Montserrat, Carribbean, 1980s, © Paul McCartney / Photographer: Linda McCartney

Berlin

LINDA McCARTNEY
The Polaroid Diaries
bis 6.6.2020

Ein Mann steht vor einem schicken roten Sportwagen. Über absurd klobigen Moonboots trägt er einen schwarzen Mantel, die linke Hand ist zum Gruß erhoben. Großer Auftritt, und doch schaut der Mann gänzlich unaffektiert in die Kamera. Die Fotografie von Paul McCartney entstand in den 1970er-Jahren. Die Frau hinter der Kamera ist Linda McCartney, die sich bereits mit ihren Porträts von berühmten Persönlichkeiten und Musikern wie Aretha Franklin, Jimi Hendrix und Bob Dylan einen Namen als Fotografin gemacht hat. Doch je öffentlicher ihr Leben wird, desto persönlicher, intimer und experimenteller wird das Thema ihrer Arbeit. Über Jahrzehnte hinweg hat sie ihr Familienleben und ihre direkte Umgebung eingefangen und ein Panorama an unprätentiösen, teils sehr intimen Momenten geschaffen, das gleichzeitig den sich wandelnden Zeitgeist dokumentiert.

C/O Berlin präsentiert in der Ausstellung vom 7. März bis zum 6. Juni über 250 Polaroids und eine Auswahl von Vintage-Ausbelichtungen aus dem Archiv der Künstlerin. Ein Großteil der Polaroids stammt aus den 1970er-Jahren, als die Sofortbildfotografie noch eine relativ neue Erfindung war, deren Möglichkeiten Linda McCartney begeistert austestete. Die Polaroids der Ausstellung geben einen intimen Einblick in McCartneys Leben und ihr visuelles Denken, wobei jedes Bild einen spezifischen Ort und Moment wiedergibt. Linda McCartney . The Polaroid Diaries macht ihre Gabe, den Moment einzufangen, erfahrbar und wird von einer Publikation im Taschen Verlag begleitet.

www.co-berlin.org

Fide Struck, Im Hafen, Arbeiter wäscht sich in der Elbe, 1930-33, Foto bpk-Bildagentur - Fide Struck (Slg. Thomas Struck)

Hamburg

FISCH. GEMÜSE. WERTPAPIERE.
FIDE STRUCK FOTOGRAFIERT HAMBURG 1930 - 33
22.1. – 23.11.2020

Markante Portraits und ungewöhnliche Perspektiven zeichnen die Bilder des Fotografen Friedrich „Fide“ Struck (1901 – 1985) aus, der in den frühen 1930er Jahren die Arbeit im Hafen, die Bauern im Hamburger Umland, aber auch die Händler an der Hamburger Börse festgehalten hat. Nachdem seine Fotografien erst 2015 in einem alten Holzkoffer wieder- entdeckt wurden, werden die Arbeiten des Autodidakten und Arbeiterfotografen jetzt vom Altonaer Museum in Zusammenarbeit mit der Stiftung F.C. Gundlach zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert. In diesem Jahr wurde der komplette Bestand von Strucks Oeuvre in das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk-Bildagentur) aufgenommen.

In Hamburg und Altona fotografierte Fide Struck in den Jahren zwischen 1930 und 1933 vor allem die Arbeiter im Hafen, in der Altonaer Fischauktionshalle und den Fischräuchereien, die Bauern auf dem Gemüsemarkt an den Deichtorhallen sowie den Handel an der Hamburger Börse. Seine Fotos bestechen zum einen durch ihre Nüchternheit, inspiriert von „Neuer Sachlichkeit“ und „Neuem Sehen“, besitzen aber in ihrer Empa

Stiftung Historische Museen Hamburg Altonaer Museum www.shmh.de

Elke Silvia Krystufek Day Dream Series, 1996 Farbfotografien, montiert auf Karton ©.Courtesy of the artist and Croy Nielsen,Vienna

Wien (A)

THE CINDY SHERMAN EFFECT
Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst
29.1. – 21.6.2020

