Stephan Balkenhol, 21.10.2020, Foto Ursula Kaufmann J09A1987.JPG

Duisburg

Stephan Balkenhol
22.10.2020 - 28.2.2021

Alltäglich und doch einzigartig sind die Figuren, mit denen der deutsche Bildhauer Stephan Balkenhol (*1957) weltberühmt geworden ist. Es gibt wohl kaum einen anderen zeitgenössischen Künstler, dem es gelungen ist, so prägnante und unverwechselbare plastische Werke zu schaffen. Balkenhols ikonische Figuren eines Mannes mit weißem Hemd und schwarzer Hose haben ihn weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. 

Die Ausstellung im Duisburger Lehmbruck Museum ist mit mehr als 200 Exponaten die größte Museumsausstellung Stephan Balkenhols in Deutschland seit 2008. Mit zahlreichen Werken, die der Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich sind, spannt sich die umfassende Werkschau von den frühen Arbeiten aus dem Jahr 1990 bis in die Gegenwart. Anhand von Skulpturen, Reliefs, Gipsmodellen und Zeichnungen beleuchtet das Lehmbruck Museum vor allem die geistes- und kulturgeschichtlichen Bezüge in Balkenhols Werk. Schon seit seiner Anfangszeit beschäftigt er sich in seinen Arbeiten immer wieder mit der griechischen Mythologie, ihren Erzählungen und Bilderwelten. Dabei stehen jedoch nicht die Allmacht und Unsterblichkeit der Götter im Vordergrund, sondern ihre menschlichen Aspekte, ihre Dramen und vor allem ihr Scheitern. Balkenhol greift auf Bildmotive zurück, die Künstler*innen der verschiedenen Epochen über Jahrhunderte hinweg beschäftigt und herausgefordert haben. 

Lehmbruck Museum |www.lehmbruckmuseum.de

Pierre Soulages © Sandra Mehl

Baden-Baden

SOULAGES
Soulages. Malerei 1946 - 2019
17.10.2020 - 28.2.2021

Pierre Soulages gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten der gegenstandslosen Malerei des 20. Jahrhunderts und er ist der bekannteste lebende Künstler in Frankreich. Sein Œuvre schreibt sich seit über 70 Jahren, von seinen Anfängen kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute, in die Geschichte der zeitgenössischen Kunst ein. Die ihm gewidmete Retrospektive in Baden-Baden zeigt die Entwicklung seines Werkes in seiner – gerade angesichts der so außergewöhnlich langen Schaffensphase – beeindruckenden Kohärenz.

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Ursula Böckler  Aus der Serie / from the series Die Photos der Magical Misery Tour mit Martin Kippenberger, 1986 Baryt-Druck / Baryt print © Courtesy of the artist

Bern (CH)

NO DANDY, NO FUN
Auf der Suche nach einem Abwesenden*
17.10. – 6.12.2020

Ein Dandy, wer soll das heute sein? Gibt es ihn überhaupt noch? Und wer braucht sie jetzt, diese elegante Figur, die mit einer Schildkröte an der Leine durch die Passagen von Paris flaniert? Das angestaubte Bild aus Maßanzug, Champagner und gleichgültiger Miene wirkt aus der Zeit gefallen. Doch dahinter verbirgt sich eine Haltung, die wieder verheißungsvoll erscheint. Während sich die selbstbezogenen Weltsichten darin überschlagen, für den Glauben an die eigene Identität gegen den Rest zu kämpfen, leistet sich ein Dandy den Luxus, keine Meinung zu haben und ohne fixierte Eigenschaften zu bleiben. Statt seine subjektive Gefühlswelt zu pflegen und sich durch deren Reaktion manipulieren zu lassen, betrachtet er sich kühl als formbares Objekt, wendet sich von der Selbstgewissheit ab, um künstlich zu werden.

No Dandy, No Fun folgt den Wandlungen dieses Modellcharakters aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart und zeigt Facetten dieser multiplen Biografie. Die Reihe der Momentaufnahmen dieser Entwicklungsgeschichte eines konzeptuellen Charakters erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wie sollte sie auch: Der Komplex Dandy erstreckt sich als ein Ozean, auf dem die staunenden Augen keinen Horizont finden. Viele, der in der Ausstellung Auftauchenden wurden bisher nicht als Dandys betrachtet. Es sind Behauptungen, wie die Fiktionen eines Typus durch andere Körper weitergedacht werden können. Besonderes Augenmerk wird dabei jenen gewidmet, die in den bekannten Erzählungen nur an den Rändern erscheinen: Der Frau als Dandy, dem Black Dandy, den Versuchen von Dandys, Maschinen ähnlicher zu werden, und dem Dandy als untergründiger Blaupause der zeitgenössischen Kunst.

