Medici, 1971/72, Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung © Franz Gertsch, Foto: Dominique Uldry, Bern

Linz (A)

FRANZ GERTSCH
Die Siebziger
30.10.2020 – 21.2.2021

Im März 2020 feierte der international berühmte Schweizer Künstler Franz Gertsch seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt das Lentos Kunstmuseum Linz eine Ausstellung mit monumentalen, beeindruckenden Gemälden, die sich im Wesentlichen auf Gertschs entscheidende Schaffensphase der 1970er-Jahre konzentriert. Franz Gertsch erlebte 1972 an der documenta 5 in Kassel (D) seinen internationalen Durchbruch als der Schweizer Vertreter des Fotorealismus. Drei Jahre zuvor hatte er das Medium der Fotografie als Basis für seine Arbeiten entdeckt. Seitdem bildet die Fotografie – fast immer eine selbst gefertigte – den Ausgangspunkt für sein Wirken. Indem er die Farbe mit dem Pinsel direkt auf ungrundierten Stoff aufträgt, erhalten seine riesigen Gemälde, nicht zuletzt durch den langen Schaffensprozess, eine vibrierend malerische Qualität. Gertschs Familie sowie der Künstler und Performer Luciano Castelli sind neben der Rockpoetin Patti Smith, der «Godmother of Punk», die wichtigsten ProtagonistInnen in Franz Gertschs betörenden Gemälden der 1970er-Jahre. Tauchen Sie mit uns in das Zeitgefühl der wilden Siebziger ein!

Lentos Kunstmuseum Linz | www.lentos.at

A study for a portrait of STR ver.2 © Torben Eskerod, 2003

Frankfurt

Findings, Torben Eskerod
7.11.2020 – 31.1.2021

International bekannt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet ist der dänische Fotograf Torben Eskerod (*1960) für seine vielfältigen Porträts unterschiedlichster Existenzen – etwa Hypnotiseure, Nonnen, Heiler oder einfach Freunde zwischen 40 und 50 – sowie für seine porträthaften Aufnahmen von Toten- masken oder hölzernen Modellköpfen. Darüber hinaus umfasst sein Werk hintergründig- kontemplative Bilder von Architektur und Landschaften, Kunst- und Artefakte-Fotografie und Arbeiten, die in Zusammenarbeit mit Anthropologen, Architekturhistorikern und Museumskuratoren entstanden sind.

Mit 140 Farb- und Schwarzweißfotografien aus insgesamt 21 Werkserien präsentiert die Ausstellung „Findings. Torben Eskerod“ erstmals einen Überblick dieses beeindruckend großen Spektrums. Zugleich zeigt die Schau den unverwechselbaren Stil des Fotografen, der sich sowohl in seinem künstlerischen wie in seinem wissenschaftlich- dokumentarischen Schaffen manifestiert und sein Œuvre als Ganzes eint.

Fotografie Forum Frankfurt | www.fffrankfurt.org

Katharina Sieverding: THE GREAT WHITE WAY GOES BLACK IX, 1977 © Katharina Sieverding, VG Bild-Kunst Bonn 2020 © Foto: Klaus Mettig, VG Bild-Kunst Bonn 2020

Hamburg-Harburg

Katharina Sieverding
Fotografien, Projektionen, Installationen 20920 – 1966
7.11.2020 – 4.4.2021

Die Deichtorhallen Hamburg zeigen ab 7. November 2020 auf vier Stockwerken der Sammlung Falckenberg mit die bisher größte Einzelausstellung der Künstlerin Katharina Sieverding. Rund 120 Arbeiten spannen einen Bogen durch alle Werkphasen der Künstlerin: Von den frühen großformatigen Fotografie-Montagen der 1960er-Jahre über die bildgewaltigen Selbstporträt-Serien und filmischen Werke der 1970er bis 1990er-Jahre bis hin zu gegenwärtigen Produktionen. Diese umfassen auch neue, bisher ungezeigte Arbeiten wie den dokumentarischen Film Metroboards über Sieverdings Kunst im öffentlichen Raum sowie das Werk Gefechtspause, das sich mit dem Lockdown während der Corona-Krise beschäftigt. Die Ausstellung FOTOGRAFIEN, PROJEKTIONEN, INSTALLATIONEN legt einen besonderen Fokus auf die ungebrochen hohe Aktualität früherer Werke und das Interesse der Künstlerin installative Zugänge zum Medium Fotografie zu schaffen.