Im Frühjahr 2020 präsentiert das Bank Austria Kunstforum Wien die Ausstellung The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst, die eine der zentralen Fragestellungen in der Kunst behandelt: Die Beschäftigung mit den Themen Identität, deren Konstruktion, Formen der Transformation und Fiktion sind von großer Aktualität angesichts der sich durch die stetig zunehmende Globalisierung immer schneller wandelnden Welt. Gleichzeitig geben neue Technologien, wie Internet, Genmanipulation, oder Klonen, vermehrt Anlass dazu, über den Begriff Identität im Sinn von Subjektgenerierung und -definition nachzudenken. Ausgehend von Cindy Shermans Werk, das zu den Klassikern der inszenierten Fotografie und des künstlerischen Rollenspiels zählt, werden diese relevanten Fragen zum Thema Identität beleuchtet. Shermans fotografische Arbeiten, die sich aus der Performance-Kunst der 1970er-Jahre und dem besonderen Interesse der Künstlerin an sich wandelnden Identitäten entwickelte, kann bis in die unmittelbare Gegenwart als stilprägend angesehen werden.

Kunstforum Wien www.kunstforumwien.at/de

 

Antonio Pérez Río, Oath of the Horatii, from the series Masterpieces, 2017

Heidelberg – Mannheim

Biennale für aktuelle Fotografie 2020
29.2. – 26.4.2020

Die Biennale für aktuelle Fotografie, 2020 unter der Schirmherrschaft von Kulturstaats- ministerin Monika Grütters, untersucht vom 29.02. bis 26.04.2020 unter dem Titel The Lives and Loves of Images, wie die Fotografie zum Symbol für die Extreme unserer Gesellschaft wurde. David Campany, Kurator der Biennale, widmet sich in seinem Konzept den widersprüchlichen Gefühlen, die Fotografie in uns auslösen kann – von leidenschaftlicher Zuneigung bis starke Skepsis. Gezeigt werden sechs Ausstellungen in sechs Häusern in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg mit zeitgenössischen und historischen Arbeiten von rund 70 internationalen Künstler*innen und Fotograf*innen.

Neues Format: In einer hochkarätig besetzten Gesprächsreihe im Vorfeld und während der Biennale diskutieren renommierte Fotokünstler*innen und Wissenschaftler*innen das Verhältnis von Fotografie und Wissenschaft.

diverse Orte www.biennalefotografie.de

London (GB)

SHOT IN SOHO
18.10.2019 – 9.2.2020

Die Photographers Gallery London zeigt die Ausstellung „Shot in Soho“ in einer Zeit, in der sich der Stadtteil Soho, die vielfältige Kultur, Gemeinschaft und Kreativität von Soho in einem radikalen Wandel befindet. Die bevorstehende Fertigstellung von Cross Rail (einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt an der Grenze zu Soho) im Herbst 2019 macht das Gebiet zu einem Hauptziel der Entwicklung der Stadt London und gefähr- det seine Existenz als Ort der Unorthodoxie und Unabhängigkeit. Dennoch war Soho immer ein Ort des Widerstands. Obwohl es relativ klein ist (ungefähr eine Quadrat-meile) und es von einigen der größten und frequentiertesten Einkaufsstraßen Londons begrenzt wird, hat es seinen Nachbarn stets standgehalten, die Gentrifizierung abgelehnt, Unterschiede gepflegt und seinen Ruf als Dorf in der Stadt, als eine Brutstätte der Unberechenbarkeit, des Ungehorsams und der verschiedenen Kulturen bewahrt.

Soho ist seit jeher ein komplexes Spektakel, das für die Musik-, Mode-, Design-, Film- und Sexbranche von zentraler Bedeutung ist und gleichzeitig ein pulsierendes Zentrum für LGBTQ, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und queere Bevölkerungsgruppen, darstellt. Es war im Laufe der Jahrhunderte auch die Heimat einer Vielzahl von Einwan- derergemeinschaften von den französischen Hugenotten über italienische, maltesische, chinesische, ungarische, jüdische und bengalische Kulturen.

Bild:  William Klein, Men hidden their faces / 69 Sauna & Massage © William Klein Courtesy of the artist

The Photographers Gallery
thephotographersgallery.org.uk