* Der Dandy ist vor allem in der Grammatik ein Mann, was auch immer das sein soll.

www.kunsthalle-bern.ch

Caspar David Friedrich, Das Riesengebirge (vor Sonnenaufgang), um 1830-1835, Öl auf Leinwand, © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Foto: Andres Kilger

Düsseldorf

Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker
15.10.2020 – 7.2.2021

Zu Lebzeiten stand Caspar David Friedrich (1774–1840) in einer spannungsvollen Beziehung zu den Vertretern der Düsseldorfer Landschaftsmalerei. Der künstlerische Austausch war von Gegensätzen und Kritik, aber auch von erstaunlichen Korrespondenzen geprägt. Mitte der 1830er-Jahre geriet Friedrichs Werk zunehmend in den Schatten der Düsseldorfer Malerschule. Die rund 120 Werke umfas­sende Ausstellung präsentiert den aufkommenden Ge­schmackswandel von der Romantik bis zu den Anfängen des Realismus. Erstmals tritt die sächsische Landschafts­malerei in einen Dialog mit den Werken der Düsseldorfer Malerschule. Etwa 60 Werke Friedrichs werden gemeinsam mit den Arbeiten seiner Dresdener Malerfreunde wie Carl Gustav Carus (1789–1869), Ludwig Richter (1803–1884) und Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855) präsentiert. Ihnen gegen­übergestellt werden Hauptwerke der Düsseldorfer Vertreter Carl Friedrich Lessing (1808–1880), Andreas Achenbach (1815–1910) und Johann Wilhelm Schirmer (1807–1863).

Eine Ausstellung des Kunstpalastes, Düsseldorf, und des Museums der bildenden Künste, Leipzig. In Leipzig wird die Ausstellung vom 3. März bis 6. Juni 2021 gezeigt.

www.kunstpalast.de

 

Keith Haring Untitled, 1982 Lack und Neonfarbe auf Metall, 229,8 x 183,8 cm © Keith Haring Foundation

Essen

Art is for everybody“
Große Keith Haring-Ausstellung
bis 29.11.2020

Bis zum 29. November 2020 zeigt das Museum Folkwang eine umfassende Ausstellung mit Werken des US-amerikanischen Künstlers Keith Haring (1958–1990). Unverwechselbar sind die tanzenden Männchen, bellenden Hunde und fliegenden Untertassen, mit denen er seine Botschaften für alle verständlich machte. Die Schau Keith Haring präsentiert ihn nicht nur als Künstler, sondern auch als Performer, Aktivist und Netzwerker, der mit seinem Streben nach einer gerechteren Gesellschaft nichts an Innovation und Relevanz eingebüßt hat. Gezeigt werden rund 200 Exponate, darunter berühmte Gemälde, großformatige Zeichnungen, frühe Videoarbeiten, Skulpturen, Fotografien und Archivmaterialien.

Die Ausstellung thematisiert das Werk Keith Harings vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Veränderungen und der globalen Vernetzung, die Haring früh in seinem Werk behandelt und mit künstlerischen wie kommerziellen Strategien vorangetrieben hat. Sein Schaffen gründet in der US-amerikanischen Populärkultur – geprägt von Undergroundkultur, Raumfahrt, Robotik und Videospielen – gelangt aber früh zu einer gänzlich eigenen künstlerischen Strategie, die traditionelle bildnerische Medien wie Zeichnung und Malerei ebenso umfasst wie Fotografie, Video und Performance. Inspiration für seine ikonische Malweise findet Haring in den Comics seiner Jugend, der expressionistischen und zeitgenössischen Kunst, in chinesischer Kalligraphie sowie in den Graffitis der New Yorker Straßen.

