Lasar Segall, Encontro, ca. 1924, Öl auf Leinwand, 66 × 54 cm, © Acervo Museu Segall – IBRAM/MinC

„museum global“
10.11.2018 – 10.3.2019

Seit den späten 1990er Jahren wächst das Interesse an einer globalgeschichtlichen Perspektive auf die Moderne, die lange nur jene avantgardistischen Kunstrichtungen meinte, die sich im 20. Jahrhundert in Wien, Paris, Berlin und später New York entwickelten. Aber auch außerhalb der Grenzen Europas und Nordamerikas existierten Zentren der Kunstproduktion, wo eigenständige Positionen jenseits von oder in Auseinandersetzung mit der „westlichen Moderne“ formuliert wurden. Ausgehend von der 1961 gegründeten Sammlung des Landes Nordrhein-Westfalen mit ihrem westlichen Fokus lenkt das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „museum global“ den Blick auf eine „exzentrische“ Moderne und erzählt in Mikrogeschichten von ausgewählten künstle- rischen Manifestationen, die in den Jahren zwischen 1910 und 1960 in Japan, Georgien, Brasilien, Mexiko, Indien, Nigeria oder im Libanon artikuliert wurden. Vielfältiger künstlerischer Austausch, Reisebegegnungen, Korrespondenzen, Publikationen und Ausstellungsbeteiligungen trugen zu diesen Entwicklungen bei.

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Alex Katz, Winter, 1996, Öl auf Leinwand, 228,6 x 167,6 cm, Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

München

ALEX KATZ
6.12.2018 – 22.4.2019

Mit „Alex Katz“ stellt das Museum Brandhorst einen der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte vor. Gefeiert für seine ikonischen Porträts stilbewusster Frauen und für seine impressionistischen Landschaftsdarstellungen, hat der inzwischen 91-jährige Katz Generationen von Malern inspiriert. Die Sensibilität für vibrierende Oberflächen verbindet er zwanglos mit der Augenblickhaftigkeit der Fotografie – viele seiner Gemälde wirken wie virtuos gemalte Schnappschüsse oder Modefotografien. Nicht zuletzt deshalb gilt Katz als einer der wichtigsten Vorläufer der Pop Art. Mit ihren rund 90 ausgestellten Werken, darunter einige Schlüsselwerke des Künstlers, ermöglicht die Ausstellung einen retrospektiven Überblick über das

Museum Brandhorst
www.museum-brandhorst.de

Davos (CH)

Hans Danuser. Der Fujiyama von Davos
25.11.2018 - 28.4.2019

Hans Danuser (*1953) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Internationales Renommee erlangte er bereits Ende der 1990er Jahre mit seinen Aufsehen erregenden fotografischen Werkzyklen. Ab November präsentiert das Kirchner Museum Davos erstmals die vollständige Werkserie „Der Fujiyama von Davos“, basierend auf seinem „Matographie – The One-Million-Pound“ Projekt. Berge und Vulkane in immer neuen sensiblen Variationen und Reihungen. Inspiriert vom Blick auf die markante Lawinenverbauung am Schiahorn oberhalb von Parsenn und ein in den Graubündner Schiefersand geritztes „Delta“-Symbol. Danuser hatte das im Rahmen einer Exkursion vom Mathematiker Andrew Barbour auf den Boden gezeichnete Motiv fotografiert und begann ab den 1990er Jahren mit ersten Arbeiten zum „Fujiyama von Davos“. Die individuellen Bergmotive isolierte, vergrösserte und sezierte er und eröffnete damit einen völlig neuen Blick auf das Motiv Berg.

Kirchner Museum Davos
www.kirchnermuseum.ch

Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege?“, 1973 Acryl auf Leinwand, 2-teilig, 130 x 210 cm © Estate of Jörg Immendor , Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

