David Hockney: My Parents, 1977, Tate, London, © David Hockney, © Foto:Tate, London 2019

Hamburg

DAVID HOCKNEY
1.2. – 13.9.2020

Mit David Hockney (geb. 1937) präsentiert das Bucerius Kunst Forum einen der bedeutendsten Gegenwartskünstler Großbritanniens. Seine Ausstellungen sind Publikumsmagnete und jüngst löste er Jeff Koons als teuersten noch lebenden Künstler ab. Doch was steckt hinter dem Phänomen Hockney? Welche Themen treiben den Maler seit jeher an? Die Ausstellung widmet sich Hockneys vielseitigem Schaffen als Maler, Zeichner und Grafiker und untersucht dabei einen zentralen Aspekt, der sich durch sein gesamtes Werk zieht: die konsequente Aus- einandersetzung mit den Möglichkeiten der Wahrnehmung und Darstellung von Realität.
Bucerius Kunst Forum | www.buceriuskunstforum.de

Félix Vallotton, La poudreuse, 1921 Öl auf Leinwand, 82 x 100 cm Privatbesitz

Zürich (CH)

Schall und Rauch
Die wilden Zwanziger
3.7. - 11.10.2020

Vom 3. Juli bis 11. Oktober 2020 präsentiert das Kunsthaus Zürich eine grosse Themenausstellung zu den zwanziger Jahren: «Schall und Rauch. Die wilden Zwanziger». Zum ersten Mal seit den 1970er-Jahren werden in einer Kunstausstellung das Bauhaus, Dada, die Neue Sachlichkeit sowie Design- und Architekturikonen des Modernismus länderübergreifend miteinander in einen Dialog gesetzt. Kunstschaffende des 21. Jahrhunderts nehmen den disruptiven Geist der Zwischenkriegszeit auf und überraschen mit neuen Arbeiten.Die 1920er-Jahre waren ein Jahrzehnt der Aufbrüche und Rückfälle. Ein verheerender Weltkrieg und eine daran anschliessende schwere Pandemie, die erstaunliche Parallelen zur aktuellen Coronakrise aufweist, hatten den Lebensdurst der Menschen geweckt. In keinem Moment des 20. Jahrhunderts war die Sehnsucht der Menschen nach Neuerungen so gross wie damals.

Kunsthaus Zürich | www.kunsthaus.ch

Edgar Degas (1834–1917), Kleine 14-jährige Tänzerin, 1878/79–1881 Bronze H. 98 cm Europäische Privatsammlung, Foto: Städel Museum - Horst Ziegenfusz

Frankfurt

EN PASSANT
IMPRESSIONISMUS IN SKULPTUR
bis 25.10.2020

Der Impressionismus fasziniert auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entstehung. Vor allem die Malerei mit ihrem lockeren, skizzenhaft anmutenden Duktus, der hellen Farbpalette und den alltäglichen Motiven ist jedermann vertraut. Bis heute weniger erforscht und einem breiten Publikum unbekannt ist hingegen die Vielfalt des Impressionismus in der Skulptur. Das Städel Museum geht in einer großen Ausstellung erstmals der Frage nach, wie sich Eigenschaften der impressionistischen Malerei wie Licht, Farbe, Bewegung – sogar Flüchtigkeit – in der Bildhauerei manifestiert haben. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen fünf Künstler: Edgar Degas (1834–1917), Auguste Rodin (1840–1917), Medardo Rosso (1858–1928), Paolo Troubetzkoy (1866–1938) und Rembrandt Bugatti (1884–1916). Mit ihren Werken stehen sie stellvertretend für unterschiedliche Spielarten der impressionistischen Skulptur.