Museum Folkwang | www.museum-folkwang.de

Aydin Aghdashloo, Yeas of Fire and Snow I,© The Farjam Collection, Dubai

Brügge (B)

Memling Now: Hans Memling in der zeitgenössischen Kunst
1.10.2020 – 1.2.2021

Diese Ausstellung geht von der Malerei von Hans Memling aus, der einer der wichtigsten Maler im burgundischen Brügge war. Für das mittelalterliche Sint-Janshospitaal malte er eine Serie großartige Werke, die zur absoluten Spitze der Malerei der alten flämischen Meister gehören: u.a. ein imposantes Altarbild und zwei Triptychen. Auch der weltberühmte Ursula-Schrein stammt von ihm. Im Laufe der Jahrhunderte hatte Memling einen großen Einfluss auf andere Meister, darunter Dürer und Raffael. Sein Werk beeinflusst auch heute noch Künstler: diese Ausstellung zeigt, wie er immer noch die Kunstszene beeinflusst. Für Besucher und Fachleute ist diese Ausstellung eine einzigartige Gelegenheit, sein Werk wiederzuentdecken und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Neben eine Serie von frühen Werken von Joseph Kosuth, einem der Väter der Konzeptkunst, sind unter anderem auch Werke des afroamerikanischen Malers Kehinde Wiley. Er malte das offizielle Porträt von Barack Obama. Die Ausstellung umfasst auch das Werk des iranischen Malers Aydin Aghdashloo. Der syrisch-amerikanischen Künstlerin Diana Al-Hadid so wie der belgische Künstler David Claerbout erschaffen für dieses Projekt ganz neues Werk.

Man trifft auch das Werk von Hans Memling selbst an. Das Museum besitzt sechs Meisterwerke dieses Meisters aus dem 15. Jahrhundert. Für diese Ausstellung werden diese durch zwei Leihgaben ergänzt.

Sint-Janshospitaal |www.museabrugge.be

STUDIO BERLIN/Berghain, © Rirkrit Tiravanija, courtesy neugerriemschneider Berlin, Foto: Noshe

Berlin

STUDIO BERLIN im Berghain
seit 9.9.2020

In der Ausstellung STUDIO BERLIN zeigt die Boros Foundation ab dem 9. September Werke von 117 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, die in Berlin leben und arbeiten. Zu sehen sind nationale und internationale Positionen aus den Bereichen Fotografie, Skulptur, Malerei, Video, Sound, Performance und Installation. Ausstellungsort der von der Boros Foundation organisierten Ausstellung ist das Berghain, einschließlich der Panorama Bar, der Säule und der angrenzenden Halle. In Berlin gibt es europaweit die größte Dichte an Ateliers und Kunstwerkstätten – Künstler_innen aus aller Welt ziehen an diesen Ort, um von hier aus arbeiten zu können. Im Frühjahr 2020 trafen drastische Veränderungen ein: Unter anderem wurden geplante Ausstellungen und Kunstmessen abgesagt oder verschoben, Galerien und Museen geschlossen, größere Projektvorhaben konnten nicht realisiert werden. Das Nachtleben in Berlin wurde ebenso gänzlich stillgelegt. Aus dieser Situation heraus fanden sich Boros und das Berghain zusammen. Das Ausstellungsprojekt dient vor allem dazu, aktuelle Strömungen und Veränderungen in Kunst und Gesellschaft widerzuspiegeln und Berliner Künstler_innen einen Präsentationsort für ihr künstlerisches Schaffen zu geben.

Berghain | www.studio.berlin

Fabien Mérelle , Papillons, 2013, 80 x 13 x 28 cm, Silikon, Harz, Farbe, Haare, Textilien, Courtesy the Artist and Edouard Malingue Gallery

Tübingen

SUPERNATURAL
SKULPTURALE VISIONEN DES KÖRPERLICHEN
10.10.2020 – 7.3.2021

Nach der Ausstellung ALMOST ALIVE, die im Sommer 2018 in der Kunsthalle Tübingen zu sehen war und hyperrealistische Skulpturen der Pioniergeneration bis zur Jahrtausendwende präsentierte, fragt die Ausstellung SUPERNATURAL nach der Zukunft der Körperlichkeit im Zeitalter des Anthropozän. Die in der Ausstellung vertretenen Künstler reflektieren nicht nur Auswirkungen der digitalen Revolution und der Gentechnik auf den »posthumanen« Menschen und die Umwelt, sondern veranschaulichen auch durch hybride Eigenschöpfungen von Tier- und Pflanzenwesen, dass die Grenzen zwischen Natur und Kultur heute fließend geworden sind. Zu sehen sind Skulpturen von Künstlerinnen und Künstlern aus elf unterschiedlichen Ländern der Welt. Diese sind nach den Themen – Technik-Mensch Metamorphosen, Hybrid Others, Post Nature und Künstler 4.0 – gruppiert. Entstanden ist ein aufrüttelnder und teilweise auch verstörender Parcours, der einem im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Haut“ geht und anregt, sich mit den Fragen unserer Zeit anhand post-humaner Skulptur auseinanderzusetzen.