Seit mehr als fünf Jahrzehnten gehört Katharina Sieverding zu den Pionierinnen, die früh die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten von Fotografie erkannt haben und das Medium fortwährend inhaltlich und formal erweitern. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Transformations- und Präsentationsvorgänge, Fragen nach Identität, Gender und Race. Bekannt geworden ist Sieverding durch die Konsequenz, mit der sie filmisch und fotografisch ihr zum Teil extrem vergrößertes und auf vielfältige Weise manipuliertes  Porträt seit den 1960er-Jahren einsetzt. Ab den 1970er-Jahren erarbeitet sie großformatige Montagen zu den gesellschaftlichen Fragen der Zeit, sei es zur atomaren Bedrohung durch den Kalten Krieg, zur RAF, zu weltpolitischen Krisen und zwischenmenschlichen Beziehungen, zur Verarbeitung des Nationalsozialismus und zur aktuellen Corona-Krise. Dabei hinterfragt sie die beschleunigten Bildprozesse  der Gegenwart kritisch im Sinne einer Verantwortung auch sich selbst gegenüber.

Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen die 1978 entstandene Fotoarbeit Schlachtfeld Deutschland, ein  Statement zur RAF-Zeit, und 1993 die Berliner Plakataktion Deutschland wird deutscher, mit der  Sieverding auf die rechtsradikalen Übergriffe nach dem Mauerfall reagierte. Kurz zuvor realisierte die  Künstlerin im Reichstagsgebäude die Gedenkstätte für die verfolgten Reichstagsabgeordneten der  Weimarer Republik.

Deichtorhallen Hamburg |Sammlung Falckenberg | www.deichtorhallen.de

Luisa Eugeni und Mattia Bonafini Foto: Ricardo Nunes

Bremen

SOMA. Luisa Eugeni und Mattia Bonafini
5.12.2020 – 28.2.2021

Für die Kunsthalle Bremen entwickeln die Performance- und Videokünstlerin Luisa Eugeni und der Komponist und Musiker Mattia Bonafini ein neues Projekt, das unter dem Titel SOMA in einer umfassenden multimedialen Ausstellung vom 5. Dezember 2020 bis 28. Februar 2021 präsentiert wird. Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlerduos. Die erste Arbeit des in Deutschland lebenden italienischen Duos entstand anlässlich der Meisterschüler*innen- Ausstellung der Hochschule für Künste Bremen 2019 und wurde mit dem renommierten Karin Hollweg Preis für Freie Kunst gewürdigt. Seit 2019 entwickeln die Performance- und Videokünstlerin Luisa Eugeni (geb. 1987) und der Komponist und Musiker Mattia Bonafini (geb. 1980) als Kollektiv Sineumbra gemeinsam interdisziplinäre Projekte, die sie in Form von multimedialen Rauminstallationen mit Videoprojektionen, Musik und performativen Elementen umsetzen. Für ihr neues Projekt SOMA spürt Sineumbra dem Verschwinden von Kultur und Traditionen Italiens nach, die sowohl auf größere gesellschaftliche Veränderungen wie auch auf Naturkatastrophen zurückgeführt werden können, sowie dem daraus gewandelten Charakter von Menschen, Orten und Landschaften. Einem kollektiven dynamischen Arbeitsgedanken folgend werden dabei ausgewählte Akteure aus den Bereichen Philosophie, Literatur, Politik, Performance und Tanz in den künstlerischen Prozess mit einbezogen. Die poetische, alle Sinne ansprechende Ausstellung lädt dazu ein, sich mit Fragen von kollektiver Verunsicherung und Traumata auseinanderzusetzen. Während der gesamten Laufzeit der Ausstellung wird die Installation durch regelmäßig stattfindende Live-Performances von Gabrio Gabrielli, Anna Jäger und Antonio Stella belebt.

Kunsthalle Bremen |www.kunsthalle-bremen.de

Jeffrey Stockbridge, Tictac and Tootsie aus der Serie KENSINGTON-BLUES-PORTRAITS-Finalist-2020

Hellerau

Internationaler Wettbewerb für Porträt-Fotografie 2021

Dresden, Pionierstadt der Fotografie. Vor den Toren der Stadt: Hellerau, Deutschlands erste Gartenstadt. Auf Dresdens “Grünem Hügel” thront seit über 100 Jahren das Festspielhaus Hellerau. An ihm ist seit 2015 der PORTRAITS – Hellerau Photography Award angesiedelt.

Hier bewerben sich Fotografen aus aller Welt, die die Themen unserer Zeit eindrucksvoll in Porträtserien umsetzen. Ihre Werke werden im Festspielhaus selbst und seit 2017 auch an weiteren außergewöhnlichen Orten über die sächsische Landeshauptstadt verteilt gezeigt: in kleinen Galerien, aufgelassenen Industriegebäuden, in Studios und Museen. So haben wir in den vergangenen vier Jahren über zweihundert Fotografinnen und Fotografen aus über 35 Ländern in 25 verschiedenen Ausstellungen präsentiert. 