Städel Museum | www.staedelmuseum.de

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives Installationsansicht / Installation view Haus der Kunst, 2020 Foto: Maximilian Geuter © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

München

Franz Erhard Walther. Shifting Perspectives
bis 29.11.20

Franz Erhard Walther (* 1939 in Fulda) – Träger des Goldenen Löwen der Venedig Biennale 2017 - ist eine Schlüsselfigur der Abkehr vom Bild seit der europäischen Nachkriegszeit. Jenseits des klassischen Verständnisses von Skulptur und Malerei formulierte er einen völlig neuen Werkbegriff, der den Betrachter als Akteur mit einbezieht. Bereits in seinem Frühwerk beschäftig Walther sich in unterschiedlichen Medien mit dem Zufälligen und dem Prozessualen als Gestaltungsprinzipien. Gleichzeitig wurde Stoff ein bis dahin ungebräuchliches künstlerisches Material bei Walther zum Innovationsträger, aus dem die Aktivierungsobjekte hervorgingen. Mit dem Schlüsselwerk der Vier Körperformen (1963) wird der Körper zum Motiv. Es entsteht der Erste Werksatz (1963–1969), der aus 58 aktivierbaren Stücken besteht, die den Betrachter in außergewöhnliche zwischenmenschliche Situationen versetzen. Mit ihm erlebt Walther 1969 seinen Durchbruch, als er den Werksatz anlässlich der Ausstellung „Spaces“ im New Yorker MoMA präsentiert. Unter dem Einfluss der Pop Art werden Walthers Textilien zusehends farbiger. In den Wandformationender 1980er-Jahre erzielt er eine unvergleichbare Verschränkung von Malerei, Skulptur und Architektur, die sich bis heute fortsetzt.

Haus der Kunst | www.hausderkunst.de

Christo Arc de Triomphe, Wrapped  (Project for Paris)  Place de l'Etoile – Charles de Gaulle, 2019, Collage, , Bleistift, Wachsmalstift, Emailfarbe, , Fotografie von Wolfgang Volz,  , Karte und Klebeband © Christo

Berlin

Christo and Jeanne-Claude: Projects 1963–2020
bis 14.9.2020

Das PalaisPopulaire setzt am 6. Mai sein Programm fort. Den Auftakt nach der Wiedereröffnung macht das wohl populärste Künstlerpaar der Welt: Christo und Jeanne-Claude. Der Besuch der Ausstellung Christo and Jeanne-Claude: Projects 1963–2020, die bis zum 17. August 2020 dauert, ist durchgehend kostenlos. „Damit in der herausfordernden Corona-Zeit möglichst viele Menschen wieder Kunst im Original erleben können, wird für alle der Eintritt frei sein“, so Svenja von Reichenbach, die Leiterin des PalaisPopulaire.

Die besondere Ausstellung im PalaisPopulaire dokumentiert alle spektakulären Projekte der beiden Künstler seit den frühen 1960er-Jahren bis heute. Die Werke von Christo and Jeanne-Claude: Projects 1963–2020 stammen aus der Sammlung von Ingrid und Thomas Jochheim, die Christo und Jeanne-Claude seit 1994 kennen. Das Ehepaar aus Recklinghausen gehört zu den wenigen Sammlern und Unterstützern weltweit, deren Objekte und Unikate sämtliche Projekte von 1963 bis heute abdecken.

PalaisPopulaire | www.db-palaispopulaire.de

ALEXEJ VON JAWLENSKY Spanierin, 1913, Öl auf Karton, 89 x 70 cm Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München Foto: Lenbachhaus

Wiesbaden

LEBENSMENSCHEN
Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin
bis 23.8.2020

Alexej von Jawlensky (1864-1941) und Marian- ne von Werefkin (1860-1938) sind in den Kanon der Kunstgeschichte als eines der wegweisenden Künstlerpaare der Avantgarde eingegangen. Mit der von ihnen 1909 initiierten Gründung der Neuen Künstlervereinigung München, aus der zwei Jahre darauf der Blaue Reiter hervor- gegangen ist, haben sie nicht nur als Vordenker (Werefkin) und malerischer Impulsgeber (Jaw- lensky) dieser Vereinigungen Kunstgeschichte geschrieben, sondern auch jeder für sich und zusammen als Paar einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Moderne am Beginn des 20. Jahrhunderts geleistet.
Museum Wiesbaden | www.museum-wiesbaden.de

Andy Warhol, Marilyn, 1967, Farbsiebdruck aus dem 10-teiligen Portfolio, © 2020 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett / Jörg P. Anders  