München

Jörg Immendorff:
Für alle Lieben in der Welt
14.9.2018 – 27.1.2019

Erst Ende der 1970er-Jahre fasste Immendorff (1945-2007) den Ent- schluss, seine Dreifach-Existenz als politischer Aktivist, Lehrer und Maler ganz auf die Seite der Kunst zu verlagern. Dabei markiert das Jahr 1976 in mancher Hinsicht ein Schlüsseljahr: Immendorff beteilig- te sich an der Biennale in Venedig mit einer Flugblattaktion, die die „Freiheitsberaubung“ in der DDR attackiert und internationale künstlerische Kooperation als Vehikel zu ihrer Überwindung fordert; daran anschließend folgte 1978 der Ein- stieg in den Café-Deutschland-Zyklus, angeregt durch Renato Guttusos Café Greco, das Immendorff in einer Ausstellung in Köln gesehen hatte. Mit der Arbeit am Café-Deutschland-Zyklus gewinnt Immendorffs Malerei in Duktus und Farbigkeit an Expressivität, mit der er sich gleichzeitig von der ideologisch gefärbten Emblematik befreit. Der hier ein- geleitete Veränderungsprozess mit seiner formalen und inhaltlichen Öffnung entwickelte sich in der letzten Werkphase zu einer bildsprachlichen „Lichtung“ im Sinne einer neuen malerischen Kraft und Leichtigkeit, die Immendorff selbst einmal als „Befreiungsschlag“ bezeichnet hat: „Ich bin froh, dass sie aufgrund ihrer radikalen Konzentra- tion nicht mehr selbstverständlich die Frage nach der Fabel provozie- ren. Ich habe in ihnen Schritt für Schritt das erzählende Lametta hinweggerafft, sodass die Faktur von Form und Farbe wie von selbst im Mittelpunkt steht.“
Die Retrospektive wird ca. 100 Werke umfassen. Sie folgt keiner strengen Chronologie der Werke, vielmehr wird sie entscheidende Schwerpunkte der Werkentwicklung in Kapitel darstellen.
Haus der Kunst
www.hausderkunst.de

Candice Breitz, TLDR, 2017 (Still) Courtesy Candice Breitz und KOW, Berlin

St. Gallen (CH)

THE HUMANS
25.9.2018 – 17.3.2018

Théodore Géricault (1791–1824) voll- endete 1819 das berühmte Gemälde „Le Radeau de la Méduse“ („Das Floß der Medusa“, Louvre, Paris). Dieses bildgewaltige Meisterwerk beruht auf einer Sensationsmeldung. 1816 begleitete die Fregatte Méduse einen Konvoi nach Senegal, der Staatsbedienstete in das ferne Land bringen sollte. An Bord waren annähernd 400 Personen, darunter ein unerfahrener Kapitän, Hugues Duroy de Chauma- reys. Das Schiff lief auf Grund, und der Kapitän befahl den Bau eines Floßes aus Teilen der Medusa, da lediglich sechs Rettungsboote vorhanden waren. Auf dem mit 150 Personen überfüllten Floss brach schnell Kannibalismus aus, sodass schließlich nur noch 10 Personen gerettet werden konnten.
Kunstmuseum St. Gallen
www.kunstmuseumsg.ch

Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, um 1924, Leimfarbe auf Rupfen, 120 x 75,5 cm, Von der Heydt-Museum Wuppertal © Von der Heydt-Museum Wuppertal/Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal

Berlin

MALER. MENTOR. MAGIER. Otto Mueller und sein
Netzwerk in Breslau
12.10.2018 – 3.3.2019

Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt erstmalig den enor- men Ein uss des ehemaligen Brü- cke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er-Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die viel- fältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus mit Oskar Schlemmer, Georg Muche oder Johannes Molzahn.Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt der Malerei der Moderne: Otto Mueller und sein Netzwerk erlebten in Breslau eine schöpferische Phase, die sie angeregt durch Austausch und gegenseitige Einflussnahme als höchst produktiv beschrieben.

Hamburger Bahnhof / Museum für Gegenwart Berlin
www.smb.museum

Egon Schiele: Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912, Öl auf Holz, 42,2 x 33,7 cm, Leopold Museum, Wien, Inv. 462 © Fotogra e Leopold Museum, Wien

Schweinfurt

Egon Schiele
Freiheit des Ich
14.10.2018 - 6.1.2019

Egon Schiele (1890-1918) gehört zu den bekanntesten und faszinierendsten Künstlern Österreichs und des 20. Jahrhunderts. Dem nur 28 Jahre alt gewordenen Maler und Zeichner gelangen innerhalb kürzester Zeit die Ausbildung eines unverkennbaren Stils und die frühe Anerkennung über die Grenzen des Landes hinaus. Er galt als Bürgerschreck und Provokateur, inszenierte sich als Märtyrer, Prophet und leidenschaftlicher Kämpfer. Im Schiele-Jahr 2018 wird die Ausstellung in Schweinfurt sein Werk unter den Aspekten Körperdarstellung, Gefühlswelt und Subjektivität erschließen. Sie wirft den Blick auf extreme Posen und Gesten als Ausdrucksmittel innerer Vorgänge, aber auch in Anlehnungen an Vorbilder in Kunst, Theater und frühem Film. Sie stellt Schieles Porträts in Bezug zu Selbstbildnissen anderer Maler und geht der These nach, dass auch die Kriegsfotografie der Bal- kankriege und des Ersten Weltkrieges Einfluss auf seine Körperdarstellungen hatten. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Leopold Museum in Wien. Vieles wird erst- mals in Deutschland zu sehen sein.

