Brüssel (B)
10th PhotoBrussels
The month of photography
22.1. – 22.2.2026
Das 2016 gegründete PhotoBrussels Festival hat sich im Laufe der Jahre als bedeutendes Festival für zeitgenössische Fotografie in Brüssel, Belgien und ganz Europa etabliert. Anlässlich der 10. Ausgabe werden 52 Ausstellungen gezeigt, die von Galerien für zeitgenössische Kunst, Hausgalerien, Kunstzentren und Museen präsentiert werden und jeweils ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Medium Fotografie zeigen. Mehr als 100 Künstler:innen – die Hälfte davon Belgier – erkunden den Reichtum und die Vielfalt einer visuellen Sprache, die tief in unserer Zeit verwurzelt ist und ein immer größeres und neugieriges Publikum erreicht.
Die zehnte Ausgabe des PhotoBrussels Festivals markiert einen wichtigen Meilenstein in der Geschichte eines Projekts, das aus einer einfachen Idee heraus entstanden ist, dass die Fotografie in Belgien einen zentralen Platz in der zeitgenössischen Kulturlandschaft bekommen sollte. Seit seiner Gründung hat sich das Festival der Förderung des künstlerischen Schaffens, der Entdeckung neuer Talente und der Hervorhebung der Vielfalt einer besonders dynamischen belgischen Fotoszene verschrieben, die offen für die Welt bleibt.
Sindelfingen
NO PLACE LIKE HOME
Italienische Fotografie seit den 1980er Jahren
1.2. – 26.7.2026
Erstmals in Deutschland erkunden vier Institutionen mit der Ausstellung No Place like Home gemeinsam die Einflüsse italienischer Fotografie seit den 1980er Jahren auf die Entwicklung der europäischen Fotogeschichte. Gezeigt werden rund 300 Arbeiten von 42 Fotograf:innen, die sich einerseits aus der Arte Povera und dem Neorealismus und andererseits im Kontext der amerikanischen New Color Bewegung und der deutschen Fotografie – wie sie von Otto Steinert an der Folkwangschule in Essen und Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtet wurde – herausgebildet haben.
No Place like Home präsentiert in einer ersten großen Überblicksausstellung die Entwicklung des Mediums Fotografie seit den 1980er Jahren in Italien und zeigt, wie das aus dem Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit hervorgegangene Land eine eigene fotografische Repräsentation gefunden hat. In dieser Vielschichtigkeit weist die italienische Fotografie eindeutige Parallelen zur Entwicklung der Fotografie seit den 1980er Jahren in Europa auf und darf sich selbstbewusst in das Panorama der Fotografie als autonome Kunstform einordnen. In der Poesie des Alltags erfassen die teilnehmenden Künstler:innen soziale wie gesellschaftliche Verflechtungen, entlarven und reflektieren die imperiale Vergangenheit ihres Heimatlandes und hinterfragen kritisch das Medium der Fotografie: mal traditionell, mal konzeptionell, immer berührend und fernab der Klischees von „Dolce Vita“ und „Bella Italia“.
Eine Ausstellung des IKS Photo Düsseldorf, der Kunsthalle Darmstadt, des SCHAUWERK Sindelfingen und der Draiflessen Collection Mettingen. Die Ausstellung wird von Ralph Goertz, Leiter des IKS Photo Düsseldorf, kuratiert.
Schauwerk Sindelfingen | www.schauwerk-sindelfingen.de
Leipzig
5. Leipzig Photobook Festival – “Power / Fragility” Laufzeit:
7. – 8. 3.2026
Am 7. März 2026 eröffnet die fünfte Ausgabe des Leipzig Photobook Festival. Die diesjährige Ausgabe widmet sich dem Thema „Power / Fragility“.