Berlin

Pop on Paper
Von Warhol bis Lichtenstein
12.5.2020 bis 16.8.2020 

Das Berliner Kupferstichkabinett präsentiert erstmals in einer Ausstellung die Highlights seiner Pop Art-Sammlung, die zu den bedeutendsten in Europa zählt. Ausgehend von der US-amerikanischen Druckgraphik der 1960er-Jahre und den Pop Art-Pionieren Andy Warhol und Roy Lichtenstein entfaltet „Pop on Paper“ ein stilistisch wie thematisch breites Spektrum, das von Arbeiten so unterschiedlicher Künstler*innen wie Claes Oldenburg, James Rosenquist oder Elaine Sturtevant zu Allen Jones, Sigmar Polke und Maria Lassnig nach Europa und bis in die Gegenwart reicht.

Kulturforum |www.smb.museum

Angelika Kauffmann, Selbstbildnis mit Büste der Minerva, um 1784, Öl auf Leinwand, Bündner Kunstmuseum, Chur, Depositum der Gottfried Keller-Stiftung, Bundesamt für Kultur, Bern © / Foto: Bündner Kunstmuseum, Chur

Düsseldorf

Angelika Kaufmann
Künstlerin, Powerfrau, Influencerin
bis 20.9.2020

Der Kunstpalast widmet Angelika Kauffmann (1741–1807), der berühmtesten Künstlerin im Zeitalter der Aufklärung und Empfindsamkeit, eine große Überblicksausstellung. Unter den etwa 100 Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen werden etliche erstmals öffentlich gezeigt. Auch Druckgrafik und Kunsthandwerk nach Motiven Kauffmanns lassen eine Zeit aufleben, in der es hieß: „Die ganze Welt ist verrückt nach Angelika“! Die laut J. G. Herder „vielleicht kultivierteste Frau in Europa“ war eine weltoffene Künstlerin des Klassizismus von europäischem Rang. Bewundert für ihr künstlerisches Talent, ihre umfassende Bildung und ihren vorbildlichen Charakter, durchlief Kauffmann eine für Frauen damals beispiellose Karriere. Sie trat mit bemerkenswerten Frühwerken in Erscheinung, ließ sich in Italien ausbilden und kam in London als Historien- und Bildnismalerin zu Ruhm und Reichtum. Schließlich eröffnete die kluge, sehr gut vernetzte Geschäftsfrau in Rom eines der bestbesuchten Ateliers ihrer Zeit. Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Royal Academy of Arts, London, organisiert, wo sie im Anschluss zu sehen sein wird.

Kunstpalast | www.kunstpalast.de

Carroll Dunham Ohne Titel, 2014-2015, Bleistift auf Papier 14 x 10,8 cm, Besitz des Künstlers, the artist and Gladstone Gallery, New York and Brussels © Carroll Dunham

Hannover

ALBERT OEHLEN / CARROLL DUNHAM
Bäume / Trees
13.6. - 18.10.20

Mit Carroll Dunham und Albert Oehlen stellt das Sprengel Museum Hannover erstmals zwei der jeweils einflussreichsten Maler ihrer Generation aus den USA und Europa mit großformatigen Gemälden sowie Zeichnungen, Radierungen und Monotypien in einem konzentrierten thematischen Fokus gegenüber, in dem sie das Motiv des Baumes in ihren radikal eigenständigen Bildsprachen durchdeklinieren. Beide Künstler sehen im jeweils anderen den „wahrscheinlich besten Baum-Maler der Welt“ und nehmen das Motiv zum Anlass, innerhalb selbst gesteckter Parameter die Möglichkeiten der Malerei zu testen. Während Bäume bei Oehlen blattlos kahl, mitsamt Wurzeln den Bildraum dominieren und zum figurativen Anstoß abstrakter Bilder werden, zeigt Dunham sie blühend oder vom Wind gepeitscht, dann wieder frisch gefällt und abgestorben. Ihre so unterschiedlichen Sichtweisen rufen ein weites Feld der Kulturgeschichte auf, das vom biblischen „Erkenntnisbaum“ zur Romantik, von Piet Mondrian über Joseph Beuys bis hin zur aktuellen Klimakrise reicht. Am Ende wird der Baum aber vor allem zum Feld des unermüdlichen Experiments und der Erneuerung, so wie es die Natur selbst immer wieder vorgibt.

