© Henning Rogge

Hamburg

Ein Haus für die Photographie

Mit dem Haus der Photographie im südlichen Gebäude der Deichtorhallen erhielt Hamburg 2005 ein Ausstellungshaus mit einer großen fotografischen Sammlung von hohem internationalen Niveau. Das Haus der Photographie zeigt internationale Wechselausstellungen zur Fotografie, von historischen Positionen des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zu jungen Fotografen der Gegenwart und Aspekten der digitalen Revolution.

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Kevin Faingnaert, Belgien, ZEISS Photography Award 2017

ZEISS PHOTOGRAPHY AWARD

Einmal im Jahr verleihen der Objektivhersteller ZEISS und die World Photography Organisation den ZEISS Photography Award. Fotografinnen und Fotografen aus aller Welt haben die Gelegenheit, ihr Können vor einer renommierten Jury und internationalem Publikum zu präsentieren. Der Preis wird im Rahmen der Sony World Photography Awards in London verliehen 

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Ellen von Unwerth, Tête à Tête , Bavaria, 2015 © + courtesy Ellen von Unwerth
Ellen von Unwerth, Tête à Tête , Bavaria, 2015 © + courtesy Ellen von Unwerth

München

Ellen von Unwerth: Heimat

Nach einem furiosen Auftakt in Los Angeles eröffnet die Münchner Galerie IMMAGIS am 14. September 2017 die Ausstel- lung HEIMAT mit über 30 Werken der deutschen Starfotogra n Ellen von Unwerth (*1954). Pünktlich zum Oktoberfest lädt von Un- werth den Betrachter zu ihrer fotogra schen Lustreise durch ihr Heimatland Bayern ein und verzückt mit einer erotisch aufge- ladenen, nostalgisch angehauch- ten und üppig inszenierten Serie voller Lebenslust. In ihrem gleich- namigen Fotoband, aus dem die- se Ausstellung kuratiert wurde, fächert die gebürtige Süddeutsche ihr durch Helmut Newton inspi- riertes Repertoire auf und erzählt mit zumeist weiblichem Personal humoristisch-ironische, lebendi- ge und freche Kurzgeschichten.
15.9.–11.11.2017 | www.immagis.de 

© Arwed Messmer, unter Verwendung einer Fotografie des Landesarchiv Baden-Württemberg

Heidelberg | Mannheim | Ludwigshafen

Biennale für aktuelle Fotografie

Die erste Biennale für aktuelle Fotografie, die ab dem 9. September 2017 in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg zu sehen sein wird, verabschiedet sich von der Fotografie, wie sie bisher bekannt ist. Unter dem Titel Farewell Photogra-phy beleuchtet ein sechsköpfiges Kuratorenteam einen sich radikal verändernden Umgang mit Bildern im digitalen Zeitalter und präsentiert einen anderen Blick auf die Geschichte der Fotografie. In sieben Kapiteln, in sieben Häusern der Region, zeigt die Biennale Arbeiten von mehr als 60 internationalen Fotografinnen und Fotografen, Künstlerinnen und Künstlern. Gezeigt werden junge zeitgenössische Arbeiten, die unsere digitale Bildkultur reflektieren, historischen fotografischen Positionen gegenübergestellt. Mehr als sechzig internationale Künstlerinnen und Künstler zeigen zum Teil eigens für die Biennale entwickelte Arbeiten. Der Stadtraum wird mit künstlerischen Interventionen und performativen Formaten bespielt. Eine umfangreiche Website soll die Debatten und Ergebnisse um die Biennale-Ausstellung öffentlich zugänglich machen.
9.9.–5.11.2017 | www.biennalefotografie.de 

München

Adolphe Braun. Ein europäisches Photographie-Unternehmen und die Bildkünste im 19. Jahrhundert

Der Franzose Adolphe Braun (1812-1877) zählt zu den erfolgreichsten Fotografen im Europa des 19. Jahrhunderts. Mit einer mehr als 300 Aufnah- men umfassenden Serie von Blumenstillleben gelang ihm 1855 auf der Pariser Weltausstellung der künstlerische Durchbruch. Von 1860 an foto- gra erte Braun mit seiner großformatigen Kamera die alpinen Landschaften und Städte der Schweiz, die gelegentlich von Gustave Courbet als Vorlagen für Gemälde verwendet wurden. Nicht nur in der französischen und deutschen Kunst von Claude Monet, Rosa Bonheur, Eugène Fromentin, Er- nest Meissonier oder Anselm Feuerbach waren die Fotogra en von Braun als Studien beliebt, auch die amerikanische Stilllebenmalerei von William Harnett verdankt dem Elsässer wesentliche Im- pulse. Neben fotogra schen Stillleben, Tierstudien, Architektur- und Landschaftsdarstellungen konzentrierte sich Braun auf die Kunstreproduktion. Das Unternehmen Braun galt als führend in der präzisen Wiedergabe von Werken der Malerei, Skulptur und Gra k.
6.10.2017–21.1.2018 | www.muenchner-stadtmuseum.de 