”Power” als politische Kraft, die Gesellschaften prägt, als ökonomische Dynamik, die Ungleichheiten vertieft, und als soziale Energie, die Gemeinschaften trägt. Macht kann physisch sein – sichtbar in Körpern, Architektur oder Naturgewalten – ebenso wie subtil und unsichtbar in Strukturen, Symbolen und Blicken. Sie zeigt sich in Widerstand und Emanzipation, in Technologiekontrolle oder in der Selbstermächtigung des Individuums. Dabei wird auch deutlich, wie toxisch Macht wirken kann, wenn sie zur Unterdrückung oder Manipulation missbraucht wird.
„Fragility“ erscheint dabei nicht bloß als Schwäche, sondern auch als Ausgangspunkt für Transformation. Aufbauend auf dem Konzept der Antifragilität (Nassim Nicholas Taleb) begreifen wir Instabilität und Störung als produktive Kräfte: Was zerbricht, eröffnet neue Perspektiven; was ins Wanken gerät, kann zu unerwarteter Erneuerung führen. Zwischen fragil, robust und antifragil entfaltet sich ein Spannungsfeld, in dem das Fotografische selbst auf dem Prüfstand steht.
Unter der Leitung und künstlerischen Konzeption von Calin Kruse und künstlerischer Co-Konzeption von Jenny Starick finden im Rahmen des Festivals zahlreiche Podiumsdiskussionen, Präsentationen, Gespräche, Fotobuch- und Fotoausstellungen, Filmvorführungen, Portfolio-Reviews, Projektionen, Workshops etc. statt.
HALLE 14 - Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Leipziger Baumwollspinnerei
www.dienacht.eu/leipzig-photobook-festival

Portfolio Reviews, 2025 © Calin Kruse
Düsseldorf
Community
Fotografie und Gesellschaft
11.2. – 25.5.2026
Der Fußballfanclub, die Familie, das politische Kollektiv – Menschen streben nach Zugehörigkeit. Seit der Erfindung der Fotografie hält das Medium Zugehörigkeit nicht nur fest, sondern kann sie ebenso befeuern oder infrage stellen. Fotografie macht es möglich zu demonstrieren, dass man Teil von etwas Größerem ist. Ebenso kann sie sich in den Dienst der Grenzziehung zu jenen stellen, die nicht Teil der eigenen Community sind.
Die Ausstellung, die vom 10. Februar bis 25. Mai 2026 im Kunstpalast zu sehen sein wird, beleuchtet das facettenreiche Verhältnis von Fotografie und Gemeinschaft in Geschichte und Gegenwart. Sie versammelt angewandte wie künstlerische Positionen, die diesem Verhältnis nachgehen – sei es mit subtilem Witz, in eindrücklicher Solidarität, oder mit dem Ziel einer präzisen Analyse.
Die Ausstellung wird aus der fotografischen Sammlung des Kunstpalastes heraus entwickelt und durch internationale Leihgaben ergänzt. Besuchende werden aktiv in die Ausstellung einbezogen und können sich mit ihren eigenen Gemeinschaftsbildern einbringen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Beiträgen aus der kunstwissenschaftlichen, soziologischen und historischen Forschung zum Thema.
Kunstpalast | www.kunstpalast.de
Vevey (CH)
Blitzlicht! Eine kurze Geschichte der Fotografie
18.9.2025 - 22.2.2026
Was bewirkt der Blitzlicht für das Bild und unsere Wahrnehmung der Welt? Mit zahlreichen bedeutenden Werken – von den ersten Blitzversuchen von Félix Nadar über die ikonischen Arbeiten des Amerikaners Weegee bis hin zu den zeitgenössischen Werken des Briten Martin Parr – untersucht diese Ausstellung auf einzigartige Weise einige der wichtigsten visuellen Veränderungen, die durch den Blitz hervorgerufen wurden. Im Laufe der Geschichte haben Blitzlicht und künstliche Beleuchtung dazu beigetragen, das Unsichtbare oder nur unzureichend Sichtbare sichtbar zu machen, und eine wichtige Rolle bei der visuellen Konstruktion bisher unbekannter neuer Welten gespielt. In den Katakomben von Paris im 19. Jahrhundert, in der Nähe der nächtlichen Morde in New York oder bei den Paparazzi, die Filmstars beobachten, spielt der Blitz eine zentrale Rolle. Von den ersten experimentellen Magnesiumblitzen bis zum elektronischen Blitz haben die aufeinanderfolgenden technischen Erfindungen des Blitzes neue Darstellungsformen ermöglicht und eine andere Erfahrung der Realität eröffnet.