Sprengel Museum | www.sprengel-museum.de

Daniel Knorr, CANVAS SCULPTURES, Gorki Park, 2020, Polyurethan UV-beständig , 225 x 184 23 cm, Fotograf: Bernd Borchardt © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Tübingen

Daniel Knorr
We make it happen
bis 20.9.2020

Daniel Knorr (1968, Bukarest) zählt zu den innovativsten Konzeptkünstlern seiner Generation. Seine ortsspezifischen Installationen sorgten in der Vergangenheit für viel Aufsehen: So ließ er anlässlich der documenta 14 weißen Rauch aus dem Zwehrenturm über Kassel aufsteigen und löste 2005 mit einem leeren Pavillon (European Influenza), mit dem er sein Heimatland Rumänien bei der 51. Biennale in Venedig vertrat, eine politische Debatte aus. Aus heutiger Sicht erscheint der "politisch infektiöse" Biennale Pavillon-Beitrag von damals wie eine subtile Vorahnung der heutigen Corona-Pandemie. Über diese spannenden Projekte im öffentlichen Raum hinaus hat der heute in Berlin und Hongkong lebende Künstler seit den 1990er Jahren ein vielseitiges Œuvre geschaffen, das neben Fotografie und installativ-skulpturalen Arbeiten auch Performances und partizipatorische Aktionskunst umfasst. Die Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen ist die erste institutionelle Schau des Künstlers in Deutschland. Sowohl retrospektiv als auch thematisch angelegt, zeigt die Ausstellung anhand von Themenfeldern wie Alltag / Spuren und Symbole wie Daniel Knorr gesellschaftliche und soziale Belange sowie das Kunstsystem selbst in seinen Arbeiten befragt.

Kunsthalle Tübingen | www.kunsthalle-tuebingen.de

München

H. HÖDICKE. EINE RETROSPEKTIVE
bis 13.9.2020

Der Maler K. H. Hödicke (*1938 Nürnberg) zählt zu Beginn der 1960er-Jahre zu den Wortführern einer kleinen Gruppe ungestümer jugendlicher Querdenker, die die Malerei revolutionieren wollen. Kaum dass die deutsche Nachkriegsmoderne wieder Anschluss an internationale künstlerische Tendenzen der Abstraktion gefunden hat, begehren sie gegen diese neuerliche Doktrin auf und halten mit einer Renaissance der für obsolet erklärten figurativen Malerei dagegen. Die retrospektiv angelegte Ausstellung K. H. Hödicke in der Staatlichen Graphischen Sammlung München gibt einen Einblick in ein nahezu unerschöpfliches künstlerisches Werk und demonstriert in der Zusammenschau von Zeichnung, Gemälde und Skulptur, dass K. H. Hödicke heute zweifellos zu den Klassikern gehört, sein Jahrzehnte übergreifender Werklauf aber hat seine Frische und Aktualität bewahrt. 1957 war der jugendliche Hödicke mit seiner Familie nach Berlin gekommen. Zuvor hatte er die prägenden Jahre seiner Kindheit und Jugend nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in München verbracht. Hier macht der Farbenrausch der Künstlergruppe Der Blaue Reiter bei seinen vielen Besuchen im Lenbachhaus tiefen Eindruck auf ihn. Daneben entdeckt und begeistert er sich in der Pinakothek für die malerische Freiheit der alten Meister. Künstlerische Maxime, die sein eigenes Schaffen zukünftig bestimmen werden.

Pinakothek der Moderne | www.pinakothek.de 

Credit: H. Hödicke, Schneemann/Schornsteinfeger, 1990/91, Mischtechnik auf Papier, 999 x 700 mm, Foto: Staatliche Graphische Sammlung München© VG Bild-Kunst, Bonn 2020