Anton Corbijn, Henry Rollins (Detail), 1994

Hamburg

Anton Corbijn. The Living and the Dead
7.6. – 16.9.2018

Die Ausstellung Anton Corbijn. The Living and the Dead ist dem niederländischen Fotografen Anton Corbijn gewidmet und untersucht die selten gestellte Frage, wann Fotografie Kunst wird. Wie viele Fotografen hat Corbijn lange an der Schnittstelle zwischen freier und angewandter Fotografie gearbeitet: Berühmt wurde er mit seinen ikonischen Porträts von Bands und Musikern wie Joy Division, Depeche Mode, Tom Waits, U2 oder den Rolling Stones. Dabei handelte es sich meist um Auftragsarbeiten, bei denen er sich immer wieder den Raum für schöpferische Freiheit erkämpfen musste. Doch unterliegt sowohl seine angewandte als auch seine freie Arbeit als Fotograf und Filmregisseur immer jener Sinnfrage, nach deren Antwort jeder in erster Linie persönlich suchen muss und die mit zunehmendem Alter dringlicher wird. Die Ausstellung Anton Corbijn. The Living and the Dead stellt daher seine bislang autobiografischste Serie a. somebody (2002) in den Mittelpunkt. Für diese hat sich Corbijn in die Rolle verstorbener Rockstars wie John Lennon, Jimi Hendrix, Janis Joplin oder Kurt Cobain hineinversetzt und sich in der ländlichen Umgebung seines Geburtsorts Strijen fotografiert.

Bucerius Kunst Forum | www.buceriuskunstforum.de

Martin Liebscher, FIFA Boardroom, 2017, from the series „Familienalbum“ © Martin Liebscher | © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Frankfurt

RAY 2018
24.5. – 9.9.2018

Die internationale Fotografie-Triennale widmet sich dem Thema EXTREME und präsentiert zum dritten Mal herausragende Positionen der zeitgenössischen Fotografie und verwandter Medien an über zehn Standorten in Frankfurt und der Region. Eröffnet wird RAY 2018 erstmalig mit vier internationalen Festivaltagen. Vom 24. bis 27. Mai 2018 sind Fotobegeisterte, Fachbesucherinnen und -besucher sowie Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich zum Medium Fotografie und dem Triennale-Thema EXTREME auszutauschen. In Kooperation mit über 15 Partnerinstitutionen und Sammlungen und mit zahlreichen Events verspricht RAY zum Sommer 2018 wieder eine facettenreiche Auseinanderset- zung mit der Fotografiee.

RAY 2018 EXTREME
In inhaltlich miteinander korrespondierenden Ausstellungen zum aktuellen Triennale-Thema EXTREME reflektieren die ausgewählten künstlerischen Positionen über gesellschaftliche Transformationen, Identitätskonzepte und ästhetische Tendenzen im 21. Jahrhundert. Das Reüssieren des Extremen ist seit jeher untrennbar mit der Fotografie verwoben. Was das Extreme heute besonders virulent macht, ist das Übermaß und die grenzenlose Verfügbarkeit digital zirkulierender Informationen und Bilder, die nach einer Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangen. Je außergewöhnlicher, unangepasster, randständiger, desto größer die Aufmerksamkeit, die ihm zuteil wird. Das Extreme weckt die Begehr- lichkeit, es ins Bild zu bannen und für die Nachwelt sichtbar zu machen. Die dabei entstehenden Bilder sind ebenso Beweismaterial wie fotografischer Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche. Der Punkt, an dem die Norm aufhört und die Abweichung beginnt, ist jedoch einem steten Wandel unterworfen.

RAY 2018 | www.ray2018.de

© Kai Geiger

Arles (F)

Les Recontres de la Photographie
2. – 8.7.2018 Festival
2.7. – 23.9.2018 Ausstellungen

Die Recontres d’Arles wurden 1970 von dem Fotografen Lucien Clergue, dem Autor Michel Tournier und dem Historiker Jean- Maurice Rouquette gegründet. Das Festival, das zu den wichtigsten Fotoausstellungen weltweit gehört, widmet sich jeden Sommer ausschließlich neuen Arbeiten von internationalen Fotografen, die eine Jury im Vorfeld auswählt. Arles ist Fotogra e. Über die ganze Stadt verteilt werden an verschiedensten Orten, in Museen, Galerien, historischen Denkmälern, Kirchen oder Industriegebäuden, Einzelkünstler, Gruppen oder Themenausstellungen gezeigt. Für viele Fotografen waren und sind die Recontres Sprungbrett für eine internationale Karriere.

www.rencontres-arles.com

Robert Lebeck, Diana Rigg und Curd Jürgens während der Dreh- arbeiten zum Spiel lm „Mörder GmbH“, Venedig, 28. April 1968 © Archiv Robert Lebeck
Robert Lebeck, Rudi Dutschke, Wortführer der deutschen Stu- dentenbewegung, bei einer Rede in der Prager Karls-Universität, 3. April 1968 © Archiv Robert Lebeck

Wolfsburg

Robert Lebeck 
1968
4.3. – 22.7.2018

„Das Jahr der Studentenunruhen fand ohne mich statt“, so resümierte der deutsche Fotojournalist und Sammler Robert Lebeck (1929– 2014) in den „Erinnerungen eines Fotoreporters“ seine Erfahrung des Jahres 1968: „Als in Paris die Barrikaden brannten, arbeitete ich in Florida an einer Serie über zwei ermordete Studentinnen; während Studenten vor dem Springer-Hochhaus demonstrierten, fotografierte ich die Taufe von Hildegard Knefs Kind; und als die Russen in Prag einmarschierten, begleitete ich gerade den Papst nach Bogotá.“ In der Ausstellung „Robert Lebeck. 1968“ werden die im mythisierenden Rückblick nicht immer wahrnehmbaren roten Fäden des Jahres zwischen Aufbruch, Protest, Beharren und Scheitern anhand beispielhafter Fotografie- Serien sichtbar, die Robert Lebeck etwa in New York, Bogotá oder Wolfsburg erstellt hat. Ob das Thema „Geschiedene Frauen“, Rudi Dutschke in Prag, Robert F. Kennedys Beerdigung oder Beuys auf der documenta lautet: Stets trifft in Robert Lebecks Arbeiten verdichtete Zeitgeschichte auf starke Fotoreportage sowie Fotokunst.

Kunstmuseum Wolfsburg www.kunstmuseum-wolfsburg.de