Kunsthalle Tübingen | kunsthalle-tuebingen.de

Gerhard Richter Eis,1981 Öl auf Leinwand,100x70cm SammlungRuthMcLoughlin,Monaco ©GerhardRichter2020

Wien

Gerhard Richter: Landschaft
1.10.2020 – 14.2.2021

Die Ausstellung ist im Bank Austria Kunstforum Wien von 1. Oktober 2020 bis 14. Februar 2021 zu sehen und entsteht in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich. Allen Umständen zum Trotz hat sich das Bank Austria Kunstforum Wien entschlossen, an seinem Ausstellungsprogramm festzuhalten. Nicht zuletzt, weil die langjährig geplante Herbstausstellung einen in Wien ganz besonders seltenen Gast in das Ausstellungshaus auf der Freyung holt: Gerhard Richter (geboren 1932 in Dresden, lebt und arbeitet in Köln), der als der bedeutendste lebende Maler der Welt gilt, zeigt im Bank Austria Kunstforum Wien eine Retrospektive seiner Landschaftsbilder. Wie kaum ein anderes Sujet hat die Landschaft Richters künstlerisches Interesse gefesselt und ihn immer wieder zu neuen Bildlösungen angetrieben: Die Ausstellung „Gerhard Richter: Landschaft“ versammelt über 130 Bilder, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotoarbeiten, Künstlerbücher und Objekte von 50 internationalen Leihgeberinnen und Leihgebern. Das Projekt unterstreicht die Wichtigkeit dieses Genres für den deutschen Künstler, der dieses Jahr seinen 88. Geburtstag gefeiert hat. Es ist die bis dato größte Ausstellung weltweit, die ausschließlich Richters Landschaften gewidmet ist – einem Genre, mit dem er sich seit 1963 durchgehend beschäftigt hat. Einige der im Bank Austria Kunstforum Wien ausgestellten Werke sind bisher noch nie öffentlich gezeigt worden.

Kunstforum Wien | www.kunstforumwien.at

Edgar Degas, Zwi Tänzerinnen, 1874, Leihgabe aus Privatbesitz © Staatsgalerie Stuttgart

Stuttgart

MIT ALLEN SINNEN!
Französischer Impressionismus
16.10.2020 – 7.3.2021

Im Oktober eröffnet die Staatsgalerie ihre nächste große Publikumsausstellung. Unter dem Titel »MIT ALLEN SINNEN! Französischer Impressionismus« erwarten die Besucherinnen und Besucher Meisterwerke des Impressionismus aus privaten Sammlungen, die bisher noch nie öffentlich zu sehen waren. Darunter auch Gemälde der Impressionistinnen Mary Cassatt und Berthe Morisot. Ergänzt werden die Werke aus Privatbesitz mit dem eigenen Sammlungsbestand sowie zwei Leihgaben aus dem Musée Marmottan Claude Monet, Paris.

Staatsgalerie Stuttgart | www.staatsgalerie.de

 

Cornelis Pronk (1691–1759), Der Binnenhof in Den Haag, nach 1741, Pinsel in Grau, über Bleigriffel (?),auf zart hellbraun getöntem Büttenpapier 282 × 453 mm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum

Frankfurt

SCHAULUST. NIEDERLÄNDISCHE ZEICHENKUNST
DES 18. JAHRHUNDERTS
1.10.2020 – 10.1.2021

Mit annähernd 600 Blättern verfügt das Städel Museum über eine der umfangreichsten Sammlungen niederländischer Zeichnungen des 18. Jahrhunderts außerhalb der Niederlande und Belgiens. Diesem wertvollen Bestand widmet das Städel vom 1. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021 eine eigene Ausstellung. Präsentiert werden 81 repräsentative Zeichnungen von heute kaum mehr bekannten, in ihrer Zeit aber oft sehr erfolgreichen Künstlern. Sie veranschaulichen exemplarisch die Struktur des Sammlungsbestands, das inhaltliche Spektrum und die künstlerische Qualität. Die häufig bildmäßig vollendeten, oft auch farbigen Handzeichnungen bedienten die Schaulust der aufgeklärten Bürgerinnen und Bürger des 18. Jahrhunderts und ihr Bedürfnis nach Austausch und Information. Mit anderen Kunstinteressierten wurde eine Gesprächskultur über Bilder durch das gemeinsame Betrachten der Zeichnungen gepflegt.

Städel Frankfurt | www.staedelmuseum.de/de