Wie die PORTRAITS-Initiatoren und -Macher den Wettbewerb sehen, wonach sie alljährlich suchen und was sie zur kurativen Maxime machen, fassten 2015 die Juroren der ersten Schau, der Fotograf Matthias Creutziger und die Kunstwissenschaftlerin Dr. Katja Schumann, wie folgt zusammen:

“Wir suchen ​Psychogramme in Form von Porträts​. Wir erwarten eine neue Bildsprache, die versucht, sich von Vorbildern zu lösen. ​​Wir wollen spüren, welche Art Fotograf sich hinter den Bildern verbirgt. Weder mit der alten noch mit der neuen Mode-Fotografie ​können wir viel anfangen. ​Bloßes Handwerk ist zu​ ​wenig​. ​Bloße Schönheit ist zu wenig. Kurz: Wir erwarten Werke von leidenschaftlichen Fotografen, die sich mit dem Medium der Fotografie selbst auseinandersetzen.

Fotografinnen und Fotografen über die Webseite www.portraits-hellerau.com ihre Werkserien für den 6. PORTRAITS HELLERAU Photography Award 2021 zum Thema „Togetherness“ einreichen.

www.portraits-hellerau.com/wettbewerb/

William Kentridge, Copyright: Photo: Norbert Miguletz. Courtesy William Kentridge Studio

Hamburg

William Kentridge
Why should I hesitate: Putting drawings to work
23.10.2020 – 18.4.2021

William Kentridge (*1955 in Johannesburg) gehört zu den weltweit bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstlern, der sich auch als Theater- und Opernregisseur international einen Namen gemacht hat. Die zunächst für das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa in Kapstadt konzipierte Ausstellung WHY SHOULD I HESITATE: PUTTING DRAWINGS TO WORK bietet einen umfassenden Überblick über das Gesamtwerk Kentridges. Gezeigt werden Werke aus über 40 Jahren künstlerischer Produktion, darunter Zeichnungen, Animationsfilme, Videos, Drucke, Skulpturen, Tapisserien und groß angelegte Installationen. Der Titel der Ausstellung verweist auf Kentrigdes primäre Ausübung des Zeichnens, das den Ursprung und Basis für sein gesamtes Œuvre darstellt: »Die Linie wird dich führen – wie ein Hund, der an der Leine zieht.«

Die Ausstellung WHY SHOULD I HESITATE: PUTTING DRAWINGS TO WORK gliedert sich in drei Kapitel: Die Biografie präsentiert eine Chronologie der künstlerischen Praxis Kentridges mit frühen zeichnerischen Arbeiten und den Übergängen zu Grafik, Film, Theater und Installation mit dem Fokus auf seinem Atelier als zentralem Ort des Denkens und Schaffens. Eine Inszenierung monumentaler Werke zu den Themen Migration, Trauer, Feiern und Geschichte wird in Die Prozession und die Prozesse der Entstehung zu sehen sein. Das Kapitel Retrospektive, Drawings for Projection gibt einen Überblick über die ikonische Serie von Kentridges Stop-Frame- Animationsfilmen.

Halle für Aktuelle Kunst / Deichtorhallen Hamburg | www.deichtorhallen.de

© Bryan Adams HM The Queen, Wellington Boots, Buckingham Palace, London 2001

Düsseldorf

EXHIBITION
BRYAN ADAMS – EXPOSED
2.10.2020 – 31.1.2021

Die Galerie Gericke+Paffrath Gallery präsentiert eine Fotoausstellung des weltberühmten Musikers und Komponisten, Bryan Adams. Zahlreiche der ausgestellten Fotos, die in der Galerie Gericke + Paffrath Gallery nun käuflich zu erwerben sind, waren 2013 unter gleichnamigem Titel im Museum „NRW Forum Düsseldorf“ zu sehen. Die Ausstellung, kuratiert von Anke Degenhard, umfasst 30 seiner herausragenden Werke. Bryan Adams’ fotografisches Werk in dieser Ausstellung stellt Portraits der bekanntesten Persönlichkeiten aus Mode, Entertainment und Kunst in den Vordergrund. Jedes dieser Fotos birgt ein intimes Vertrauen vom Portraitierten zu dem Fotografen Bryan Adams.  Die berühmten Persönlichkeiten zeigen Ihre Schönheit und Verletzlichkeit, sie inspirieren den Betrachter das Foto zu hinterfragen und ihre Story zu betrachten. Die gewählten Motive zeigen Selbstinszenierung oder Selbstzerstörung, Ruhm und Macht, Glanz und Glamour oder auch Menschlichkeit und Lebensfreude.  Bryan Adams überzeugt und fasziniert durch das Auge seiner Kamera, u.a. mit Fotos von Kate Moss, Amy Winehouse, Sir Mick Jagger, Sir Ben Kingsley, Mickey Rourke oder Her Royal Majesty der Queen von England.

GERICKE + PAFFRATH GALLERY  |www.gerickepaffrath.de