Martin Schoeller: Portraits: George Clooney, 2008 © Martin Schoeller

Düsseldorf

Martin Schoeller
bis 13.9.2020

Martin Schoeller ist einer der bekanntesten und gefragtesten Fotografen der Welt. Vor seiner Kamera standen sie alle: Barack Obama, Angelina Jolie, George Clooney oder Angela Merkel. Auch obdachlose Menschen, Drag Queens oder Bodybuilderinnen porträtierte er. Das NRW-Forum Düsseldorf widmet ihm vom 28. Februar bis 13. September 2020 mit rund 170 Werken die bisher umfassendste Werkschau in Deutschland und präsentiert neben den Serien Close Up und Female Bodybuilders erstmals die Serie Drag Queens sowie neue Arbeiten aus einer Reihe über freigesprochene Todeszelleninsassen. 

NRW Forum | www.nrw-forum.de

Peter Lindbergh, Uma Thurman, New York, 2016, wallpaper, 377,1 x 251,4 cm, © Peter Lindbergh / courtesy Peter Lindbergh, Paris

Hamburg

Peter Lindbergh
Untold Stories
bis 1.11.2020

Die Ausstellung Untold Stories ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau. Der 1944 geborene und in Duisburg aufgewachsene Fotograf hat zwei Jahre an der Präsentation gearbeitet und diese unmittelbar vor seinem Tod Anfang September 2019 fertiggestellt. Lindberghs Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis in die Gegenwart ermöglicht einen eingehenden Blick auf sein umfangreiches OEuvre und lädt zum Entdecken vieler bislang unerzählter Geschichten ein. Die Ausstellung ist Lindberghs persönliches Statement zu seinem Werk. „Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin,“ so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview, das für den Ausstellungskatalog geführt wurde. Ein Großteil der Aufnahmen, die im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zu sehen sind, wurde noch nie gezeigt; andere sind von Zeitschriften wie Vogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg |www.mkg-hamburg.de

David LaChapelle, Danie Alexander, London Sunday Times, Mai 1998 Outfit: Thierry Mugler, Kollektion Jeu de Paume, Haute Couture Frühjahr/Sommer 1998 Foto: © David LaChapelle

München

Thierry Mugler. Couturissime
3.4. -30.8.2020

Eine spektakuläre Mode-Extravaganza in der Kunsthalle München: Zum ersten Mal wird das Werk des Designers, Regisseurs, Fotografen und Parfümeurs Thierry Mugler in einer fulminant inszenierten Ausstellung präsentiert. Mehr als 140 Kreationen aus Haute Couture und Prêt-à-porter, unpubliziertes Archivmaterial sowie Werke von weltberühmten Fotografen beleuchten drei Jahrzehnte im Schaffen des Franzosen, der es seit den 70er-Jahren immer wieder schaffte, die Popkultur zu prägen und die Welt der Couture zu revolutionieren. Er wählte außergewöhnliche Materialien wie Metall, Kunstpelz, Vinyl oder Latex für die Umsetzung seiner futuristischen, glamourösen Schnitte und schuf epochemachende Kreationen, die eine ebenso sinnliche wie starke Weiblichkeit ausstrahlen.

Kunsthalle München www.kunsthalle-muc.de

Karl Lagerfeld, Suite 3906, Fendi Herbst/Winter 2010/11, Foto © Karl Lagerfeld

Halle

Karl Lagerfeld. Fotografie
Die Retrospektive
bis 6.1.2021

Eine solche Ausstellung hat es in Mitteldeutschland noch nicht gegeben! Lagerfeld-Ausstellungen fanden bisher nur selten in Deutschland statt, u. a. in Essen, Hamburg und München (Museum Folkwang, Hamburger Kunsthalle und Haus der Kunst), vor allem aber international. Die Sonderausstellung „Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive“ im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) entstand in Zusammenarbeit mit Eric Pfrunder, Directeur de l'Image Chanel Fashion, und dem Verleger Gerhard Steidl, die Kuratoren der Ausstellung sind, und vereint mehr als 300 Fotografien, die noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Karl Lagerfeld ausgewählt und eigens für die Präsentation im Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt produziert wurden.

Kunstmuseum Moritzburg | www.kunstmuseum-moritzburg.de

Self Portrait with My Mother, 2011

Frankfurt

Resistance & Sensibility
Collezione Donata Pizzi:
Women Photographers from Italy
bis 30.8.2020

Fünf Jahrzehnte Fotografie, erzählt aus weiblicher Sicht: Unter dem Titel RESISTANCE & SENSIBILITY zeigt das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) 150 Arbeiten italienischer Fotografinnen von 1965 bis heute. Die Werke aus der „Collezione Donata Pizzi“ zeigen verschiedenste Facetten von Alltag, Gesellschafts- und Zeitgeschichte. Im Fokus steht das Leben von Frauen: Hoffnungen und Illusionen, Beziehungsbande, Kämpfe und Grenzüber- schreitungen sind nur einige der thematisierten Aspekte. Mit dabei als Besonderheiten: Bilder von Frauen in politischen Terrorgruppierungen und frühe Aufnahmen von Transvestiten, deren Publikation seinerzeit sofort zensiert wurde.