Helmut Newton, Heather looking through a keyhole, Paris, 1994 © Helmut Newton Estate

Berlin

Mario Testino. Undressed
Helmut Newton. Unseen
Jean Pigozzi. Pool Party

Helmut Newton hatte bei der Gründung seiner Stiftung im Jahr 2003 verfügt, parallel zu seinem eigenen Werk anderen Fotografen hier ebenfalls ein Forum zu bieten. Dieser Wunsch wird auch posthum umgesetzt, und diesmal sind es zwei ungewöhnliche Projekte befreundeter Kollegen: Mario Testino und Jean Pigozzi. Mario Testinos „Undressed“ ist eine ortsspezifische, für die Helmut Newton Stiftung exklusiv konzipierte Installation aus Mode- und Aktaufnahmen, darunter zahlreiche unveröffentlichte Studioporträts. Bei dieser Bildauswahl geht es um die Visualisierung und Materialisierung des „Ausziehens“, um eine Analyse der Übergänge von Mode, Erotik und Anatomie, welche uns einen tiefen Einblick in Testinos Archive und Arbeitsmethodik gewährt. Von Helmut Newton wurden Originalabzüge unterschiedlicher Formate aus dem Stiftungsarchiv ausgewählt, die bislang überwiegend noch nicht gezeigt wurden. In June's Room zeigt die Stiftung „Pool Party“ von Jean Pigozzi; eine ebenfalls installative Präsentation von kleinformatigen, schnappschussartigen Aufnahmen rund um Pigozzis Swimming Pool am Cap d’Antibes, wo sich neben Helmut und June Newton auch zahlreiche andere Prominente ent- spannten oder ausgelassen feierten.
bis 19.11.2017 | www.helmut-newton.de 

Food, ca. 1971-73 (Goodden/Matta-Clark/Girouard/Harris/Lew) © Cosmos Andrew Sarchiapone/Courtesy White Columns, New York

Winterthur (CH)

THE HOBBYIST – HOBBYS, FOTO- GRAFIE
UND HOBBY-FOTOGRAFIE

Was passiert, wenn Fotogra nnen und Künstle- rinnen Hobbys zum Gegenstand ihrer Arbeit machen, um etablierte künstlerische Praktiken und Hierarchien herauszufordern? Wie stellen Hobbyisten ihre Leidenschaft über die Fotografie dar, nicht zuletzt in Zeiten digitaler Kommunikation? The Hobbyist ist die erste grosse Ausstellung, die das Verhältnis von Fotografie und Hobbykultur in den Blick nimmt, und sich dabei sowohl dem Fotografieren von Hobbys wie auch der Fotogra fie als Hobby widmet. In fünf Kapiteln geht die Ausstellung der Frage nach, was ein Hobby in einer Zeit sein könnte, in der sich mit dem Wirkungsgrad des Internets das Verständnis von privaten und sozialen Räumen verschoben hat.
9.9.2017–28.1.2018 | www.fotomuseum.ch 

Thekla Ehling: „Mädchen auf dem Bett“, aus der Serie „Sommerherz“, 2008 © Thekla Ehling

Düsseldorf

100 JAHRE NIKON

Es war eine Nikon, mit der Steve McCurry 1984 das junge afghanische Mädchen mit den grünen Augen fotografierte. Auch der unerschütterliche „Tank Man“ von Charlie Cole oder zahlreiche Weltraum-Aufnahmen der Nasa entstanden mit Kameras und Objektiven der Firma Nikon. Fotografen und Fotojournalisten sind dabei, wenn Weltgeschichte geschrieben wird, sie haben große Ikonen geschaffen, kleine Momente festgehalten und die unterschiedlichsten Facetten des mensch- lichen Lebens dokumentiert. Seit hundert Jahren begleitet Nikon Fotografen in ihrem Alltag und gibt ihnen ein Werkzeug für ihre Arbeit, jeden Tag und zu jeder Zeit. Die Ausstellung „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ präsentiert ab dem 22. Sep- tember 2017 eine Auswahl an Nikon-Fotogra en aus den letzten Jahrzehnten und zeigt, wie eine Kamera dabei selbst zur Legende wurde. 22.9.–5.11.2017 | www.nrw-forum.de 

