Hessen)
    
Begrüßung: Dr. Susanne Helene Becker
Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V.

Grußwort: Heinrich Riethmüller
Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Grußwort: Juergen Boos
Direktor der Frankfurter Buchmesse

Rede und Preisverleihung: Dr. Ralf Kleindiek
Staatssekretär im Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Verleihung der Preise in den
Sparten Bilderbuch und Kinderbuch

„Ik ben een Nederbelg – Ich bin eine Niederflämin“
Joke van Leeuwen

Verleihung der Preise in den
Sparten Jugendbuch und Sachbuch

Jury-Statement: Birgit Müller-Bardorff
Vorsitzende der Kritikerjury

Verleihung des Preises der Jugendjury

Verleihung des Sonderpreises Autoren-Gesamtwerk
Laudatio: Regina Pantos
Vorsitzende der Sonderpreisjury


Mitschnitt der Preisverleihung:
WDR 5 Spezial - 60 Jahre Deutscher Jugendliteraturpreis
23. Oktober 2016, 16.05 - 17.00 Uhr bei WDR 5

 

Mitwirkende

In Anwesenheit folgender nominierter Autoren, Illustratoren und Übersetzer:

Sparte Bilderbuch
Barroux, Babette Blume, Anna Castagnoli, Carll Cneut, Rolf Erdorf, Anton van Hertbruggen, Anja Mikolajetz, Marcelo Pimentel, Emmanuelle Polack, Ulrike Schimming, Julia Süßbrich, Edward van de Vendel

Sparte Kinderbuch
Friederike Buchinger, Catrin Frischer, Uwe-Michael Gutzschhahn, Stefanie Höfler, Anke Kuhl, André Mumot, Franziska Walther, Sabine Wilharm

Sparte Jugendbuch
Katharina Diestelmeier, Rolf Erdorf, Kirsten Fuchs, Brigitte Jakobeit, Sandra Knuffinke, Jessika Komina, Makiia Lucier, Erna Sassen

Sparte Sachbuch
Kristina Gehrmann, William Grill, Reinhard Kleist, Harald Stadler, Britta Teckentrup

Preis der Jugendjury
Rolf Erdorf, Maren Illinger, Knut Krüger, Dirk Reinhardt, Erna Sassen, Nicola Yoon