Alle Bilder der Ausstellung stammen aus der Collezione Donata Pizzi. Die 2014 begonnene Sammlung der italienischen Fotografin, Bildredakteurin und Sammlerin Donata Pizzi (*1957, lebt in Mailand) gehört zu den weltweit wenigen existierenden Sammlungen mit Werken ausschließlich von Fotografinnen. Sie vereint aktuell rund 250 Arbeiten von mehr als 70 italienischen Künstlerinnen verschiedener Generationen und wird laufend erweitert.

Ebenso wie die Sammlung dokumentiert auch die Ausstellung RESISTANCE & SENSIBILITY wichtige Phasen und Themen in der zeitgenössischen italienischen Fotografie. Die Schau präsentiert unterschiedliche fotografische Stile wie Fotojournalismus, Dokumentation, Porträt und Abstraktion. Darüber hinaus stellt sie konzeptionelle und experimentelle künstlerische Positionen vor und verdeutlicht an zahlreichen Beispielen ästhetische, ikonografische und technologische Entwicklungen innerhalb der Fotografiegeschichte. Inhaltlich beschäftigen sich die Werke mit den gesellschaftspolitischen Reizthemen und Veränderungen ihrer Zeit sowie mit Rollenklischees, feministischen Ideen und Fragen von Identität, Beziehung und Körper.

Fotografie Forum Frankfurt www.fffrankfurt.org

Alec Soth, Misty, 2005 aus der Serie Niagara, 2006 © Alec Soth / Magnum Photos

Wien

Alec Soth
Photography is a language
bis 30.8.2020

Der Amerikaner Alec Soth zählt seit einigen Jahren zu den wichtigsten Fotografen weltweit. Mit der Serie Sleeping by the Mississipi wurde er 2004 schlagartig berühmt: In die Fußstapfen von Robert Frank tretend, dokumentierte der Künstler auf seinem Roadtrip entlang des Mississippi das amerikanische Leben – subjektiv, mit viel Poesie und Melancholie. Soths fotografisches Werk – er ist Mitglied der renommierten Agentur Magnum Photos – findet sich seither in allen namhaften Ausstellungshäusern und Fotografie-Institutionen. Seine Personale im KUNST HAUS WIEN kann als Österreichpremiere bezeichnet werden: Soths bekannteste Serien Sleeping by the Mississippi (2004), Niagara (2006), Broken Manual (2010) und Songbook (2014) sind erstmals in Wien zu sehen, ebenso seine jüngste Arbeit I Know How Furiously Your Heart Is Beating (2019). Mit dieser verdichteten Porträtserie hat der Künstler nach einer einjährigen Schaffenspause erneut Furore gemacht.

Alec Soths fotografisches Werk besticht durch seine poetische Bildsprache. Soth gelingt es virtuos, vorstädtische und ländliche Gegenden in den USA, Menschen und Situationen ins Bild zu setzen. Seine groß angelegten Serien können als Fallstudien der US-amerikanischen Gesellschaft gelesen werden. Soths Fotografien geben Einblick in das Leben gewöhnlicher wie auch manch ungewöhnlicher Menschen; sein Interesse gilt der breiten Mittelschicht abseits der Metropolen sowie Menschen am Rande der Gesellschaft.

Kunst Haus Wien | www.kunsthauswien.com

Location unknown, 1980s © Paul McCartney / Photographer: Linda McCartney

Berlin

Linda McCartney
The Polaroid Diaries
bis 5.9.2020

Ein Mann steht vor einem schicken roten Sportwagen. Über absurd klobigen Moonboots trägt er einen schwarzen Mantel, die linke Hand ist zum Gruß erhoben. Großer Auftritt, und doch schaut der Mann gänzlich unaffektiert in die Kamera. Die Fotografie von Paul McCartney entstand in den 1970er-Jahren. Die Frau hinter der Kamera ist Linda McCartney, die sich bereits mit ihren Porträts von berühmten Persönlichkeiten und Musikern wie Aretha Franklin, Jimi Hendrix und Bob Dylan einen Namen als Fotografin gemacht hat. Doch je öffentlicher ihr Leben wird, desto persönlicher, intimer und experimenteller wird das Thema ihrer Arbeit. Über Jahrzehnte hinweg hat sie ihr Familienleben und ihre direkte Umgebung eingefangen und ein Panorama an unprätentiösen, teils sehr intimen Momenten geschaffen, das gleichzeitig den sich wandelnden Zeitgeist dokumentiert. 