Käthe Augenstein: Damenporträt, Berlin, um 1930, Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn

Berlin

Käthe Augenstein-Fotografien

Käthe Augenstein (1899-1981) zählt zu den wenigen weiblichen Pressefotogra nnen, die Ende der 1920er-Jahre in Berlin erfolgreich tätig waren. Nach einer Ausbildung im Berliner Lette-Verein arbeitete die gebürtige Bonnerin für die renom- mierte Agentur Dephot, die maßgeblich die neu entstandenen Formate der Fotoreportage und des Fotoessays prägte. Augenstein unterhielt enge Kontakte in die Berliner Künstler- und Intellektuellenszene. Ihr Werk enthält u.a. Porträts vieler bekannter Persönlichkeiten, wie beispielsweise Otto Dix, Renée Sintenis, Hans Albers, Thomas Mann und Max Lieber- mann. Ihre Fotos zeichnen sich dabei besonders durch ihre Ausdrucksstärke und die Nähe zu den Porträtierten aus.
15.10.2017 – 12.2.2018 | www.liebermann-villa.de 

© Nobuyoshi Araki_GV162-01

München

ARAKI.TOKYO

2004 konnte mit Unterstützung von PIN die Originalvorlage von Arakis Buch Tokyo erworben werden, bestehend aus 28 kleinformatigen fotografischen Diptychen. 1973 erschienen, gehört Tokyo zu den ersten Künstlerbüchern, die Araki veröffentlichte, denen in den kommenden vier Jahrzehnten mehrere Hundert folgen sollten. Die Ausstellung stellt die Tokyo-Serie vor, ergänzt durch weitere frühe Fotografien von Araki sowie Künstlerbüchern aus den 1960er- und 70er-Jahren. Es erscheint eine exklusive Werk-Monografie in limitierter Auflage. Der Japaner Nobuyoshi Araki (*1940) zählt zu den wohl produktivsten, aber auch provokativsten  Fotografen unserer Zeit. Araki eignet sich die ihn umgebende Welt seit den 1960er-Jahren tagtäglich und obsessiv mithilfe des Mediums Fotografie an, eine Aneignung, die mittlerweile in fast 400 Büchern Niederschlag gefunden hat. Sein künstlerisches Werk umspannt ein vielfältiges Spektrum an Themen, von hocherotischen Frauendarstellungen, die international großes Aufsehen erregten, über arti zielle Stillleben, Pflanzenfotografien, reportagehaft anmutende Alltagsdarstellungen und Architekturaufnahmen bis hin zu sehr persönlichen, fast tagebuchartigen Fotografien von sich und seiner früh verstorbenen Frau Yoko. 
Pinakothek der Moderne Sammlung Moderne Kunst
26.10.2017–4.3.2018 | www.pinakothek.de 

Rodney Graham, Newspaper Man, 2016. Leuchtkasten, 182 x 136 x 18 cm. Museum Frieder Burda, Baden-Baden © Rodney Graham, 2017

Baden-Baden

RODNEY GRAHAM. LIGHTBOXES
8.7. - 26.11.2017

Gezeigt werden rund 20 monumentale Fotoleuchtkästen des kanadischen Konzeptkünstlers Rodney Graham (*1949) von 2000 bis heute.

Die Fotoleuchtkästen nehmen in dem vielfältigen Werk des Multitalents eine besondere Stellung ein. Ihre Bildsprache ist opulent sinnlich und tiefsinnig komisch, sie vermitteln Erfrischendes und Verblüffendes, wobei Graham durch seine ironische Vielschichtigkeit und kulturgeschichtlichen Referenzen die schöne Oberfläche immer wieder untergräbt. Rodney Graham inszeniert sich in seinen Fotografien gerne selbst als Hauptdarsteller. Er bezieht sich auf Literatur, Musik, Film oder die Ikonen der Kunstgeschichte und begibt sich immer mit subtilem Humor in die unterschiedlichsten Rollen hinein.

Rodney Graham führt die Reihe von Ausstellungen im Museum Frieder Burda fort, die sich der zeitgenössischen Fotografie widmen. Nach Gregory Crewdson und Andreas Gursky wird der kanadische Künstler das nächste Kapitel in diesem spannenden Medium aufschlagen. Die in Baden-Baden präsentierten Fotokünstler zeichnen sich vor allem durch ihre Ästhetik sowie durch ihre erzählerischen poetischen Inhalte aus, die sie in ihren Arbeiten konzeptuell verdichten und die den Betrachter emotional in das Geschehen hineinziehen.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.
www.museum-frieder-burda.de