Museum Georg Schäfer Schweinfurt
www.museumgeorgschaefer.de

Piet Mondrian, Komposition im Oval mit farbigen Flächen (Nr. 2), 1914. Collection Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands

Wiesbaden

Piet Mondrian
Natur und Konstruktion
26.10.2018 – 17.2.2019

Mit Piet Mondrian (1872–1944), der mit Kasimir Malewitsch und Wassily Kandinsky zu den prominentesten Vertretern der abstrakt-geometrischen Kunst gehört, stellt das Museum Wiesbaden in enger Kooperation mit dem Gemeentemuseum Den Haag einen Maler vor, der hinsichtlich des radikalen Umbruchs an der Schwelle des 19. und 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielt. Spätestens mit der Gründung der Gruppe „De Stijl“ 1917 in Leiden gehört der holländische Maler mit seinen streng geometrischen, zumeist lediglich in Primärfarben ausgeführten Werken zu den wichtigsten Künstlern der Klassischen Moderne.Die Ausstellung vollzieht schrittweise alle Entwicklungsstufen Mondrians – ausgehend von seiner wenig bekannten naturalistischen Malerei Mitte der 1890er-Jahre über eine abstrahierende Phase zwischen 1908 und 1917 bis hin zur Malerei der absoluten Gegenstandslosig- keit.

Museum Wiesbaden
www.museum-wiesbaden.de

Erwin Wurm, Staubsauger, 2017, Aquarell, Buntstift, Pa- pier © Studio Erwin Wurm | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Wien (A)

Erwin Wurm.
Peace & Plenty
21.11.2018 – 31.3.2019

Erwin Wurm zeichnet fast täglich, ob daheim oder auf Reisen. Zeichnend überbrückt er beispielsweise die ersten Morgenstunden, bis die Familie zum gemeinsamen Frühstück bereit ist. Dabei arbeitet er mit dem vor Ort verfügbaren Papier, in verschiedenen Qualitäten und Formaten. Peace & Plenty verweist auf diese Situation – so heißt nämlich das Hotel in George Town/ Great Exumas, in dem unzählige Zeichnungen entstanden – wie auf den Umfang des Konvoluts. In den letzten drei Jahren hat Erwin Wurm hunderte Blätter geschaffen, mit Bleistift, Farbstift, Kugelschreiber, als Aquarelle oder Collagen. Die Zeichnungen sind Reflexion, Weltkommentar und Ideenspeicher. Thematisch gleichen sie einem Tagebuch, tauchen darin doch Menschen auf, mit denen Erwin Wurm in Kontakt ist, Künstlerfreunde, die Familie, aber auch Selbstporträts und aktuelle Projekte, seien dies Ideen zu „One Minute Sculptures“ oder Zeichnungen von Wohnwagen und Lastwagen für sein Biennale-Projekt in Venedig 2017.

Albertina
www.albertina.at

Marcel Duchamp: Flaschentrockner, Ready-Made: Stahl, verzinkt, 1964 (Replik des Originals von 1914, angefertigt unter der Aufsicht von M. Duchamp. Ex. 1/8), Staatsgalerie Stuttgart © Association Marcel Duchamp/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Stuttgart

Marcel Duchamp 
100 Fragen.100 Antworten.
23.11.2018 – 10.3.2019

Es gibt kaum einen Künstler, der hin- sichtlich seines Werks und seiner Persönlichkeit faszinierender ist als Marcel Duchamp (1887-1968). Indem er einen Alltagsgegenstand zum Kunstwerk erklärte und damit als Erfinder des „ready-made“ die Kunstgeschichte revolutionierte, wurde er zum Vordenker einer ganzen Generation von Konzeptkünstlern. Bis heute hat der Einfluss seiner Werke und Schriften eine immense Bedeutung für die Gegenwartskunst. Erstmals zeigt die Staatsgalerie ihren umfangreichen Marcel-Duchamp-Bestand und das zugehörige Archiv Serge Stauffer in einer Ausstellung. Einflussreiche Werke aus der eigenen Sammlung wie der Flaschentrockner, das Gemälde „Studie für die Schokoladenreibe No. 2“ und das Fensterobjekt „La Bagarred’Austerlitz“ treffen auf internationale Leihgaben. Ergänzt werden die Werke durch ein einzigartiges Archiv, das von dem Schweizer Künstler und Duchamp-Forscher Serge Stauffer zusammengetragen wurde. Erstmalig werden die bedeutenden „100 Fragen“ zu sehen sein, die Stauffer 1960 im Zuge eines langjährigen Briefwechsels an Duchamp richtete. Die „100 Antworten“ Duchamps ermöglichen nicht nur wesentliche Einblicke in sein künstlerisches Denken, sondern zeigen auch die außergewöhnliche Forschertätigkeit Stauffers. Erarbeitet durch ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt werden die Ausstellung und die be- gleitende Publikation neue Erkennt- nisse in die internationale Duchamp- Rezeption einbringen.

Staatsgalerie Stuttgart
www.staatsgalerie.de