C/O Berlin präsentiert in der Ausstellung über 250 Polaroids und eine Auswahl von Vintage-Ausbelichtungen aus dem Archiv der Künstlerin. Ein Großteil der Polaroids stammt aus den 1970er-Jahren, als die Sofortbildfotografie noch eine relativ neue Erfindung war, deren Möglichkeiten Linda McCartney begeistert austestete. Die Polaroids der Ausstellung geben einen intimen Einblick in McCartneys Leben und ihr visuelles Denken, wobei jedes Bild einen spezifischen Ort und Moment wiedergibt. Linda McCartney . The Polaroid Diaries macht ihre Gabe, den Moment einzufangen, erfahrbar und wird von einer Publikation im Taschen Verlag begleitet. 

C/O Berlin | www.co-berlin.org

 

Foto © Yasuyoshi Chiba_Agence France-Presse

Wien

World Press Photo 20
11.9. – 25.10.2020

Am 16. April wurden in Amsterdam die Gewinner_innen des diesjährigen World Press Photo Contest bekanntgegeben. Zum World Press Photo des Jahres kürte die Jury eine Aufnahme des japanischen Fotografen Yasuyoshi Chiba. Das im Juni 2019 entstandene Foto zeigt Demonstranten bei einer Protestkundgebung gegen die Regierung von Diktator Umar al-Bashir in Khartum, Sudan. Ab dem 11. September sind alle preisgekrönten Fotografien des Wettbewerbs wieder im WestLicht zu sehen. Bereits zum neunzehnten Mal machen die weltbesten Pressefotografien in der Westbahnstraße Station und lassen als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren.

Westlicht| www.westlicht.com

Badende (Coney Island), Unbekannt, 1950-1960,  unknown / © as a collection by Jacques Herzog und Pierre de Meuron Kabinett, Basel. All rights reserved.  

Basel

The Incredible World of Photography
Sammlung Ruth und Peter Herzog
18.7. – 4.10.2020

Ein Flohmarktfund in den 1970er Jahren hat zur Entstehung einer einmaligen Sammlung mit nunmehr 500.000 Fotografien geführt. Heute gehören Ruth und Peter Herzog zu den wichtigsten Fotosammlern weltweit. Die Bestände der Sammlung stammen aus der Frühzeit der 1839 erfundenen Technik und reichen bis in die 1970er Jahre. Sie decken damit die gesamte Geschichte der analogen Fotografie und all ihrer Entwicklungen und Materialien, den Platten, Emulsionen, Chemikalien, Papieren und Apparaten ab. Gerade für das 19. Jahrhundert hat das Sammlerpaar wichtige Entdeckungen gemacht, die das Verständnis für die bewegte Geschichte der Fotografie erweitert haben. 

Kein Bildmedium ist so gut geeignet, Geschichte und Geschichten zu erzählen, wie die Fotografie. Die Myriaden anonymer Meisterwerke aus der Fotosammlung bringen eine schier unüberschaubare Vielzahl von Motiven und Themen rund um den Globus ans Licht. So finden sich neben den bekannten Pionieren des Mediums wie Adolphe Disdéri, Gustave Le Gray, Eugène Atget, Fred Boissonnas, Charles Nègre und Felice Beato sowie anderen prominenten Fotografen – Paul Martial, Hans Hinz – vor allem bisher unbekannte Amateurfotografen. Ruth und Peter Herzog haben nichts Geringeres als eine fotografische Enzyklopädie des Lebens im Industriezeitalter zusammengetragen. 

Erstmals wird ein umfassendes Portrait der Fotosammlung nun in der Schweiz gezeigt. Die Ausstellung präsentiert anhand von 400 Objekten ihre höchst individuelle Ordnung und die darin artikulierte neue Sicht auf die Geschichte der Fotografie. Verhandelt werden zentrale Schwerpunkte der Sammlung, aber auch Fragen zum Sammeln von Fotografie, zum Verhältnis von Archiv und Museum und nicht zuletzt zum Verhältnis von Fotografie und Kunst weit über die bereits kanonisierte Kunstfotografie hinaus. Dabei zeigt die Ausstellung, dass das Medium analoge Fotografie höchst aktuell ist und faszinierende Rückschlüsse auf unseren heutigen digitalen Bildgebrauch erlaubt.

Kunstmuseum Basel | www.kunstmuseumbasel.ch