Schweizer Kameramuseum | www.cameramuseum.ch/de/
Amsterdam (NL)
Erwin Olaf - Freedom
11.10.2025 - 1.3.2026
Vom 11. Oktober 2025 bis zum 1. März 2026 präsentiert das Stedelijk Museum Amsterdam „Erwin Olaf – Freedom“, die erste Museumsretrospektive seit dem unerwarteten Tod des Künstlers vor zwei Jahren. Die Ausstellung würdigt den vielseitigen und facettenreichen Künstler und beleuchtet seinen gesamten Schaffensprozess. Neben ikonischen Kunstwerken und Serien von Erwin Olaf zeigt die Präsentation auch weniger bekannte Arbeiten, darunter Videos und Skulpturen, seine kommerzielle Fotografie und persönliches Archivmaterial. Den Höhepunkt der Ausstellung bildet sein letztes Werk, ein unvollendetes Video.
Erwin Olaf Springveld (1959–2023) gilt international als einer der bedeutendsten niederländischen Fotokünstler und wird für seine charakteristischen Inszenierungen, seine einzigartige Beleuchtung, seinen Perfektionismus und seine kontroversen Themen gefeiert. Er war ein Freidenker, und das Streben nach persönlicher Freiheit bestimmte sein gesamtes Handeln – er war ein leidenschaftlicher Verfechter von Identität, Sexualität und Geschlecht, des menschlichen Körpers in all seinen Formen, des Nachtlebens und der Gleichberechtigung für alle. In dieser thematisch strukturierten, aber dennoch lose chronologisch angelegten Ausstellung ist Olafs Aktivismus ein wiederkehrendes Motiv.
Die Ausstellung zeichnet einen Bogen durch Erwin Olafs reichhaltiges Werk, beginnend mit seinen journalistischen, ehrlichen Schwarz-Weiß-Reportagen aus den frühen 1980er Jahren. Mit Themen wie Demonstrationen für die Rechte von Homosexuellen unterstreichen diese sein Engagement für soziale Fragen. Olafs Liebe zu Licht und Komposition ist offensichtlich; sein Streben nach größerer Kontrolle über die Komposition veranlasste ihn, den nächsten Schritt zu gehen – inszenierte Studiofotografie.
Stedelijk Museum | www.stedelijk.nl/nl
Köln
Smile! Wie das Lächeln in die Fotografie kam
Präsentation in den Fotoräumen
1.11.2025 - 22.3.2026
Smizing, Squinching, Duckface, Fish Gape, Cheese oder Prunes: Schönheitsideale und Soziale Medien lösen immer schnelllebigere Trends für Porträtfotos aus. Bis zum späten 19. Jahrhundert war das Fotografiertwerden eine Prozedur, die größte Bewegungslosigkeit erforderte, um ein scharfes Bild zu erzeugen, was zu starren und leblosen Gesichtsausdrücken führte. Die Präsentation in den Fotoräumen des Museum Ludwig untersucht, wie sich unsere „Fotografiergesichter“ im Laufe der Zeit verändert haben. Sie bringt anonyme Porträtfotografien und künstlerisch gestaltete Porträts aus dem 19. bis 21. Jahrhundert zusammen zu einer Geschichte des Lächelns.
Museum Ludwig | www.museum-ludwig.de
Mailand (I)
Nan Goldin
This will not end well
11.10.2025 – 15.02.2026
In der Retrospektive „Nan Goldin – This will not end well“ im Pirelli HangarBicocca wird erstmals ein umfassender Einblick in das Schaffen von Nan Goldin von 1980 bis heute gegeben. Ihre einzelnen Werkreihen werden in Form von Diashows und Filmen in von Hala Wardé entworfenen Pavillons in der oberen Halle der Neuen Nationalgalerie gezeigt – jedes dieser „Gebäude“ ist in Bezug auf die jeweilige Werkreihe konzipiert; zusammen bilden sie eine Art Dorf. Die Ausstellung umfasst folgende Arbeiten: Goldins Hauptwerk „The Ballad of Sexual Dependency“ (1981-2022); „The Other Side“ (1992-2021), ein historisches Porträt als Hommage an die Trans-Freund*innen der Künstlerin, die sie von 1972 bis 2010 fotografiert hat; „Sisters, Saints and Sibyls“ (2004-2022), ein Zeugnis über das Trauma von Familien und Selbstmord; „Fire Leap“ (2010-2022), ein Streifzug durch die Welt von Kindern; „Memory Lost“ (2019-2021), eine klaustrophobische Reise durch den Drogenentzug; und „Sirens“ (2019-2020), ein Trip in die Drogen-Ekstase.
Pirelli HangarBicocca | www.pirellihangarbicocca.org
Amsterdam (NL)
Co Rentmeester Witnessing Life
10.10.2025 – 11.2.2026
Foam präsentiert Witnessing Life, die erste groß angelegte Retrospektive des Werks des niederländisch-amerikanischen Fotografen Co Rentmeester (1936). Als Pionier in verschiedenen fotografischen Genres hat Rentmeester die visuelle Landschaft des 20. Jahrhunderts mitgeprägt. Die Ausstellung zeigt seine beeindruckende Vielseitigkeit: von ergreifenden Bildern aus dem Vietnamkrieg bis hin zu ikonischen Werbekampagnen, Naturfotografie und Sportfotografie. Eines seiner bekanntesten Werke ist das weltberühmte Jumpman-Foto des Basketballspielers Michael Jordan aus dem Jahr 1984. Dieses Bild wurde später von Nike für das ikonische Jumpman-Logo kopiert und vom Time Magazine zu einem der 100 einflussreichsten Fotos aller Zeiten gekürt.
FOAM Amsterdam | www.foam.org
Winterthur (CH)
(Mit)einander – Kara Springer und die Sammlung des Fotomuseum Winterthur
25.10.2025–15.02.2026
Das neue Format (Mit)einander setzt zeitgenössische Künstler_innen in einen lebendigen Dialog mit Werken aus der Sammlung des Fotomuseum Winterthur – ein Miteinander im Sinne des Gegenseitigen. Der Titel verweist auf Begegnungen, die ein vielschichtiges Netz von Wechselwirkungen hervorbringen, indem Diversität und Differenz verbinden, statt trennen.
Die auf Barbados geborene und in Kanada aufgewachsene Künstlerin Kara Springer (*1980) eröffnet die Reihe. In ihrer multimedialen Praxis – von Fotografie über Skulptur bis hin zu ortsspezifischen Installationen – befasst sie sich mit Machtstrukturen sowie dem konstruierten Charakter historischer Narrative. Häufige Themen in ihren Arbeiten sind diasporische Erfahrungen sowie das Wechselspiel zwischen menschlichen Eingriffen in die Natur und deren Auswirkungen auf uns. Springers Arbeiten werden zusammen mit ausgewählten Werken aus dem Museumsbestand des Fotomuseum Winterthur ausgestellt, die um ähnliche Themen kreisen; insgesamt sind zehn künstlerische Positionen zu sehen, die in enger Abstimmung mit Kara Springer ausgewählt wurden.
Aus der Sammlung des Fotomuseum Winterthur werden Werke von Besma Ben Said, Tacita Dean, John Divola, Olafur Eliasson, David Goldblatt, Roni Horn, Axel Hütte, Gordon Matta-Clark, Ricarda Roggan und Joel Sternfeld gezeigt.
Aus der Vielfalt der Perspektiven und künstlerischen Ansätze tritt ein verbindendes Motiv hervor, das sich als zentrale Fragestellung dieser Präsentation erweist: Welche Wege bringen uns – gegenseitig und mit unserer Umwelt – in Verbindung?
Fotomuseum Winterthur | www.fotomuseum.ch

